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Torben Kuhlmann: Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit

9. September 2020

Hier bin ich wieder, nach einer kleinen privaten Sendepause. Mit unserem kleinen Besuchszwerg ist meine Wahrnehmung der Zeit etwas durcheinander geraten. Da passt es ja, dass ich Euch nun ein absolutes magisches Meisterwerk über die Zeit für Kinder und Erwachsene vorstellen darf, das ab Ende nächster Woche in den Buchläden liegen wird.

(Werbung: Der Verlag stellte mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung. Meine eigene Meinung zum besprochenen Buch behalte ich mir vor.)

Torben Kuhlmann: Einstein.
Die fanatstische Reise einer Maus durch Raum und Zeit

Gibt es denn sowas? Da läuft einem schon lange vor einer Reise zu einer besonders genussvollen Festivität das Wasser im Munde zusammen und dann wird einem wortwörtlich der Käse vom Teller genommen…

Inhalt:

Wochenlang fiebert die kleine Maus dem berühmten Käsefest in der Schweiz entgegen. Doch leider unterläuft ihr im Umgang mit dem Kalender ein Fehler. So reist sie genau einen Tag zu spät mit dem Zug in Bern an und hat das Nachsehen. Wie maßlos enttäuschend!
Die wissbegierige kleine Maus träumt infolgedessen davon, die Zeit zurückzudrehen, um doch noch zu den köstlichen Erlebnissen zu gelangen. Zuerst aber müsste sie dem Rätsel der Zeit auf die Spur kommen. Dass ihr Bemühen, die Zeiger der Uhren zurückzudrehen, nicht ausreicht, muss sie als erstes erfahren.
So beginnt sie mit der ganz grundlegenden Frage „Was ist die Zeit?“. Ein freundlicher alter Mäuseuhrmachermeister führt die neugierige Maus durch seine spannende Sammlung in den Begriff der Zeit, ihre Messung und den Umgang im Laufe der Geschichte ein.

„Zeit ist etwas, das stetig dahinfließt. Immer in die gleiche Richtung“ S. 48

Wie praktisch, dass der Uhrmachermeister ihr auch den Hinweis zu dem Zeitforscher Albert Einstein geben kann, der einst in Bern gearbeitet hat.
Mühsam arbeitet  sich die Maus nun durch die Bücher im Berner Patentamt. Ihr Resümee:

„Zeit ließ sich verlangsamen, beschleunigen, vielleicht sogar anhalten, aber eben nicht zurückdrehen.“ (S.56)

Der Wunsch, eine Zeitmaschine zu bauen, um zum ersehnten „Chäsfest“ zu reisen, treibt die Maus an, sich am Ende mit Hilfe der Einstein’schen Theorien und eigener Berechnungen tatsächlich eine geniale Zeitmaschine zu bauen. Doch auch bei dieser Art der Reise kann einiges anders verlaufen, als geplant.

Am Ende werden die kleine Maus und Albert Einstein sich gegenseitig helfen und inspirieren, um sich dem Rätsel der Zeit zu nähern. Hauptsache aber ist, dass die clevere kleine Maus doch noch zu käsigen Genüssen gelangt.

Fazit:
Die Illustrationen

Wieder ein Kinderbuch-Kleinod  voller Überraschungen aus der Feder von Torben Kuhlmann. Auch wenn man seinen Namen noch nicht kennen sollte, verliebt man sich gleich auch als Erwachsener in seine beeindruckenden Illustrationen.
Also beginnen wir gleich bei den Bildern, denen ein ganz spezielles, faszinierendes Licht eigen ist. Man möchte eintauchen in Kuhlmanns so herrlich detailreiche Bilder. Sie erzählen, ergänzen und erweitern die Geschichte, von der der Text berichtet, ausdrucksvoll in ihrer ganz eigenen Sprache. Mit ihnen wird die jeweilige Stimmung der historischen Zeit oder an den speziellen Örtlichkeiten (die Schweiz, Bern…!) liebevoll transportiert. Faszinierend sind immer die ganz besonderen Perspektiven, denn eine Maus ist durchaus in der Lage, z.B. aus Turmhöhe über die Stadt zu blicken.
Man wird bei jedem Durchblättern neue spannende Details entdecken. Sehr genossen habe ich die ästhetische Farbgestaltung, die das Auge verwöhnt. Die kleine Maus behält übrigens bis zum Ende ihr naturalistisches Aussehen und wird nie verniedlicht oder verkitscht.

