Wochenrückblick

Bewegte Unbeweglichkeiten

25. August 2018

Im Sommerhaus ist es still
Ich liege unbeweglich da und
verfolge die ziehenden Wolken.

Matsuo Bashō (1644 – 1694)

Ich hoffe, der große japanische Haiku-Dichter Bashō lag dort freiwillig, entspannt und gesund im Sommerhaus, und nicht wie ein auf den Rücken gefallener Käfer, der sich nicht mehr selbstständig aufrichten kann.
Dann ist es nämlich vorbei mit Meditation und gelassener Weltbeobachtung. Woher ich das weiß?

Hallo, wie geht es Euch? Wie war Eure Woche? Meine war bewegend unbewegt…

GENERVT: eigentlich nervt mich gerade alles, was aber vor allem darin begründet liegt, das mich dieses Mal meine rechte Schulter im Stich ließ und auf die erste Therapie noch nicht reagierte. Drückt mir die Daumen, dass die zweite anschlägt und ich in zwei Wochen mit der Physio beginnen kann.

GEKNIPST: nur ein paar Handyfotos (siehe ganz unten und bei Instagram), denn ich kann meine Kamera nicht hoch halten (*heul)

GESCHAUT: nach Schmetterlingen und habe nur ein paar vereinzelte Eisvögel, Kohlweißlinge und Kaisermäntel entdeckt. Oben seht Ihr ein Suchbild mit Hummel. Aber sie sind dort schnell wieder weg, denn bei diesem Neophyten (Indisches Springkraut) scheint nicht viel zu holen zu sein.

GEFREUT: mal wieder über den Zibarten-Hain (siehe unten), denn Zibarten werden allmählich selten hier im Badischen, wie ich diese Woche in der Tageszeitung las. „Zibärtle“ sind wohl schon seit der Keltenzeit in Südbaden heimisch und bildeten wilde Hecken, die der modernen Landwirtschaft zum Opfer fielen. Für den Obstbrand sind sie sehr begehrt.

 

(Werbung, da Nennung von Buchtitel und Link zu Rezension)

GELESEN: Da ich nicht nur vorbei ziehende Wolken betrachten möchte, komme ich gezwungenermaßen viel zum Lesen…
Alex Capus: Königskinder, das ich hier rezensiert habe.
Sehr gefallen hat mir Eve Harris: Die Hochzeit der Chani Kaufman. Ein Abstecher in das Leben chassidischer Juden in London. Dies war nicht mein erstes Buch zu dem Thema. Unterhaltsam, aufschlussreich und spannend.
Gerade begonnen habe ich Majgull Axelsson: Ich heiße nicht Miriam. Die 85jährige Miriam, die als KZ-Überlebende nach Schweden kam, offenbart nach Jahrzehnten ihre wahren Wurzeln, die gänzlich andere sind, als ihre Umgebung und Familie ahnen. Sehr berührend!

GEKOCHT: naja, mit dem Schwingen des Kochlöffels hapert es gerade bei mir, so dass ich diesen meinem Mann überlassen muss, aber ständig dreinquatsche…  Da liegt dann auch noch ein Kochbuch der israelischen Küche, das ich rezensieren möchte. Ein paar Rezepte habe ich schon zum Ausprobieren an meine Töchter delegiert, denn nur von „außen“ und bloßem Lesen kann ich das nicht vernünftig beurteilen. Nächste Woche teste ich dann auch mal was Leckeres daraus. Hoffentlich auch ein bisschen ohne Koch-Hilfe, seufz.

GEWUNDERT: über diese prächtige Schmetterlingsraupe. Nach etlichen Recherchen tippen wir auf den Mittleren Weinschwärmer.
Den haben wir in Natura noch nie gesehen. Ob wir ihn nach dem Schlüpfen nach der Überwinterung begegnen? Wenn wir mit der Bestimmung richtig liegen, ist es ein sehr hübscher, seltener und auch gefräßiger Schwärmer, der sich gern auf das Indische Springkraut stürzt. Passt perfekt, steht gleich um die nächste Waldecke.
Andere Falter findet ihr noch bei meinem Monatsmotto Schmetterling, hier gab es wieder wunderschönen Zuwachs.  Danke für Eure tollen Beiträge!!!

GESESSEN: beim Orthopäden, zu dem mich mein Mann kutschieren musste. Das Wartezimmer war ziemlich leer. Gutes Timing, perfekte Organisation, weniger Arbeits-, Sport-, Skiunfälle  oder sind alle Kranken im Urlaub?

