Monatscollage

Monatscollage im Dezember – ein Jahresrückblick

31. Dezember 2020

Mein Titelbild stammt aus den ersten Tagen des Lockdowns im März 2020. Treffender als auf dieser Litfasssäulenwerbung hätte man es nicht formulieren können, als diese/r (noch) ahnungslose Werbetexter/in.

Ein Monatsrückblick für den Dezember gäbe bei mir kaum etwas her. Dauergrau, Verzicht auf den Weihnachtsbesuch und umgeknickter Knöchel sind wenig ergiebig. Also versuche ich mich heute mal mit einer kleinen Rückblickcollage auf ein sehr „spezielles“ Jahr.

Für alles, was du verpasst hast,
hast du etwas anderes gewonnen.

Ralph Waldo Emerson (1803-1882) 

2020 mit angezogener Handbremse
Meine 12 Monate

1 – Perfekt getimt, die Tochter hat mit ihrem Mann Silvester in Rom verbracht. Wir haben den Minihund gehütet und uns auf ein spannendes neues Jahr gefreut. Die Natur machte schon Versprechungen

2 – Fasnacht wurde hier im Land fröhlich gefeiert. Während unsere Tochterfamilie in den Staaten schon voller Vorfreude auf ihren Besuch bei uns im Sommer blickte, beobachtete ich voller Sorge und böser Ahnungen eine herannahende pandemische Welle.

3 – Was bin ich froh, dass ich schon immer für Notfälle eine kleine Vorratshaltung betreibe. Toilettenpapier und Mehl wurden bei uns nicht knapp. Der Lockdown wegen hochschnellender Coronainfektionen im Ländle bescherte leere und stille Verkehrswege. (So still war es in den Folgemonaten nie wieder)

4 – Absagen überall. Auch der Familienbesuch war schon längst gecancelt, wie auch die geplante Mutter-Töchter-Reise.

5 – Sonne, Wärme und gute Nachrichten. Die Familie würde gegen Jahresende um ein neues Mitglied größer und reicher. Vorfreude ist immer gut und baut auf. Dann musste ich wenigstens nicht nur Gesichtsmasken nähen, sondern durfte mich auch an Babykleidung begeben.

6 – Viele neue Routinen wurden aufgebaut. Anderes Einkaufsverhalten etablierte sich, neue Wege wurden ausprobiert, gemerkt, dass Abstand zu manchen Mitmenschen wirklich wohltuend ist. Hatte ich Anfang des Jahres gehofft, dass in so einer Krise die Gesellschaft zusammenwachsen könnte, wurde ich mitterweile eines Besseren belehrt.
Eine weitere Lehre des Sommers: empfindliche, anspruchsvolle Pflanzen sind nichts für mich.

Halbzeit, Durchatmen.

7 – Den Sommer genießen, ist wichtig. Familienbesuche und Farben aufsaugen auf der Blumeninsel. Jaja, ich galt wieder als Schwarzseherin, als ich die zweite, noch größere Infektionswelle im Herbst voraussagte (naja, war ja auch nicht so schwer).

8 – Der Lockenhund machte uns immer wieder Sorgen. Es gab sogar einen Moment, wo wir Schlimmstes befürchteten. Aber Tierärtzin und Physiotherapeutin gelang es, den Hund wieder auf die Beine zu bekommen. Puh….

9 – Die Zwerge in der Familie wachsen mit Abstandhalten und Tragen von Mund-Nase-Schutz auf. Irgendwann werden sie (hoffentlich) ihren Enkel*innen davon erzählen können, dass sie das problemlos absolviert haben (während manche egoistischen Erwachsenen das verweigerten) . Die Urgroßeltern berichten von ihrer Kindheit im Krieg, das relativiert.

10 – Das Berghaus hat uns auch im Herbst nicht zu sehen bekommen. Die Fahrt über die Schweiz nach Norditalien ist uns nicht geheuer. Dann müssen wir halt hier an unseren geheimen Stellen Maroni sammeln.

11 – Der November ist nasskalt und grau. Der nächste Lockdown leitet ihn ein. Doch die Geburt des neuen Erdbürgers überstrahlt alles. Mutter und Kind sind gesund und munter.

