Wochenrückblick

Romantiker entlaufen

15. September 2018

Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! sein Sie munter,
Das ist ein altes Stück.
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.

Heinrich Heine

GELACHT: Kein Wunder, dass man Heinrich Heine auch gern als den „entlaufenen Romantiker“ bezeichnet. Jedenfalls habe ich sein Gedicht oft im Ohr, wenn ich mal wieder einem spätsommerlichen Sonnenuntergang nachseufze.

GEPFLÜCKT: auf der Schweizer Blumenpflückwiese bunte Dahlien und Zinnien. Mit der Vase und den beiden Kürbissen ist jetzt die Deko eindeutig Richtung Herbst gerutscht.

GEROLLT: habe ich auch gleich drei Kürbisse in den kühlen Vorratskeller: grünen und orangenen Hokkaido und gelben Butternut.

 

GELASSEN: habe ich diese Zinnie auf dem Feld, ich wollte ihre Besucherin doch nicht stören.

GENOSSEN: dass es immer noch Beeren aus deutschen Landen gibt. Ich gebe es zu, ich bin beerensüchtig, so lecker und so bunt! Ich habe auch schon einige eingefroren…

GESTAUNT: dass ich nach dem MRT jetzt wieder eine neue Diagnose für meine linke Schulter bekommen habe. Dabei geht es der wieder besser, aus der rechten muss die Entzündung erst mal endgültig weichen. Ich sehne mich schon der Krankengymnastik entgegen, denn untätig zu warten, finde ich ätzend.

GELAUFEN: wieder mit dem Hund, der absolut nicht an der Leine ziehen darf. Nach der Frührunde mit Herrchen nimmt sie auch brav Rücksicht und schnüffelt lieber im Nahbereich.

 

(unaufgeforderte und unbezahlte Werbung, da Namensnennung)

GELESEN: Ein finnisches Buch – Minna Rytiksalo: „Lempi, das heißt Liebe“.  – Zum ersten Mal wurde mich richtig klar, was während des zweiten Weltkrieges in Finnland abgelaufen ist. Ich hatte nur den finnisch-russischen Winterkrieg 1939-1940 im Kopf. Dieser Roman war der Anlass, die Geschichte (mittels der angehängten Informationen und Netzinfos) historisch zu hinterfüttern. Das Buch hat mich berührt und mitgenommen. Mir gefiel der Erzählstil und das -tempo, das sehr zu Finnland passt.

Mittendrin bin ich bei Christian Torkler: „Der Platz an der Sonne“.  Ein Gedankenspiel, was geschähe, wenn die europäische Geschichte nach dem zweiten Weltkrieg eine ganz andere, und das reiche Afrika Ziel flüchtender Europäer wäre.  Ich bin gespannt, der Protagonist wird sich wohl im nächsten Kapitel auf den Weg machen…   Auf jeden Fall liest es sich gut, ich werde nächsten Samstag mal mein Resümee an dieser Stelle einstreuen.

 

GELANDET: gestern auf dem Gladiolenfeld. Hier geht es kunterbunt zu. Da mein Monatsmotto im September ja „Farbe in den Alltag“ heißt, kann ich ja hier nicht einfach vorbeisausen…  Von Tiefdunkelviolett über zwei Gelbtöne zu Weiß ging mein Farbweg.

GEGESSEN: allerlei Buntes, habe ich ja schon am 12ten gezeigt.

GEKAUFT: ein rosa-schwarz geringeltes Shirt. Die senfgelbe Hose habe ich jetzt doch gestrichen. Wie wäre es mit „glühweinrot“? Was meint Ihr? Auf jeden Fall muss ein Farbklecks in das Hosenblau und -schwarz.

 

GESEUFZT: angesichts der Sonnenuntergänge am See. Siehe oben bei Herrn Heine. Aber ich war da nicht allein. Nein, nicht dass ein allgemeines Geseufze am Ufersaum zu hören war… Aber überall standen die Leute mit Handy oder Tablet und fotografierten. Ich war die Einzige mit Kamera.

GEMERKT: auch abends am Ufer, dass hier nun die Sommerferien zu Ende gegangen sind. Nun sieht man hier vor allem die Altersklasse von Touristen, deren Kinder aus dem Haus sind.

GEWUNDERT: wie wenig Wasser im See ist. Normalerweise würde ich vom unteren Fotostandort eigentlich nasse Füsse bekommen, mindestens…

 

 

GENÄHT: leider immer noch nichts. Allmählich bekomme ich Entzugserscheinungen. Dafür habe ich heimlich GEBÜGELT, aber immer nur vier Teile, das verkraftet die Schulter noch gut.

GEMESSEN: wurden die kleinen, frischen Enkelkinder dieses Jahres. Der Junibub hat das Märzmädchen größenmäßig eingeholt.