GEHOFFT: auf baldige Besserung. Ich verspreche, dass ich dann auch fleißig zur Physio gehe (aber zu einem anderen Physiotherapeuten!!!) und artig dann die (endlich richtigen) Übungen machen werde.

Heute geht es wieder auf den Markt und in die Stadt. Im letzten Sommer musste ich wegen des lädierten Stimmbandes meine Wünsche beim Einkauf wispern, jetzt muss ich um Hilfe beim Einpacken der Beeren bitten, weil es einhändig so schwierig ist…
Da freut man sich immer über freundliches Entgegenkommen und Verständnis.

Ward Ihr schon mal wegen Krankheiten oder Verletzungen ausgeknockt und auf die Hilfe Eurer Umwelt angewiesen? Was habt Ihr da an Erfahrungen gemacht? Hat Euch das an Eurer Einstellung zum Leben und zum alltäglichen Umgang verändert?

Macht Euch ein schönes Wochenende. Falls es regnet, schaut ihn mit liebevollen Augen an und freut Euch drüber.

verlinkt beim Samstagsplausch von Andrea  (Karminrot-blog)

  • frau nahtlust 25. August 2018 at 7:30

    ach, herrje, liebe Andrea, da hoffe ich, dass du bald die richtigen Übungen bekommst und deine Arme sich bald wieder vernünftigt bewegt bewegen lassen! Gute Besserung! Und genieße das Wochenende und lass dir gut helfen. LG. SUsanne

  • nic 25. August 2018 at 8:53

    Das klingt nach der Physiotherapeutin die mein Mann hatte – sie empfahl absolutes Ruhigstellen, wo ein anderer später sagte das sei der dümmste Ratschlag den er in einem solchen Fall bislang gehört hätte…dessen Übungen macht er noch heute. Gute Besserung wünsche ich Dir und ein gutes Wochenende. ♥nic

  • mano 25. August 2018 at 9:28

    auch von mir gute besserung!! ich kenne ja auch diese schulterschmerzen und habe gerade im winter dann immer abends ein warmes getreidesäckchen dort liegen… bei 30 grad aber nicht unbeding zu empfehlen!
    ich wurde ja gerade beim laufen ausgeknockt und hab dabei positives und negatives erlebt. einige menschen machten immer platz, hielten an, warteten, wenn sie aufmerksam waren und sahen, dass ich gehumpelt bin (oft mit schmerzverzerrtem gesicht) und machen ein freundliches gesicht, boten mir hilfe an wie salbe und schmerztabletten (danke nochmal an das nette motorradfahrerpaar!!). auch die hotelangestellten waren sehr hilfsbereit.
    ganz negativ aufgefallen sind uns in norwegen allerdings reisebusse voller asiatischer touristen, die rücksichtslos die hotelhallen belagerten , keinen platz fürs durchgehen ( geschweige denn platz auf den sofas und sesseln in der halle) machten, sich beim frühstücksbufett ständig vordrängelten. noch schlimmer verhielten sie sich, wenn sie aus bussen an die aussichtspunkte stürmten und sie nichts anderes interessierte als selfies zu machen (ich mit wasserfall, ich mit fjord, ich mit berg….). das war wirklich gruselig und extrem rücksichtslos gegenüber anderen. ich wurde trotz humpelns mehrfach angerempelt und regelrecht an die seite geschubst. einzeln sind es bestimmt alles sehr nette menschen gewesen, aber in der offensichtlichen hektik ihrer touren (20 fjorde in 2 tagen..,.) verbunden mit schlafmangel wurden sie leider zu äußerst unfreundlichen gesellen. mir hat das gezeigt, dass ich wirklich noch aufmerksamer als bisher gegenüber anderen sein möchte.
    von zibarten hab ich noch nie etwas gehört und so eine tolle raupe auch noch nie gesehen.
    ein hoffentlich schmerzfreies wochenende und liebe grüße
    mano

  • Pia 25. August 2018 at 10:15

    ja ich weiss von was du sprichst, liebe Andrea. Ich plage mich schon mehr als ein Jahr mit meiner Schulter, langsam wird es besser, oder ich habe mich an die Einschränkungen gewöhnt. Wenn man z.B. nicht mal mehr die Haare Fönen kann, das geht an die Moral. Ich verstehe dich und würde dir so gerne ein Patentrezept gegen die Schmerzen geben. Aber da gibt es leider keines, weil fast bei jedem etwas anderes hilft, habe ich die Erfahrung gemacht. Meine Physiotherapeutin (ich mag diese Praxis schon nicht mehr von innen sehen), legte mir den Magnesium Spray sehr ans Herzen um die Muskulatur örtlich einzureiben, ich glaube der nützt. Mein Mann benutzt ihn auch bei Verspannungen.
    Auf jeden Fall wünsche ich dir die nötige Geduld und baldige Besserung, Pia

