Wochenrückblick

Durchs Wiruwaruwolz

24. November 2018

Gruselett

Der Flügelflagel gaustert
durchs Wiruwaruwolz
die rote Fingur plaustert
und grausig gutzt der Golz

Christian Morgenstern

 

Während mancher von Euch die milde Herbstsonne genießen durfte, hing über dem Bodensee meist eine dicke, graue, feuchte Hochnebeldecke. An glücklichen Tagen hob sie sich mittags, an anderen krallte sie sich fest. Ich habe mir Mühe gegeben, bei den Runden durchs „Wiruwaruwolz“ ein paar Farbkleckse einzufangen, während der Golz grausig gutzte…

Meine graue Novemberwoche

 

GEKRIEGT: morgens kalte Finger. Schließlich gab es Frost und auch die ersten weißen Flöckchen segelten herab. Ohne meine Handstulpen gehe ich nicht mehr mit dem Hund raus.

GELEUCHTET: hat die Metasequoia-Allee (Chinesisches Rotholz oder auch Urweltmammutbaum) ganz in Kupferfarben (siehe Titelfoto). Mit ein paar Sonnenstrahlen wäre es noch leuchtender geworden. Aber immerhin…

GESUCHT: nach Buntem im Grau. Wie schön, dass hier gerade soviel gelber Senf auf den Feldern leuchtet. Er hat sich auch rasch wieder vom Frost erholt.

 

 

GEBLOGGT: sehr wenig in dieser Woche. Manchmal bin ich erst am Abend dazu gekommen, den PC einzuschalten. Ob mir das Grau auf die Stimmung schlägt? Jedenfalls fehlen mir gerade Motivation und Inspiration.

GERÄUMT: die letzten dünneren Herbstjacken in den Schrank.

GENÄHT: feine Sachen für die beiden Kleinsten – in Grau. Farbtupfer kommen noch dazu, aber die liegen noch auf dem Stoffberg…

 

GESCHICKT: Das große Winterpaket in die Staaten. Ob es noch vor dem Wochenende ankommt? Jedenfalls hat es schon den Bundesstaat erreicht.

GEFUNDEN: manch lustig gefärbte Blätter in vielen Farbübergängen und auch fast wie aquarelliert

 

 

GEGESSEN: immer noch Himbeeren aus der Region im morgendlichen Müsli. Ich bin gespannt, ob es heute auf dem Wochenmarkt noch die letzten zu kaufen gibt.

GEFRAGT: warum immer noch so viel Holz in unseren Wäldern hier geschlagen wird. Dabei liegen noch so viele Stämme aus den Vorjahren herum, die einfach vor sich hin gammeln.

 

 

GESTELLT: die erste Amaryllis der Saison in meine Vase. Ansonsten habe ich die letzten Blumen aus den Kübeln vor dem Frost gerettet und abgeschnitten

GENOSSEN: die feinen Strahlen der Herbstsonne. Sofort leuchteten die braunen Blätter golden und feine Lichtspiele waren zu beobachten.

 

(unaufgeforderte und unbezahlte Werbung, da Nennung von Namen und Buchtiteln)

GELESEN: Den Roman „Wovon Schwalben träumen“ von Daniela Meisel habe ich hier bereits Anfang der Woche rezensiert.
Momentan tauche ich ab in den wunderbaren Fantasy-Roman von Siri Pettersen: „Odinskind“ (erster Teil der „Rabenringe-Trilogie). Die Norwegerin versteht es, ein von der nordischen Mythologie angehauchtes, spannendes und ganz eigenes Fantasy-Universum aufzubauen. Passt das dazu, dass ich in diesem Monat Literatur von und über Frauen lesen wollte? Klar. Heldin des Romans ist natürlich das Mädchen Hirka, stark, unbeugsam und eigensinnig. Einziges Manko: der zweite Teil erscheint erst Ende Januar auf Deutsch und der dritte im Juli… (Ich stelle es Euch kurz in meinem Bücherrückblick des Monats November nächste Woche vor. Bis dahin habe ich es verschlungen. 

 

 

GEGLÜCKT: ist Euch so manches, wie man bei meinem Monatsmotto Sekundenglück sehen kann. Habt Ihr Eure Glücksmomente dieses Monats schon verlinkt?

GEWONNEN: ein Sekundenglück als ich erfuhr, dass ich bei der Verlosung von Farbenmix 14 Meter Webband gewonnen habe. Ich bin schon sehr gespannt, welche Bänder sich im Umschlag befinden. Da steht nochmal Sekundenglück an, wenn der Postbote die Sendung bringt.