GESCHAUT: jeden Tag nach den neuen bunten Alltagsideen beim Monatsmotto. Habt Ihr Euren bunten Beitrag auch schon verlinkt?

 

 

GESPANNT: bin ich auf die Haarseife, die ich mir bestellt habe. Bislang habe ich nur Gutes über sie gelesen. Immerhin wäre es eine Möglichkeit, den Plastikmüll der Shampooverpackungen zu vermeiden.

GEFREUT: dass eine große deutsche Supermarktkette jetzt in ihrer Obst- und Gemüseabteilung feine, hauchdünne Stoffbeutelchen anstatt der leidigen Plastikbeutel  zum Kauf anbietet. Leute, es gibt nun keine Ausreden mehr: sie liegen in den Bio- und auch normalen Supermärkten, Ihr braucht euch nicht hinter die Nähmaschine zu schwingen. Greift zu und benutzt sie (diese oder eure selbstgemachten).

GEPLANT: für morgen eine feine neue Blogvorstellung. Vielleicht hat die eine oder andere von Euch den Hinweis, welche Bloggerin hier ein bisschen aus dem „Nähkästchen“ plaudern wird, schon auf deren Blog wahrgenommen. Also: auf jeden Fall am Sonntag hier vorbei schauen.

 

Jetzt aber schnell zum Markt und danach gleich in die Stadt. Wir möchten in einem Fachgeschäft eine gute Beratung, da sollten wir dann auch rechtzeitig vor Ort sein, bevor es voll wird.

Und? Was meint Ihr zur glühweinroten Hose? Habt Ihr Euch für den kommenden Herbst schon etwas neues Buntes gekauft oder selber genäht?

Macht Euch auf jeden Fall ein knallbuntes Wochenende und schaut morgen mal hier rein.

Verlinkt beim Samstagsplausch von Andrea / Karminrot  

  • eva 15. September 2018 at 7:47

    Guten Morgen Andrea,

    herrlich die Sonnenuntergänge, mir war das leider nie vergönnt, sie zu fotografieren. Aber auch das kommt noch.

    Jetzt mußte ich lachen wegen Heinrich Heine, wir waren an der Loreley, der SchöneWildeMann hatte dort zu tun und
    klar „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…. usw.!

    Da saß ich dann auf dem Felsen und kämmte mein goldenes, langes Haar. Naja, träumen darf man ja. :-))

    Hübsch sind deine Blumen und ich hoffe, dass ich es noch schaffe, den Farbenpost zu schreiben. Geht ja auch auf den letzten Drücker.

    Mit lieben Grüßen Eva

  • Maren 15. September 2018 at 8:32

    Was für ein schönes, augenzwinkerndes Gedicht. So mag ich den Heine.
    Ich gebe zu, bei Hosen bleibe ich immer “farblos” schwarz, blau, beige, schlammgrün…. dann passen die verschiedenen bunten Oberteile besser. Aber warum nicht, wenn’s passt. Farbenmutig!
    Lg Maren

  • nic 15. September 2018 at 8:59

    Grins. Ja, glühweinrot geht, das ist bei mir auch schon im Kleiderschrank, sehr herbstlich. Und das heimliche Bügeln stimmt mich heiter – ich bügle ganz unheimlih am liebsten gar nicht….Schönes Wochenende. ♥nic

  • Centi 15. September 2018 at 13:15

    Das ist mal ein schönes Gedicht! Gefällt mir.
    Und ein hübsche Blumenvase hast du da. Ein ungewöhnliches Muster!

  • Meine Kraftquelle 15. September 2018 at 14:21

    Oh, deine Bilder sind ein Traum! So tolle Farben, so schöne Motive!
    Ich freue mich über deinen kurzweiligen Text, bei dem ich zwischendurch auch schmunzeln musste.
    Habe ein schönes Wochenende.
    Viele Grüße von Tanja

  • Frau Augenstern 15. September 2018 at 17:59

    Liebe Andrea,
    hach wie schön, das Gedicht von Heinrich Heine gefällt mir sehr und passt so gut zu deinen tollen Meerbildern. So ein schöner Sonnenuntergang, traumhaft schön!! 🙂 Und ich liiiiiiebe Zinsen – tolles Foto.
    Du Liebe, ich wünsche dir ein tolles Wochenende – lass es dir gut gehen.