  • Ursula 25. August 2018 at 11:24

    Gute Besserung – ja schrecklich auf jemand angewiesen sein zu müssen…. Den oder die passenden Physio zu finden ist schwer.
    Schulter ist ja auch so ein heikles Thema.
    Schönes Wochenende.
    LG
    Ursula

  • Haller Stadtperle 25. August 2018 at 11:41

    Hallo. Akut habe keine Schmerzen, aber ich weiß, wie es ist, wenn man beeinträchtigt ist. Da ist man um jede Hilfe dankbar. In solchen Situationen wird mir dann immer wieder mehr bewusst, wie wichtig die Gesundheit ist und man mehr darauf schauen sollte. Leider geht dies oft im Alltag zu sehr unter!?
    Ich wünsche dir gute Besserung! Liebe Grüße, Simone

  • Gretel 25. August 2018 at 13:32

    Alles Gute und schnelle Besserung wünsche ich dir.
    Der Wein sieht so prächtig aus, ein tolles Foto.
    Israelisches Kochbuch – das klingt spannend, da kenne ich mich gar nicht aus, würde aber gerne mehr erfahren.
    Liebe Grüße und schönes Wochenende!

  • Buchbahnhof 25. August 2018 at 13:44

    Liebe Andrea,
    ich drücke feste die Daumen, dass du bald auf dem Weg der Besserung bist! Ich kenne eine solche Situation zum Glück nicht, kann mir aber vorstellen, dass es sehr einschränkend ist, wenn man auf Hilfe anderer angewiesen ist. Gut, wenn man dann eine starke Familie um sich rum hat, die einen unterstützt.
    Ich wünsche dir ein entspanntes Wochenende
    LG
    Yvonne

  • Sylvia Dunn 25. August 2018 at 14:47

    Liebe Andrea, na ich fühle total mit Dir. Im Augenblick ist meine Schulter extrem schlimm geworden, ok durch den Urlaub habe ich meine Übungen nicht täglich gemacht. Zum Glück ist es noch nicht so schlimm wie bei Dir. Ich drücke Dir die Daumen, das es bald anschlägt und besser wird.
    Schöne Bilder hast Du uns gezeigt. Gute Besserung und habe ein schönes Wochenende.
    Lieben Gruß Sylvia

  • verfuchstundzugenäht 25. August 2018 at 16:09

    Ach wei! Schicke eine Portion zuversicht+Geduld!

  • Meisje 25. August 2018 at 16:40

    Gute Besserung liebe Andrea, ich bin sicher das es mit viel Geduld bald besser wird!
    Wie schön das ich heute deinen wunderbaren Blog gefunden habe, du machst fantastsiche Bilder!!!
    Hab es fein meine Liebe, keep calm! Dein Meisje

  • Eva 25. August 2018 at 17:00

    Auweihaa, die Schulter, jaaa, ich weiß, wie weh das tut. Ich bin Ende April vom Rad direkt auf die Schulter gefallen. Ich sage jetzt nix weiter. Ich konnte nicht mal den Arm mehr alleine hochheben und im Moment fehlt mir auch die Kraft.

    Aber ich habe so gut es geht mich mit Schmerztabletten gerettet und ja doch es wird besser. Aber schlimm ist es natürlich schon, wenn du nicht mal den Foto halten kannst. Ich hoffe die KG hilft auch.
    Ich wünsche dir gute Besserung und ein schönes Wochenende.
    Bei mir ist eine Sehne gerissen, aber der Arzt sagte, dass ich das nicht machen lassen soll, das würde von alleine heilen, also gut.

    Lieben Gruß Eva

  • Judika 25. August 2018 at 18:03

    Liebe Andrea,
    aus leidvoller Erfahrung weiß ich schlimm Schulterschmerzen sind und wie unglaublich lange es dauert bis sie heilen. Rat habe ich leider keinen für Dich. Selber habe ich mir nach meinem Fahrradunfall immer wieder vorgesagt: „Auch das geht vorüber.“
    Ich schicke Dir eine große Portion Geduld und Gelassenheit,
    viele Grüße Margot

  • Kunzfrau 26. August 2018 at 8:57

    Schulterschmerzen sind was gräßliches. Ich kann da auch ein Lied von Singen. Mich begleiten die schon ewig und so richtig wegghene wollen die entfach nicht. So hoffe ich für dich, dass bei dir alles gut wird!

