Wochenrückblick

Nicht ganz geheuer

3. Oktober 2020

Erfahrungen sammelt man wie Pilze:
einzeln und mit dem Gefühl,
dass die Sache nicht ganz geheuer ist.

Erskine Caldwell (*1903 – 1987)

Monatswechselwoche

GEFREUT: dass sich das frühe Aufstehen am Wochenanfang gelohnt hat. Überall am Seeufer hat sich Nebelgrau breit gemacht. Nur über der Insel lugte die Sonne für eine Stunde nach ihrem Aufgang immer wieder durch das Grau und zauberte schöne Stimmungen.

GEQUERT: haben die Fähren den See. Ein paar Tage später blieben sie wegen Streik im Hafen.

 

GESAMMELT: Kastanien und Walnüsse. In kleinen Tütchen, die man als Hundebesitzer immer zur Hand hat. Ich gehöre nicht zu denen, die mit großen Plastikbeuteln auf die Pirsch gehen.

GEMOCHT: die Herbstblumen und letzten Sommerblumen. Irgendwie hat diese Rose einen gewissen morbiden Charme.

 

GENERVT: bin ich, wie auch der Großteil der Mitbürger*innen von Konstanz und des gesamten Umlandes von den für dieses Wochenende geplanten Demonstrationen und Aktionen der Covidioten.
Ich möchte jetzt nicht knausern, sondern würde so gern sprichwörtlich die Schalen des Zorns über sie ausschütten. Auf jeden Fall wünsche ich sie ihnen inbrünstig an den Hals.

GEGÖNNT: wo wir gerade bei rücksichtslosen Egomanen und Narzisten sind – vom Mann mit dem Eichhörnchenskalp auf dem Kopf wurde gestern bekannt, dass er an Corona erkrankt wäre. Es ist nicht so, dass ich es ihm nicht von Herzen gönnen würde. Aber bei all den Fake-News und Lügen, die aus ihm herausquellen, wäre eine Wahlkampffinte ebenso möglich.

 

(unbeauftragte und unbezahlte Werbung, da Nennung von Namen und Buchtiteln)

GELESEN:   Mein Übergang von September in den Oktober war sehr griechisch orientiert. Da ich mich gerade wegen meiner Homeschooling-Aufgabe mit den Mädels jenseits des großen Teiches viel mit der griechischen Mythologie beschäftige, habe ich Lust gehabt, für mich selber das Thema auszuweiten.

Sehr interessant fand ich die Liebeserklärung an „die Sprache  mit der alles begann“ von Andrea Marcolongo: „Warum Altgriechisch genial ist“ . Auch ihr Buch  „Das Meer, die Liebe, der Mut aufzubrechen: Was uns die Argonautensage erzählt“ hat mir ganz neue Blickwinkel auf Sprache und Mythologie gewährt.

Gerade genieße ich die Illustrationen im Kinderbuch zu dieser Thematik von Jan Bajtlik: „Ariadnes Faden. Götter, Sagen, Labyrinthe“.   Mit Sofka Zinovieff: „Athen, Paradiesstraße“ tauche ich in die jüngere Geschichte Griechenlands ein, die tiefe Wunden in die Gesellschaft bis in die Familien gerissen hat.

Morgen werde ich Euch noch ein Buch empfehlen, das mich zutiefst berührt hat und das eine weite Verbreitung verdient.

GESEHEN: häppchenweise „Enola Holmes“

 

GEPINSELT: hat der Herbst schon an manchen Stellen. Hier eine kleine Farbübung

GESTARTET: mein Monatsmotto „Oktoberliebe“. Inspirieren ließ ich mich dabei von Anne von Green Gables: „I’m so glad I live in a world where there are Octobers!“ (Lucy Maud Montgomery „Anne of Green Gables“) .


GESTAUNT: über viele tierischen Entdeckungen in dieser Woche, wie diese Blindschleiche, die sich über meinen Weg wand. Oder den Bläuling.
Unten gibt es noch eine Herde von Galloway Rindern, die extrem neugierig den Zaun entlang liefen, um auf uns und den Hund ein Auge zu werfen.  Bei den Schafen gab es eine ganze Kindergartenladung an Lämmern. Immer wieder blieben die Leute entzückt am Zaun stehen.

 

GESCHNITTEN:  Dahlien im Blumenfeld. Was für schöne Farbtupfer

GEFUNDEN: immer wieder neue Standorte mit Fliegenpilzen

 

 

GENÄHT: hatte ich letztens einfach zuviel. Meine Schultern beschwerten sich, so dass ich jetzt erst einmal eine Nähpause einschieben musste. Am Wochenende werde ich vorsichtig wieder anfangen.

GEKAUFT: einen neuen CD-Player.

GEPLANT: einen Besuch beim Friseur in der nächsten Woche.

GEPACKT: zur Hälfte das Paket in die Staaten. Am Wochenende will ich die andere Hälfte schaffen.

 

GEFEIERT: den ersten Geburtstag des Oktober.