    Herzliche Grüße aus Heidelberg,
    Annette

    • Andrea 15. September 2018 at 19:13

      Hallo Annette,
      es ist aber bloß das „Schwäbische Meer“, sprich der Bodensee.
      Du meintest Zinnien nicht „Zinsen“ gell ? Ich musste erst mal rätseln.
      Liebe Grüße
      Andrea

  • Nicole/Frau Frieda 15. September 2018 at 19:01

    Bei diesem Sonnenuntergang hätte ich auch sofort meine Kamera gezückt, liebe Andrea. Ich kann die „Meute“ verstehen ;)) Und die senfgelbe Hose ist tabu? Ich habe mir vor einigen Tagen eine senfgelbe Strickjacke gekauft und heute neue Wanderschuhe.. jawoll! Die kann ich sogar mit Pril-Wasser abbürsten. Cool was?! Lieben Wochenendgruß, Nicole

    • Andrea 15. September 2018 at 19:14

      Jetzt bringst du mich wieder ins Wanken… vielleicht doch senfgelb…
      Liebe Grüße
      Andrea

  • Astridka 15. September 2018 at 19:14

    Oh je, Fragen hast du? Farbige Hosen sind bei mir eher selten, da habe ich wenig Meinung zu…
    Sonnenuntergänge auch, selbst gestern Abend nicht. Aber der Blick ging da auch eher nach Osten.
    Kein Wunder, wenn der See kaum Wasser hat, dass der Rhein auch ziemlich leer ist, wie ich auf der Heimfahrt gesehen habe.
    Ansonsten bin ich müde, und daher kommentierfaul…
    Einen schönen Sonntag!
    Astrid

  • ninakol. 15. September 2018 at 21:03

    Nochmschnell Einemabendkochen Dankes Gruss, so schöne Bilder! Und gleich zur Hosenfarbe: purpur, dunkelviolett, wie auch immer… Passt zu viel mehr als senfgelb. Auch elegant. Senfgelb ist sicher die hellere und peppigere Farbe, aber schwieriger. Zieh einfach Mal an, wenn Du die Möglichkeit hast. Mir steht gelb zB gar nicht so gut, weil ich die Hälfte des Jahres einfach zu hellhäutig bin. Ansonsten, ja, definitiv Farben in den Kleiderschrank!
    Weiterhin gute Besserung!
    Liebe Grüße
    Nina
    Nin

  • Pia 16. September 2018 at 11:22

    Also ich trage sehr gerne meine Weinrote Hose und habe mir Neu ganz aussergewöhnlich eine Petrolfarbene gekauft und siehe da, so vieles von meiner Garderobe passt dazu. Ich bin ja schon ganz lange auf der suche nach einer Kupferfarbenen Hose, ich hatte schon mal eine und die wurde von mir getragen bis sie kaputt war, was nicht so viel vorkommt, Also Andrea sei Mutig beim Kauf denn dann macht es dich glücklich, blaue Jeans kann jeder aber Mut zur Farbe beflügelt.
    L G Pia

  • Kunzfrau 16. September 2018 at 14:59

    Hach, ganz wunderschöne Sonnenuntergangsfoto’s. Ich seufze auch gerade! Und Beeren!!! Ja ich liebe die auch!

    Gruß Marion

  • swig – filz felt feutre 16. September 2018 at 21:35

    Herrlich Deine Bilder! Gladiolen gehören wirklich nicht zu meinen Lieblingsblumen, aber Deine sind grossartig abgelichtet. Von den Landschaften ganz zu schweigen!
    Liebe Grüße und eine gute neue Woche!

  • Karin Be 16. September 2018 at 23:48

    Hach, diese Sonnenuntergänge! Da wünsche ich mir wieder am Wasser zu wohnen, wie so oft.
    Haarseife benutze ich seit inzwischen zwei Jahren in fester Form. Selbst meine flusigen, langen Haare machten die Umstellung mit. Allerdings hatte ich damit auch schon richtig schlechte Erfahrungen, als ich andere Sorten ausprobierte.
    Was sind eigentlich die grünen Kuller in Deinem Beeren-Cocktail?
    Viele Grüße,
    Karin

    • Andrea 17. September 2018 at 8:23

      Hallo Karin, die grünen „Kuller“ sind Mini-Kiwis.
      Liebe Grüße
      Andrea

  • Gretel 19. September 2018 at 17:47

    Den Heine mag ich auch, mit seiner feinen spöttischen Art – das kleine Gedicht liebe ich.
    Das Arrangement mit Strauß im Keramikkrug und den Kürbissen ist so ganz meins und könnte genau so bei mir zu finden sein.
    Schöne See-Bilder wieder. Mir fehlt das Wasser hier so.
    Liebe Grüße

  • Rosi 19. September 2018 at 22:01

    herrlicher Sonnenuntergang
    ja zur Zeit werden wir damit verwöhnt
    dazu ein Beitrag der mich manches Mal schmunzeln läßt 😉
    gute Besserung für deine Schultern

    Hosen habe ich auch nur blau und schwarz und beige für den Sommer 😉

    liebe Grüße
    Rosi