12 – Eigentlich wollten wir gemeinsam mit den jungen Eltern und Baby Weihnachten und Silvester feiern. Doch man muss nicht alles tun was man darf. Man darf auch mal die Vernunft und die Vorsicht walten lassen. Ob wir uns im Januar treffen können?
Leider scheinen viele Mitmenschen lieber an einer dritten Welle zu bauen.

Was machte das Jahr erträglicher?

diese Frage stelle ich mir inspiriert von Susanne (Mamimade-Blog) , denn wo sich Negatives häuft, muss ja auch irgendwo was Tröstliches herumlungern. (Also jetzt außer dem Liebsten und der Family….)

Bücher

60 Bücher habe ich mir als Jahresziel gesetzt, 73 bislang geschafft. Auf dem Sofatisch gerät schon der Stapel der Bücher, mit denen ich ins neue Jahr starten möchte, schon bedenklich ins Wackeln.
Wie schön, wenn man in fremde Welten abtauchen und für einige Zeit mal das Zeitgeschehen zur Seite schieben kann.
Meine beiden Lieblingsbücher habe ich am Jahresanfang und am -ende gefunden:

(unbezahlte und unaufgefordere Werbung durch Nennung von Namen und Buchtiteln)
Patrik Svensson: „Das Evangelium der Aale“ – ich hätte nie gedacht, dass ich Aale mal so spannend finden würde. Ich werde niemals Aal essen, geht gaaar nicht!
Ursula Poznanski: „Cryptos“ – was für eine abenteuerliche Variante, in andere Welten einzusteigen. Derzeit wäre ich in Stimmung, mal die friedliche Jane Austen-Welt zu testen. Ich packe dann schon mal einen Picknickkorb.
Vielleicht komme ich dann dort dazu, mir ein paar Pilze anzuschauen, denn mein favorisiertes Sachbuch war in diesem Jahr Merlin Sheldrakes „Verwobenes Leben. Wie Pilze unsere Welt formen und unsere Zukunft beeinflussen.“
Tja, mein Lieblingskinderbuch hat auch wieder was mit Zeitreisen zu tun. „Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit“ von Torben Kuhlmann

Nähen

Das Arbeiten an der Nähmaschine lässt mich für eine Zeit alles Vergessen, ich bin voll in der Konzentration. Außerdem schaffe ich mit dem Genähten eine Verbindung zu den Kiddies, die so weit entfernt wohnen. Da sind immer viele liebe Gedanken mit vernäht.
Hurra, es durfte auch wieder ein Baby benäht werden. Klar, dass wieder ein Babyquilt unter der Nähmaschinennadel lag. Der Quilt war mein Nähfavorit dieses Jahres.

Das Lockentier

In Zeiten von Ausgangssperren werden finstere abendliche Hunderunden zum Privileg. Noch nie bin ich abends so gerne taschenlampenbewehrt mit dem Hund durch die Felder gestapft. Tagsüber ist so ein großer schwarzer Hund übrigens ein perfekter Abstandhalter. Einfach 1,50m Leinenlänge….
Kuscheln, Raufen, Tröstenlassen…. der Hund hat jetzt zwar nun 12 Jahre auf dem Buckel aber auch berufliche Erfahrung als Therapiehund. Täglich führt das Lockentier uns 3-4 mal aus, sorgt dafür, dass wir mit Näpfefüllen und Hundekuchenverteilen immer gut beschäftigt sind. Best Seelentröster ever.

Die Natur

möglichst einsame Waldwege. Ein bisschen Wiese und Feld darf es auch sein. Und ein bisschen Graben oder Rand dazu, falls andere Waldgänger entgegenkommen. Die meisten können nämlich nur nebeneinander und nicht hintereinander laufen. Also ehe es zu eng wird: ein bisschen Sport mit über Gräben oder Baumstämme springen wird auch eingebaut. Und viiiiel frische Luft. Shinrin yoku nennt man das jetzt. Egal, man muss nur die Bäume rechtzeigtig umarmen, ehe sie weiter abgeholzt werden.

