Bücher

Lieblingsbücher im September {Büchertipp}

28. September 2020

(unbezahlte und unbeauftragte Werbung wegen Nennung von Namen und Buchtiteln, persönliche Empfehlungen)

Vielleicht seid ihr gerade auf der Suche nach tollen Büchern, in die ihr eintauchen könnt, während draußen Sturm und Regen lärmen und drinnen das Kaminfeuer prasselt. Okay, es reicht auch ein bequemes Sofa und ein Pandemieherbst.

Im September haben mich besonders zwei Bücher total begeistert, für die ich eine absolute Leseempfehlung geben möchte.  Ein gänzlich anderes Buch hat mich sehr bewegt und berührt. Davon aber an anderer Stelle mehr, damit es seinen ganz eigenen Raum erhält.

Soooo, da ist einmal diese Neuerscheinung:

 

 

Ursula Poznanski: „Cryptos“

Dass ich gern in sehr gute Dystopien eintauche, ist bestimmt kein Geheimnis  mehr für Euch. Dieser Roman ist auf jeden Fall ein Highlight in dieser Gattung und für mich eines meiner Lieblingsbücher des Jahres.

Ursula Poznanski baut ein beeindruckendes Szenario auf: die Erde ist durch die Folgen des Klimawandels gezeichnet und vielerorts unbewohnbar. Die Menschen indessen haben sich in virtuelle Ersatzrealitäten zurückgezogen. Die sind ressourcensparend, bieten unbegrenzte Möglichkeiten und die Sicherheit, in ihnen nicht sterben zu können.
Aus einer großen Zahl unterschiedlichster Welten kann man sich morgens eine wählen, in die man sich „im Geiste“ transferieren lässt, während der eigene Körper wohlbehalten versorgt in einer Kapsel zurückbleibt. In den virtuellen Welten spielt sich dann das „richtige“ Leben ab.

Vielleicht hat der eine Lust, sich fest an das London zu Shakespeares Zeiten zu binden. Aber da jeder Pässe für die unterschiedlichsten Welten hat, kann er auch das schier unendliche Angebot an Zielen ausreizen, denn für jeden ist etwas dabei.
Abenteuerlustige lieben vielleicht „Macandor“, die Fantasywelt mit Dämonen, die Fans von Jane Austen picknicken dann eher in „Austen“ mit Ladies und Lords. Dinosaurier? Ab nach Cretaceous. Mit griechischen Philosophen diskutieren…? Es findet sich was für jeden Geschmack!

Die liebliche, ländliche Idylle  Kerrybrook wurde von der Weltendesignerin Jana kreiiert. In ihrer friedlichen Welt scheint jedoch etwas schief zu laufen. Also reist sie aus der harten Realität in ihr eigenes virtuelles Reich, um mal nachzuschauen und nimmt die Leser*innen mit.

Ursula Poznanski versteht es, sehr detailreich und anschaulich zu beschreiben. Hier hat sie etwas ganz Neues ersonnen und nicht die Xte (Klima-) Dystopie. Dieser Roman ist nicht nur fesselnd und faszinierend, sondern macht auch sehr, sehr nachdenklich wegen seiner durchaus politischen Dimensionen…  Unbedingt lesen, für Jugendliche und Erwachsene!

Ursula Poznanski: „Cryptos“,  Loewe Verlag, 2020

Nach dem Trip in die Zukunft setze ich einfach mal als Kontrast die Reise in die mythologische Vergangenheit. Auf die amerikanische Autorin und Altphilologin Madeline Miller bin ich im letzten Herbst durch ihren neuen Roman „Ich bin Circe“ aufmerksam geworden. Im Oktober 2019 war das Buch über die zauberkundige Tochter des griechischen Sonnengottes Helios mein Lieblingsbuch.
Deshalb habe ich mich nun auf das andere Buch der Autorin gestürzt und bin wieder sehr begeistert:

Madeline Miller: „Das Lied des Achill“

Die Autorin erzählt die Geschichte Achills, des größten Helden Griechenlands, aus der Sicht seines besten Freundes Patroklos. Schon als Kind war  Patroklos, aus königlicher Familie stammend, aus seinem Heimatland verbannt worden und der Erziehung von Achills Vater anvertraut worden. So wurde das Band zwischen beiden schon früh verknüpft, auch wenn Achills Mutter, die Meeresgöttin Thetis dies nur schwer erträgt.