GEHABT: noch ein feines Sekundenglück, da Susanne (Frau Nahtlust) mir so ein feines Dankeschön zuschickte. Der Feigenbaum in Mondschein lädt zum Träumen ein…

 

 

GEKAUFT: Stoff und Nähzutaten, Bücher.

GEZÄHLT: die paar grauen Härchen, die der Lockenhund im Bart hat. Für ihre bald 10 Jahre sind es aber noch recht wenige. Wahrscheinlich hält sie der Unfug im Kopf jung…

 

 

GEGRÜBELT: über Weihnachtsgeschenke.

GEWEIGERT: jetzt schon voll in die Weihnachtsdekoration einzusteigen.

GESTAUNT: wie wenig Wasser immer noch im See ist. Bald kann man problemlos zu den  Inseln laufen. Wenn man dem Wetterbericht glauben darf, wird der Dezember mit viel Regen starten. Na, ich lasse mich mal überraschen

GESAGT: Hallo Sonne, als sich (siehe unten) um 16.30 Uhr endlich die Sonne durch den Hochnebel schob…

Am Wochenende werde ich mal die Nähprojekte weiterführen. Aber immer in kleinen Einheiten, damit die Schulter das gut verpackt… Zwischendurch schaue ich dann mal bei Euren Blogs vorbei…

Wie war Eure Woche? Treffen wir uns bei der Berliner Andrea (karminrot-blog) zum Samstagsplausch?

22 Kommentare

  • Antworten frau nahtlust 24. November 2018 at 6:01

    Oja, liebe Andrea, Handstulpen sind gerade auch meine liebsten Begleiter, aber es ist ja gut so, dass es nicht mehr 17 Grad hat! Vielen Dank, dass du mein Dankeschön hier sogar zeigst, das freut mich. Das Kärtchen war für dich als Eye Poetry-Frau wie gemacht 😉 Ich starte dieses Wochenende mit den ersten Vorbereitungen für den Advent. Heute wird gebacken und heute wie morgen etwas dekoriert. Mal schauen, welche Dinge mein Sohn dieses Jahr aus den vielen Kisten auswählt… Ein schönes Wochenende und vielen Dank für die schönen Monatsthemen und vor allem die Gedichte dazu 🙂
    Lieben Gruß. Susanne

  • Antworten Pastellfarben 24. November 2018 at 6:19

    wunderbare bilder, ja der see hat unglaublich wenig wasser, war war vor ein paar wochen auf der anderen seite bei dir.
    auch bei mir noch keine sterne und glitzer in sicht.

    liebe grüsse christa

  • Antworten ninakol. 24. November 2018 at 7:05

    Oh, gut einpacken ist jetzt Pflicht! Guten Morgen Dir. Was für wunderbare Bilder Du wieder gemacht hast! Gerade weil kaum Licht diecFarbe noch mal betonte, sind sie so besonders geworden. Es scheint trotz Grau eine gute Woche gewesen zu sein. Aber die Umstellung macht uns doch immer zu schaffen, wenn plötzlich wenig Sonne an uns ran kommt. Und Dein F. Roman macht mich jetzt schon sehr neugierig. Nordische Mythen mag ich.
    Ganz liebe Grüße, Nina

  • Antworten eva 24. November 2018 at 7:29

    Liebe Andrea,
    so schöne Bilder und mittendrin der Lockenhund, sooo schön.

    Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn und ein schönes Wochenende.

    Lieben Gruß Eva

  • Antworten eva 24. November 2018 at 7:32

    PS.
    den Morgenstern mag ich auch sooo gerne,

    kennst du das Buch bzw. die CD.

    „Fröbes Morgenstern am Abend“

    Der Schaupieler Gerd Fröbe liest hier
    Morgenstern und Kästner.

    Sehr unterhaltsam.

  • Antworten Centi 24. November 2018 at 7:33

    Das mit dem Holzeinschlag kann ich denke ich beantworten. Durch den extrem trockenen Sommer sind sehr vile Bäume stark geschädigt worden (in Ba-Wü glaube ich, 40 % des Baumbestandes!). Kranke Bäume befällt der Borkenkäfer, der dann auch noch die gesunden „angreift“ – also fällt man jetzt gerade sehr viele geschädigte Bäume, um den Rest vom Wald zu retten. Zum Glück fällt dadurch auch der hohe Holzpreis wieder. Vielleicht wird dann die nächsten Jahre weniger geschlagen. Vorausgesetzt, es regnet endlich wieder. Ich hoffe es!
    Deine rostbraune Alle ist richtig schön. Wiruwaruwolz passt genau!
    LG
    Centi

  • Antworten Regula 24. November 2018 at 8:07

    Das Morgensterngedicht erinnert mich ans Totemügerli von Franz Hohler. 🙂 Liebe Grüsse von mir