Die Story

Die Geschichte um die kecke, wissbegierige Maus und den berühmten Naturwissenschaftler ist auf der einen Seite herrlich fantasievoll und lustig. Auf der anderen Seite bietet sie lehrreiche wissenschaftliche Inhalte und durchaus philosophische Aspekte. Spaß und Information werden fast spielerisch kombiniert.
In der Geschichte werden recht komplexe Sachverhalte zu Zeit und Raum so angerissen, dass sie auch für Kinder gut verständlich sind. Die Textstücke sind durchaus anspruchsvoll und glänzen durch ihre bildhafte Sprache. Das Verhältnis von Texten und kleinen und großen doppelseitigen Bildern ist sehr angenehm. Diese abwechslungsreiche Aufteilung lässt so schnell keine Ermüdung aufkommen.

Alle Charaktere des Buches sind sehr liebenswert, allen voran natürlich der Protagonist im Zentrum: die neugierige, wissbegierige, schlaue, tapfere kleine Maus, bei deren spannenden Abenteuer man gebannt mitfiebert. Doch selbst die gefährliche Katze Chronos schafft es, die Zeit für einen Moment still stehen zu lassen. Was für ein tolles Detail.

Am Ende des Buches erfährt man viel über Albert Einsteins Leben und sein Werk, was auch für die erwachsene Leserschaft sehr informativ ist. Hier und wie auch im Buch selber gibt es viele Ansatzpunkte für gemeinsame Gespräche oder weitere eigene Erkundungen.

Das Buch hat mich absolut begeistert. Eine Empfehlung für junge und erwachsene Leser*innen.

 

Torben Kuhlmann:
Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit

NordSüd Verlag, 18. 09.2020
128 Seiten

  • Centi 9. September 2020 at 11:24

    Och, das sieht ja niedlich aus… obwohl Mäuse ja seit zig Jahrzehnten in so ungefähr in jedem dritten Kinderbuch abgefeiert werden, sind sie oft einfach die beste Wahl für Hauptdarsteller!
    Vielen Dank für den Tipp
    Centi

  • Claudia 9. September 2020 at 14:25

    Liebe Andrea,
    das klingt nach einem phantastischen Buch, herzlichen Dank für die schöne Präsentation!
    Hab noch einen schönen und freundlichen Wochenteiler!
    ♥️ Allerliebste Grüße, Claudia ♥️

  • Astridka 9. September 2020 at 18:12

    Da weiß ich ja, was ins nächste Paket nach M. für die Leseratte, äh: -Maus kommt.
    Danke für den Tipp und schön, dass du wieder da bist!
    GLG
    Astrid

  • nina. aka wippsteerts 9. September 2020 at 19:02

    Oh, Danke! Ich liebe die Bücher von Torben Kuhlmann, Armstrong – die Maus die zum Mond fliegt oder auch Edison, wo es um Erfindungen geht. Da werde ich mir natürlich das neue auf alle Fälle ansehen, zumal das Thema wieder wunderbar ist.
    Liebe Grüße
    Nina

  • Pia 10. September 2020 at 8:51

    Liebe Andrea, ich muss dir ein Kompliment machen, du verstehst es deine Bücher so wunderbar zu Rezensieren, dass man sie sofort kaufen will. Das ist eine Begabung die mir gänzlich fehlt. Dein Schreibstil liest sich so lebendig und spannend das fehlt mir bei manchen Büchern und werden dann von mir auch nicht fertig gelesen. Wann erscheint dann Dein erstes Buch?
    L G Pia

  • Friederike 10. September 2020 at 18:10

    Wieder ein nettes Jugendbuch, das interessant klingt! Früher, als mein Sohn selbst zu lesen begann, habe ich seine Bücher auch immer gelesen und dann meist lang mit ihm darüber diskutiert.
    Ich habe auch dein zuletzt vorgestelltes Buch „Adresse unbekannt“ schnell, aber gern gelesen (Felix konnte einem wirklich ans Herz wachsen…),
    lg

  • mano 11. September 2020 at 5:37

    torben kuhlmanns illustrationen sind einfach hinreißend!wir hatten das glück, vor zwei oder drei jahren eine ausstellung im wilhelm-busch-museum in hannover zu sehen mit ganz vielen originalen – das war ein traum und wir konnten uns kaum von seinen bildern trennen.
    das buch ist gespeichert – danke für die besprechung!
    liebe grüße
    mano