Madeline Miller gibt dieser altbekannten Geschichte allerdings einen gewissen Schwung und Effet, indem sie diese als eine Romanze zwischen Achill und Patroklos erzählt. Während die Autorin sich treu an die griechischen Legenden und die Werke Homers hält, füllt sie einfühlsam deren Leerstellen und Andeutungen. Das Verhältnis beider junger Männer erhält so einen nachvollziehbaren Hintergrund.  Am Ende wirft dieses ein ganz neues, menschliches Licht auf das Geschehen während des Trojanischen Krieges.

Mich hat dieses spannende und mitreißende Buch motiviert, mich wieder intensiver mit der griechischen Geschichte und Mythologie zu beschäftigen. Auch wer sich noch nie mit dieser Thematik beschäftigt hat, findet hier ein spannendes Buch, in das man wunderbar abtauchen kann.

Madeline Miller: „Das Lied des Achill“, übersetzt v. Michael Windgassen, Eisele Verlag (Taschenbuch) 2020

 

verlinkt: Meine Bücher des Monats für das „Karminrote Lesezimmer“

  • Claudia 28. September 2020 at 6:58

    Guten Morgen liebe Andrea,
    das klingt nach wirklich sehr interessanen und spannenden Büchern! Herzlichen Dank für die schönen Beschreibungen!
    Ich wünsche Dir einen guten Start in eine schöne neue Woche!
    ♥️ Allerliebste Grüße, Claudia ♥️

  • Juliane 28. September 2020 at 9:18

    Guten Morgen,
    vielen Dank für die Buchempfehlung! Ich freue mich schon aufs Lesen. Im Moment sind wir , mein Mann und ich (ich lese vor, er hört zu) bei den letzten Seiten des Buches „Adresse unbekannt“ und sind ganz begeistert davon.
    Fast alle Bücher, die hier vorgeschlagen sind, treffen genau unseren Lesegeschmack.
    Bitte weiter so!
    Liebe Grüße, Juliane

  • Astridka 28. September 2020 at 10:04

    Hach, mein Tag müsste doppelt so viele Stunden haben! Aber alleine den Alltag für zwei zu bewältigen ist schon viel. Und dann verplempert Frau noch ne halbe Stunde, weil im Blogpost das Linktool nicht richtig dargestellt ist….
    Jetzt muss ich mal unbedingt das Bad richtig sauber machen, denn seit Corona kommt der Entlastungspfleger nicht mehr INS Haus und putzt, sondern erledigt unseren Haupt-Groß-Einkauf.
    Dabei würde ich viel lieber nähen. Aber das verspreche ich mir für danach…
    Übrigens habe ich der ältesten Enkelin gerade ein Buch bei ihrer Ortsbuchhandlung bestellt, da geht es um Labyrinthe „Ariadnes Faden“, da kann man vom Einband durch alle Seiten bis zurück zum Ausgangspunkt einen Weg suchen und den Sagen begegnen. Ich muss mal nachhören, wie es gefällt.
    Einen schönen Tag, hier setzt der Regen wieder ein.
    Astrid

    • Andrea 28. September 2020 at 12:46

      Liebe Astrid, jetzt musste ich sooo grinsen. „Ariadnes Faden“ liegt hier bereits seit ca. 2 Wochen und wandert mit ins Paket nach Vermont…
      Liebe Grüße
      Andrea

  • nina. aka wippsteerts 28. September 2020 at 19:53

    Ach, auf Millers zweites Buch freue ich mich schon. Circe hat mir gut gefallen. Sagenwelten mag ich. Welten, die auch heute noch wahre Kerne enthalten und die Menschen gar anders waren.
    Jetzt bin ich ja auf das dritte Buch gespannt. Und auf Ariadne Faden.
    Liebe Grüße
    Nina

  • Ein Garten in der Steiermark 29. September 2020 at 8:28

    Ich mag deine Bücherempfehlungen sehr – wir haben den selben Büchergeschmack. Das Lied des Achill gefällt mir besonders gut. Ich mag die griechische Sagenwelt… Danke für die Empfehlung.