  • Antworten Pia 24. November 2018 at 10:04

    Dein letztes Bild ist wunderschön und passt in den November. Zum lesen komme ich zur Zeit gar nicht, so viele wollen noch etwas. Es ist jedes Jahr das selbe ende Jahr. Aber da ist es besonders wichtig, dass man das Sekundenglück sieht und findet.
    L G Pia

  • Antworten Nicole/Frau Frieda 24. November 2018 at 10:39

    Gerade eben habe ich das Gedicht von Herrn Morgenstern meinem Göttergatten vorgelesen. Doch statt er etwas darauf erwidern konnte, hat unsere Julie einen tiefen sehr langgezogenen Brummton von sich gegeben. Mehr so ein genervtes Seufzen. Du kennst das sicher, Andrea. Mein GG und ich mussten so herzhaft lachen. Alleine dafür war das Vorlesen schon schön. Danke Dir dafür. Bei mir ist auch noch keine Weihnachtsdeko zu finden, da bin ich ganz dabei. Gebloggt habe ich auch wenig, allerdings liegt das daran, dass mein Schwiegervater immer noch im Krankenhaus ist. Deine Bilder sind wieder zauberschön. Und auf Regen warten wir gemeinsam. Dir einen lieben Gruß und ein charmantes Wochenende, Nicole

  • Antworten Varis 24. November 2018 at 11:54

    Langsam wird der Herbst vom Winter verdrängt, aber die neblig grauen Tage haben auch ihren Reiz und man kann es sich drinnen schön gemütlich machen.
    Dir ein angenehmes Wochenende!
    LG, Varis

  • Antworten Franziska 24. November 2018 at 16:46

    Bonjour.

    Ich lese hier immer mal rein (auch bei anderen aus 12von12 und den x Verästelungen) und hmmm, mein Sekundenglück schaute bisher so aus diesen Monat:
    Dem ersten Hauch von Herbstwind draußen vor’m Bäcker auf einem Stuhl trotzen und Buch (Scholl-Latours „Mein Leben“) + Milchkaffee + Zigarette zu trotzen (und ein paar zarten Regentropfen).
    Dann nochmal, während neben mir am gleichen Tisch sich eine Frau ebenfalls mit Lektüre (ich wage es nicht zu sagen: der EXPRESS) niederließ… Mein erster Gedanke nach ihrer Frage, ob sie sich dazusetzen dürfe war „OH GOTT! Bitte, nicht NOCH eine QUASSELSTRIPPE!!“! (An dem Tag gab es sehr viele davon.) Sie trank ihren Kaffee, las still vor sich hin, man verabschiedete sich sehr freundlich. (Vielleicht hatte ihr mein Hamstergesicht gefallen, wer weiß.)
    Einfach durch die Gegend spazieren, Offene Bücherschränke öffnen, dabei neue Welten entdecken (sich dabei auch mal wundern, staunen, amüsieren).
    Und dann eine Episode: Ich sitze in der Poppelsdorfer Allee auf einer Bank und weil da viele Hunde vorbeikommen, wird von mir auch mal gesphinxt, wer da so herumtollt. Da kam so eine Minikräusellockendame von rechts in mein Gesichtsfeld… Und weil ich an den meisten Hunden nicht einfach so vorbeisehen kann, sie sprang sofort auf meinen Blick an. Wir spielten dann Hide&Seek, während ich mir das Buch vor’s Gesicht hielt. Dem Hausherrn war es erst nicht recht, bis er merkte „Die ist sogar ganz nett.“ Aber streng ist er! Mei-o-mei! Lach! Die Kleine durfte nicht mal Männchen an meinem Knie machen. O.O Wir kamen ins Gespräch zu dem damaligen Buch von Ingrid Noll „Röslein rot“. Da geht es um eine Verbindung von Krimi meets „Alte Meister als Inneren Halt“.
    Im Moment habe ich keinen Blog. Mir ist die DSGVO zu doof. Sonst könnte man dort solche Begegnungen lesen. Aber es juckt in den Krallen. Lach.

    Einen angenehmen Samstag!