GEKNIPST: noch mehr Fliegenpilze. Sind dies nicht  herrliche Exemplare des „Amanita muscaria“ – engl. fly agaric ? Es gibt immer wieder Tölpel, die sie umtreten.

 

Am Wochenende

bleiben wir fein im engen Umkreis um unser Daheim und nutzen unsere einsamen Hunderundenwege. Es werden leider Mengen von Leuten hier unterwegs sein, die sich auch ohne „Amanita muscaria“ an sich selbst und ihrer Dummheit berauschen.  Hoffen wir also auf sintflutartige Regenfälle. Die Natur braucht den Regen….  😉

Da hüpfe ich lieber digital rüber zum karminroten Samstagsplausch bei der Berliner Andrea und schaue, wie Eure Woche war.

Bleibt gesund!

15 Kommentare

  • Antworten Ursula 3. Oktober 2020 at 9:19

    Guten Morgen,
    herrlich Deine Fliegenpilze. Die hatte ich diese Woche auch schon vor der „Fotolinse“ und mich über Tölpel geärgert die die wunderschönen Exemplare einfach umtreten.
    Ja angesichts der Demo hab ich schon an Dich gedacht.
    Hier wird es ein schöner Herbstsamstag, die Sonne scheint ein paar Wolken sind am Himmel und der Wald wird bunter.
    Ein schönes Wochenende.

    LG
    Ursula

  • Antworten Sylvia Dunn 3. Oktober 2020 at 9:30

    Guten Morgen liebe Andrea, was für tolle Bilder, und was die Natur so hergibt. Ja schrecklich solche Demos. Ist leider in Berlin auch so. Auch bei mir steht zum Glück nächste Woche ein Friseurbesuch an. Zeit wird es. Ich hoffe ich komme diese Woche zum nähen.
    Hab ein schönes Wochenende. Lieben Gruß Sylvia

  • Antworten Centi 3. Oktober 2020 at 9:40

    Neulich hat jemand den Vorschlag gemacht, diese Hygiendemonstranten einfach in die USA zu Herrn Trump zu verschiffen – da haben sie ja jetzt (leider Gottes) viel Platz und müssten sich wohlfühlen. Aber ich fürchte, wir müssen mit unseren Deppen leben, wie die US-Amerikaner mit ihren…
    Das mit den Sieben Plagen gefällt mir allerdings auch ganz ausgezeichnet! Ich meine: wenn schon, denn schon. 🙂
    Vom Bläuling ist dir ein tolles Foto gelungen!
    LG und halt durch!
    Centi

  • Antworten Pia 3. Oktober 2020 at 10:20

    Dein angesprochener Fake News vom über dem Teich ging mir auch durch den Kopf, kann der Greis ja nichts mit Taten leisten!
    Petrus hat wohl dein Hilferuf erhört! Unser See lädt ja so schön zum erholen und entspannen ein, da sollte er nicht für Unsinn missbraucht werden.
    L G Pia

  • Antworten Astridka 3. Oktober 2020 at 10:46

    Ach Andrea! Ich freu mich jetzt einfach an den schönen morgendlichen Stimmungen am See, die du dank Frühaufstehens eingefangen hast!
    Fliegenpilze gibt es hier nicht, das andere Getier auch nicht ( höchstens Terrassenmäuse & Halsbandsittiche ).
    Der Ärger über Mitmenschen ist weitestgehend aufgearbeitet, obwohl wir inzwischen auch in Berührung gekommen sind mit den Pandemiefolgen.
    Bei der Infektion des unsäglichen Herrn kam mir auch die Idee, dass jetzt doch einige Parteifreunde eingegriffen & ihn aus dem Verkehr gezogen haben, nachdem er das Bild von Amerika als Welktführer weltweit noch weiter gründlich ramponiert hat. Selbst völlig unpolitische Menschen wie meine Schwester waren entsetzt.
    Zum Glück machen mir die Knochen beim Nähen keinen Stress und ich werde heute bei Regenwetter weiter an meiner Jacke arbeiten. Das tut mir gut und lässt mich vieles vergessen.
    Hab dennoch ein schönes Wochenende!
    Astrid

  • Antworten illy 3. Oktober 2020 at 10:56

    So schöne Fotos wieder…
    Ist es nicht schön, dass wir uns in Büchern auf Reisen begeben können? Ich reise gerade durch Laos und finde es durchaus interessant dort.. von Ferne betrachtet und durch die Ansichten des Autors geprägt…
    Die Rose ist einfach toll.
    Schön wars bei Dir, aber jetzt muss ich endlich anfangen was zu schaffen… 😉
    Ein schönes Wochenende Dir
    illy

  • Antworten nina. aka wippsteerts 3. Oktober 2020 at 14:37

    Die Rose mag ich auch sehr, genau so. Passt zum Oktober, finde ich!
    Hier regnet es immer wieder und es ist grau, aber genau so sollte es auch sein. So wichtig. Und sofort sind viele Vögel wieder an der Fütterung. Das sind unsere Tier begegnungen hier. Deine waren wunderschön.
    Liebe Grüße und ebenfalls Gesundheit
    Nona