Skype

So konnte ich dieses Jahr wenigstens mit denjenigen von Angesicht zu Angesicht schwätzen (ndt. klönen), die ich nicht persönlich treffen durfte. Außerdem sind die Kids in den Staaten gerade auf Homeschooling daheim. Da habe ich schon zwei Unterrichtsthemen übernommen. Was für ein Spaß.

Mein Blog

und ihr. Danke fürs Lesen, Kommentieren, Verlinken. Eure feinen, inspirierenden, informativen, aufbauenden und lustigen Blogbeiträge. Ohne das Bloggen und das Schmökern in Euren Blogs wäre es wirklich arg fad gewesen in diesem Jahr.

Bis zum nächsten Jahr. Bleibt gesund und passt gut auf Euch auf!

verlinkt bei Birgitts Monatscollage

  • nina. aka wippsteerts. 31. Dezember 2020 at 6:11

    Ach ja, da ist schon wieder Silvester und Du leitest den Tag wunderbar mit einer schönen Zusammenstellung ein. Das Zitat passt sehr gut! Habt einen guten Jahresabschluss, viel Gesundheit und Glück! (Natürlich wird die Welle uns noch weiter begleiten, nicht sehr abebben) Auf ein neues Jahr, Danke für Deinen schönen Blog. Er lässt mich oft nachdenken, aber auch an den schönen Bodensee reisen.
    Mit ganz lieben Grüßen
    Nina

  • frau nahtlust 31. Dezember 2020 at 6:56

    Liebe Andrea, was für ein feiner Jahresrückblick. Deine tollen Monatsthemen würde ich für mich als Highlights ergänzen, denn sie regen mich immer zum Tun und Nachdenken an. Ein dickes Dankeschön an dich für die feinen Beiträge, immer so fein formuliert und leseeinladend, für die Monatsthemen eben, passgenau gewählt, für die Kommentare und den Austausch, inspirierend und wertschätzend. Auch heute habe ich wieder gerne gelesen und freue mich auf das neue Jahr mit dir. Alles Gute für dich! Auf 2021!
    LG. Susanne

  • Nicole/Frau Frieda 31. Dezember 2020 at 9:33

    Soviel Schönes ist in diesem Jahr bei Euch passiert, liebe Andrea. Die Welt dreht sich einfach weiter, nicht wahr?! Ob mit Einschränkungen und Pandemie, oder nicht. Ich drücke ganz fest die Daumen, dass Du Deine Enkelchen bald fest in die Armen nehmen kannst. Ein Funke Hoffnung ist da..! Komm‘ gut ins neue Jahr. Herzlichst, Nicole

  • nic 31. Dezember 2020 at 13:10

    Liebe Andrea, wie gut dass es auch noch andere Dinge gibt als Corona, wobei das bei mir unerwartet an die Túr geklopft hat: Wir haben die ersten infizierten Familienmitglieder, die Beide am Sonntag unbedingt mit mir sprechen mussten…ich muss nun selbst zum Test. So schnell kann’s gehen – und den einen Sohn sah man heute im Supermarkt, trotz positivem Test…Dazu fállt mir nichts mehr ein. Bleib gesund, meide die Mitmenschen, man weiss nie wieviele Covidioten darunter sind. GLG nic

  • Birgitt 31. Dezember 2020 at 13:29

    …ein so ausführlicher Rückblick, liebe Andrea,
    auf dieses Jahr 2020…da sind dann doch einige Lichtblicke dabei, die sind es ja, die uns immer weiter machen lassen…und die Geburt eines Menschen ist doch die Hoffnung überhaupt, oder? versuchen wir das uns Mögliche, um die Welt für die neuen Erdenbürger lebbar zu machen…

    ich wünsche dir einen entspannten Start in das Jahr 2021,
    bleib zuversichtlich und hoffnungsvoll, möge es mit allen Aufs und Abs ein gutes Jahr für dich werden,
    liebe Grüße Birgitt