    Franziska

  • Antworten Ivonne 24. November 2018 at 19:54

    Was für ein schöner Rückblick! So tolle Fotos und ist das eine Curly Dame die die grauen Härchen bekommt?
    Ich geh jetzt mal weiter stöbern. Hier gibt es sicher ganz viel zu entdecken.
    Herzliche Grüße
    Ivonne

    • Antworten Andrea 24. November 2018 at 20:26

      Hallo Ivonne,
      genau, das ist eine Curly (Coated Retriever)-Dame. Richtig erkannt!
      Liebe Grüße
      Andrea

  • Antworten Sylvia Dunn 24. November 2018 at 22:09

    Liebe Andrea auch von mir Glückwunsch zum Gewinn. Wir waren heute notgedrungen in der Stadt unterwegs, der Weihnachtswahnsinn ist schon im vollen Gange. Wir mussten leider eine neue Waschmaschine kaufen. Unsere alte hat heute den Geist aufgegeben. Es war Himmel und Hölle unterwegs. Ich mag Menschenansammlungen nicht mehr so.
    Vielen Dank für Deine schönen Bilder. Leider war es diese Woche auch sehr grau und trübe, man hatte das Gefühl es wird garnicht richtig hell. Hab ein schönes Wochenende. Lieben Gruß Sylvia

  • Antworten Angys Atelier 25. November 2018 at 9:51

    Glückwunsch zum Gewinn.
    Meine Armstulpen begleiten mich in diesen Tagen auch immer.
    Gestern hatten wir wunderbaren Sonnenschein, doch Ich glaube heute verliert die Sonne gegen den Nebel…
    Liebe Grüsse
    Angy

  • Antworten niwibo 25. November 2018 at 17:42

    Liebe Andrea,
    so grau war Deine Woche doch gar nicht, da waren zum Beispiel die leuchtend rosa Himbeeren im Müsli…
    Es gibt ja jeden Tag irgendwo einen Farbklecks.
    Obwohl wir heute morgen auf unserem Waldspaziergang im Nebel versunken sind, morgen mehr dazu.
    Dir einen kuscheligen Abend, liebe Grüße
    Nicole

  • Antworten swig – filz felt feutre 25. November 2018 at 17:59

    Mit dem Ergebnis Deiner Farbtupferjagd kannst Du zufrieden sein!
    Ich liebe die rosa Zungenspitze der Lockigen!
    Herzliche Grüße und eine gute Woche

  • Antworten Karin Be 25. November 2018 at 22:00

    Tja, ich gehöre wohl zu denen, die, ein paar Kilometer weiter nördlich, Sonne abbekommen haben. Trocken ist es hier allerdings auch. Die vielen kleinen Bachläufe in der Umgebung sind völlig ausgetrocknet. Jetzt hat man zum Wochenbeginn und für die kommenden Woche Regen angesagt – oje – wenn der Aufbau und der Weihnachtsmarkt stattfinden.
    Schöne, goldige Bilder, die Du geteilt hast!
    Mit vielen Grüßen für die neue Woche,
    Karin

  • Antworten mano 26. November 2018 at 6:59

    das wiruwaruwolz hat mir gerade allerbeste stimmung gemacht!! ich muss wohl wieder öfter wieder zu herrn morgenstern oder herrn ringelnatz greifen!!
    deine farbkleckse im novembernieselhimmelsgrau finde ich sehr schön und vom lockenmädchenbild mit den wenigen weißen (oder weisen!) haaren bin ich natürlich wieder ganz entzückt.
    liebe montagsmorgengrüße
    mano
    …und wenn ich wieder besser lesen kann, werde ich deinen norwegischen spuren sicher folgen!

  • Antworten Claudia 26. November 2018 at 7:21

    Liebe Andrea,
    danke für die herrlichen Herbstbilder und Deinen schönen, vollgepackten Wochenrückblick!
    Herzlichen Glückwunsch auch zum schönen Gewinn, cih freu mich mit Dir mit!
    Ich wünsche Dir einen guten Start in eine zauberhafte neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  • Antworten jahreszeitenbriefe 26. November 2018 at 10:47

    Heute hat uns das Novembergrau voll erreicht… Aber du zeigst ja, dass es dennoch Novemberlichter zu entdecken gibt… Ich verweigere auch – umgeben von glitzerleuchtenden Fenstern – noch den Adventsschmuck. Mache ich nie vor dem 1. Advent. Da in den Wäldern vor sich hin gammelnde Totholz ist ja immerhin noch zu was nütze für die Lebewesen, die damit den neuen Boden für neue Bäume bereiten. Hoffentlich werden auch welche gesetzt… Liebe Grüße Ghislana

  • Antworten Sina 26. November 2018 at 11:01

    Ach, was schaut sie hübsch aus, eure Hundedame, die 10 Jahre sieht man ihr so überhaupt nicht an – unser Herr Bohne ist etwa im gleichen Alter und hatte sein erstes grau bereits als Baby-Böhnchen 🙂 Ich mag die grauen Nebeltage zwischendurch ganz gern, sofern sich irgendwann auch die Sonne wieder sehen lässt.

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