  • Antworten Denise - diegutendinge 3. Oktober 2020 at 16:50

    ich mag diese wunderschöne Impressionen von dir.

    liebe Grüße
    Denise

  • Antworten Frau Pratolina 3. Oktober 2020 at 17:19

    Liebe Andrea,
    Der Mann mit dem Eichhörnchenskalp auf dem Kopf- Ich lache mich gerade schlapp. Das kriege ich heute nicht mehr aus dem Kopf, das weiß ich jetzt schon. Vermutlich wird er in drei Tagen durch ungetestete Medikamente geheilt sein und jedem erklären, dass alle Ängste gegen Corona völlig unbegründet sind. Man kommt bei ihm aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus, man muss die Nachrichten über ihn dosiert an sich heranlassen, sonst droht ein Schleudertrauma.
    Hab trotzdem ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße
    Steffi

  • Antworten niwibo 3. Oktober 2020 at 21:18

    Liebe Andrea,
    angeblich ist er nun im Krankenhaus mit Atemnot.
    Und nächste Woche ist er dann wie durch Zauberhand gesund und lacht sich schlapp, dass es jede Menge Dumme in seinem Land gibt, die ihn bemitleiden und ihm ihre Stimme geben… ich komme aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.
    Ansonsten sind das tolle Bilder, die Fliegenpilze, die Rinder, die Sonne über der Insel,
    sehr friedlich und schön herbstlich.
    Dir nun einen ruhigen Abend, lieben Gruß
    Nicole

  • Antworten Karin Be 4. Oktober 2020 at 11:23

    Erst der Sack voll Touristen (ok, meine Lieblingsmenschen verbringen auch gerade ein paar Tage am See) und nun der Aufmarsch der Covid-Leugner, mit den grenzwertigen Anhängseln im Gefolge. Mir wird bei dem Gedanken schlecht und hoffe, dass nicht zu viel Schaden angerichtet wurde.
    Wie herrlich die Natur ist und wie wunderbar Du sie eingefangen hast!
    Was die Blonden jenseits des großen und kleinen Teichs betrifft … Kopfschütteln, wundern und die Hoffnung auf ein Wunder nicht aufgeben.
    Viele liebe Grüße,
    Karin

  • Antworten mano 5. Oktober 2020 at 5:52

    bei den beiden ersten fotos dachte ich du bist am wattenmeer… so schöne impressionen! auf deine fliegenpilzfotos bin ich ganz neidisch, denn ich habe immer noch keine entdeckt – nicht mal an den mir bisher bekannten stellen. aber ich gebe die hoffnung nicht auf ;)! tierisches erfreut mich immer, besonders neugierige kühe und reizende lämmer!
    ich hab am wochenende auch an dich gedacht! wenigstens waren es weniger als erwartet.
    und der herr mit diesem eichhörnchendings auf dem kopf hat sich ja wieder mal ein weiteres ding geleistet, indem er sich gestern in einem wagen mit zwei bediensteten seinen fans zeigte. in zukunft müssen wohl seine personenschützer vor ihm geschützt werden!!
    gute besserung der schulter und einen gelungenen frisörbesuch!
    liebe grüße
    mano

  • Antworten Nicole/Frau Frieda 5. Oktober 2020 at 16:03

    Ich habe vorhin schon bei Nina daran gezweifelt, ob das alles mit dem Herren im Weit-Weit-Weg-Land stimmt, liebe Andrea. Ich glaube es noch nicht. Er springt bestimmt wie Rumpelstilzchen ums Feuer herum und singt lauthals.. seufz! Deine Fliegenpilzaufnahmen sind bezaubernd schön. Und diese Rüpel, die sie umtreten, laufen leider auch bei uns herum. Überhaupt ist es wieder ein Augenschmaus hier bei Dir. Der See im sanften Grau gehüllt. Wundervoll! Dir einen guten Start in die Woche. Herzlichst, Nicole

  • Antworten Rosa Henne 5. Oktober 2020 at 22:11

    Deine Fotos sind wieder allesamt traumhaft! Die Blindschleiche hast du superschön erwischt. Ganz besonders gefallen mir auch die Stimmungen vom See und die Fliegenpilze. Ich finde sie einfach toll – wie kann man sie bloß zertreten!?!
    Hab eine wundervolle Oktoberwoche!
    Liebe Grüße
    Ingrid

  • Antworten Friederike 6. Oktober 2020 at 16:12

    deine Fotos vom See sind wunderschön, finde ich auch!
    Über manche Menschen kann man wirklich nur den Kopf schütteln… und nicht wichtig nehmen, aber die Medien geben ihnen viel zu viel Raum!
    Athen, Paradiesstraße habe ich auch verschlungen, genau so wie kürzlich ein wunderbares Buch über die Geschichte von Saloniki (Hislop, Eine Geschichte von Liebe und Feuer), ich wusste viel zu wenig über die neuere griechische Geschichte.
    lg

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