  • Magdalena 31. Dezember 2020 at 15:34

    Liebe Andrea, ein Rückblick, der es alles wunderbar zusammenfasst. Ich glaube, wir alle müssen uns darauf konzentrieren, so viel Positives wie möglich wahrzunehmen. Ich danke Dir für die großartigen Buchtipps, die Bilder vom See, die Geschichten vom Lockenhund, kurz, dafür, dass du uns ein wenig an deinem Leben teilhaben lässt.
    Alles, alles Gute für 2021
    Magdalena

  • kleiner-staudengarten 31. Dezember 2020 at 17:43

    Liebe Andrea,
    ein so treffendes Zitat hast du deinem Post voran gestellt… die kleinen Glücksmomente einsammeln und davon zehren macht doch auch die Würze des Lebens aus.
    Auch wenn das Jahr 2021 erstmal so weitergeht wie 2020 endete, so wird es sicher auch wieder viele Lichtblicke geben. Und ich drücke die Daumen, dass einer recht bald möglich ist, wenn du deinen kleinen Enkelsohn in die Arme nehmen kannst.
    Einen gemütlichen Silvesterabend und einen guten Rutsch in ein frohes und gesundes Neues Jahr wünscht dir Marita

  • Astridka 31. Dezember 2020 at 18:46

    Schön, dass du Susannes Idee aufgegriffen hast. Ich hatte auch damit geliebäugelt, aber dann ist mir die Lust vergangen, nachdem wieder bösartige Statements bei mir gelandet sind wg. des Besuchs meiner beiden jüngsten Enkelinnen. Das ist der negative Aspekt dieses Jahres, der sich jetzt wieder an die Oberfläche gedrängt hat, obwohl verdaut geglaubt. Ich bin aber sehr froh über das feine Netz im Bloggerland, das sich über dieses Jahr ergeben hat und einen stützt, allen Widrigkeiten ( und Widerwärtigkeiten ) zum Trotz. Dazu gehörst du unbedingt und dafür sei dir gedankt!
    Ich wünsche dir, dass du das jüngste Enkelkind bald in den Armen halten kannst! Und auch sonst allerlei Glücksmomente in deiner paradiesischen Umgebung!
    Herzlich
    Astrid

  • Pia 31. Dezember 2020 at 20:35

    Man kann ruhig sagen das Jahr musste um ein Virus herum gelebt werden. Mal ging es besser mal harziger.
    Aber freuen wir uns doch am schönen, hoffentlich darfst du dein Enkelkind bald in den Arm nehmen. Mich hat die Enkelin immer wieder aufgestellt mit ihrem strahlen und ihrer Herzlichkeit.
    Wünsche dir und deinem Mann einen gemütlichen Abend und fürs 2021 Gesundheit und viele positive Momente.
    L G Pia

  • illy 1. Januar 2021 at 9:50

    Hallo und Frohes Neues Jahr,
    auch dieses Jahr werden wir Lichtblicke und schöne Dinge erleben. Bestimmt.
    Liebe Grüße
    illy

  • Rosa Henne 1. Januar 2021 at 22:57

    Liebe Andrea,
    vielen Dank für diesen schönen Rückblick durch dieses schwierige Jahr 2020. Auch bei dir scheinen die guten Momente zu überwiegen. Schmunzeln musste ich bei der 1,50 Meter langen Hundeleine :-). Falls die Orchideen bei dir im Juni zu den anspruchsvollen Pflanzen zählen, für mich sind sie die pflegeleichtesten. Alle 8 – 10 Tage halte ich sie unter den kalten Wasserhahnen und lasse sie anschließend ca. fünf Minuten abtropfen. Man kann sie aber auch mal vergessen… Nur zu viel Nässe mögen sie nicht.
    Ich danke dir, für deinen schönen Blog, die immer ansprechenden Monatsthemen und wünsche dir alles, alles Gute für das neue Jahr 2021! Hoffe, du kannst deinen kleinen Enkel bald an dein Herz drücken!
    Liebe Grüße
    Ingrid

  • mano 4. Januar 2021 at 6:23

    das zitat von emerson ist einfach perfekt und drückt mein jahr mit der pandemie bestens aus.
    danke für deinen spannenden rückblick!
    liebe grüße
    mano