    Gruß Marion

  • Mummel 26. August 2018 at 10:19

    Oh weia…da wünsche ich dir gute Besserung und baldige Genesung. Ja der richtige Therapeut ist wichtig.Ich habe schon die Erfahrung gemacht das manche „Fachleute“ es eher schlimmer als besser machen. Schönen Sonntag
    LG Mummel

  • niwibo 26. August 2018 at 19:32

    Da wünsche ich Dir ganz schnell gute Besserung.
    Auf andere Leute angewiesen zu sein ist immer schrecklich.
    Ich hatte es zwar noch nicht, aber ich kann es mir sehr gut vorstellen.
    Nein, alleine alles zu machen ist schon besser.
    Nun mach schön Deine Übungen und lass Dich ein wenig verwöhnen, lieben Gruß
    Nicole

  • Karin Be 26. August 2018 at 22:46

    Ach, Andrea! Da drücke ich Dir alle Daumen, dass es endlich mit einer Besserung voran geht!
    Wie es ist auf Hilfe angewiesen zu sein kenne ich nur zu gut, aber solange man seine Strecken selber laufen kann lässt es sich besser auszuhalten. „Du kannst essen und du kannst laufen …“, waren die Worte meiner Tochter, als mein Kopf vor Schmerzen und Frust nach meinem Armbruch vor zwei Jahren ganz tief hing. Sie erinnerte mich an meinen Knocheninfarkt im Fuß und die Hölle danach, als ich Wochen und Monate, Jahre, Therapeuten und Ärzte wie die Wäsche wechselte, bis endlich die Diagnose fest stand – leider erst nachdem der Knochenabschnitt abgestorben war. Aber ich kann wieder laufen und ich bin den Helferinnen und Helfern in dieser Zeit dankbar, dass sie meine Launen ertragen und es mir leicht gemacht haben, ihre Hilfe anzunehmen.
    So bereit ich bin zu helfen ist es mir für mich selber jedoch am liebsten mich sallein zu kümmern. Doch gibt es Zeiten, Situationen, die einfach nicht ohne Hilfen zu schaffen sind. Inzwischen fällt es mir leichter Hilfeangebote anzunehmen.
    Themenwechsel:
    Hast Du Samen von den Zibarten? Ich zahle gerne das Porto!
    Und schade, Schmetterlinge kamen mir im August nicht vor die Kamera, egal welcher.
    Gute Besserung und ganz viele liebe Grüße,
    Karin

  • ninakol. 26. August 2018 at 22:49

    Hi, als allererstes ganz viel Gesundheit und guten Besserung!
    Abgesehen davon wieder so schöne Bilder! Auch mit dem Handy machst du schöne Fotos!
    Einen guten Start und hoffentlich weniger Schmerzen
    Und ganz liebe Grüße
    Nina

  • Wolfgang Nießen 27. August 2018 at 11:38

    Ich drücke Dir die Daumen, dass es Dir bald wieder besser geht und die zweite Therapie anschlägt. Was Du gelesen hast hört sich sehr interessant, da ich immer noch eine Leseratte bin, und auch bleiben möchte, bin ich für gute Empfehlungen immer dankbar.
    Die Bilder sind sehr schön, besonders die Raupe hat mich beeindruckt.
    Ich wünsche Dir einen guten Start in die Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  • Schwarzwaldmaidli 27. August 2018 at 14:02

    Oje, da wünsche ich dir gute Besserung und drücke dir die Daumen, dass die Physio schnell anschlägt. So gehandicapt den Alltag zu meistern ist ja nicht gerade toll.
    Das Buch von Majgull Axelsson hört sich sehr interessant an. Da muss ich mal schauen, ob es die Bücherei vielleicht schon hat. Danke für deine Tipps!
    Liebe Grüße
    Anette

  • Nicole/Frau Frieda 28. August 2018 at 19:43

    Ach, Du arme Maus. Du bist ja wirklich arg gebeutelt. Ich hoffe, Du wirst ganz schnell wieder gesund! Deine Fotos sind wieder wunderbar. Sehe ich da eine Mispel? Sie zu ernten bedarf es allerdings den ersten Frost, nicht wahr?! Dir einen schönen lauschigen Abend und einen lieben Gruß, Nicole