Wochenrückblick

Septembertage

19. September 2020

 

[…] By all these lovely tokens
September days are here,
With summer’s best of weather,
And autumn’s best of cheer. […]

Helen Hunt Jackson  (*1831 – 1885, aus „September“)

Meine sommerliche Septemberwoche

GERETTET: hat sich die Blüte des Tempelbaumes im Abwärtsflug in einer Astgabel. Ein passender aktueller Spätsommerübergang.

GEWÄHLT: heute mal keine Lieblingsdahlie, sondern eine Herbstanemone (siehe ganz oben). Die Bienen und Wespen mögen sie wohl auch.

GEFUNDEN: Pilze überall. Dann gehe ich mal am Wochenende die geheimen Fliegenpilzstellen ab.

GESESSEN: hat eines nachmittags ein kleiner Kleiber vor unserer Haustür im Schatten. Nach einer Stunde des Ausruhens legte er eine akrobatische Einlage ein und flog dann davon.
Ich rätsele immer noch, wie er sich hierher verirrt hatte.

 

(unbeauftragte und unbezahlte Werbung, da Nennung von Namen und Buchtiteln)

GESCHAUT: die zweite Staffel der türkischen Serie: „Atiye. Die Gabe.“  Derzeit sind „wir“ in Kappadokien unterwegs. Spannend!

GELESEN: Geraldine Brooks: „Das Pesttuch“. Ein Ballen Stoff, den ein wandernder Schneidergeselle 1665 aus London in ein nordenglisches Dorf trägt, erfüllt zwar die Frauen des Dorfes mit Freude. Aber leider wird damit auch die Pest in die Gemeinde gebracht, die selber die Quaratäne wählt, um die umliegende Bevölkerung zu schützen (dies hat übrigens eine historische Grundlage). Die junge Witwe Anna Firth erzählt von dem dramatischen und tragischen Geschehnissen und auch von ihrer eigenen persönlichen Entwicklung.
Also wer noch etwas pandemiebegleitende Lektüre sucht, kann hier fündig werden…

So. damit habe ich meine Bücherliste (samt Zugaben) für August und September „abgearbeitet“. Mal sehen, welches Buch mich nun anlacht. Da haben sich doch schon wieder ein paar Bücher angeschlichen…

 

GESPONNEN: Der Morgentau bleibt in den vielen Spinnennetzen hängen. Eindeutig Altweibersommer, wobei das „weiben“ wohl vom Wort „weben“ kommt und nicht von „Weib“. Mir gefällt die alte Vorstellung, dass nicht junge Spinnen, sondern Elfen und Gnome diese Netze weben.

GELEUCHTET: das  Echte Leinkraut blüht so reichlich hier am Feldrand und leuchtet dort wunderbar im Abendlicht. Blütenökologisch handelt es sich übrigens um eine  „echte Maskenblume“.

GESTARTET: mit meinem Monatsmotto „Mut zur Lücke“. Vielleicht habt ihr ein paar Septemberlücken am Ende des Monats entdeckt, die ihr  dann in die Linkparty einbringen könnt.

GEMERKT: dass ich mit dem Bloggen und Kommentieren nicht ganz hinterher komme. Doch auch hier muss ich derzeit Mut zur Lücke zeigen. Im Winter bleibt dann wieder genug Zeit dafür.

GEKOCHT: die ersten typischen Herbstgerichte mit Kürbis

 

GESCHAFFT: der Babyquilt ist fertig. Hurra! Ich werde ihn zeigen, wenn das Baby angekommen ist.

GESCHMIEDET: Nähpläne, oje… Eigentlich sollte der Tag mehr Stunden haben. Zuerst stehen mal zwei warme, kuschelige Winteroveralls für das Herbstbaby an. Schnitte und Stoffe lieben bereit, es kann gleich losgehen.

 

GEHÖRT: „Waldschutz – Nehmt den Förstern den Wald weg!“Ein interessanter Beitrag, gut investierte fünf Minuten. (Das Zitat könnte auch von mir sein… Aber wenn ein Fachmann das sagt, freut es mich besonders.)

GEKAUFT: eine neue Übergangsjacke für die Hunderunden mit viiiiiielen Taschen.
(Ich finde die Bezeichnung „Übergangsjacke“ echt so lustig. Gibt es den eigentlich in anderen Sprachen? Oder ist sowas mal wieder typisch deutsch?)

 

GESCHNITTEN: Sonnenblumen, unsere Septemberbegleiter

GEÄRGERT: habe ich mich ein bisschen, weil ich bei diesem tollen Abendhimmel mich leider immer noch nicht zu meinem 12tel-Blick-Fotostandort traue. Touristen und Einheimische tummeln sich dort noch in Massen. Vielleicht geht es eher, wenn es etwas kälter wird?

GENOSSEN: den Abendhimmel dann eben vom Hügel aus.

GESCHNÜFFELT: der Hund zeigt natürlich wieder sicher das Wild an. Ab und an sehen wir es dann auch über den Acker flitzen.

GESEHNT: nach der Nach-Touri-Zeit, wo man den See endlich wieder für sich hat und sich zum Ufer trauen kann. Seufz. Dieses Jahr ist es echt heftig…

Am Wochenende werde ich wohl an der Nähmaschine oder auch mal im Garten sitzen. Man muss die schönen Spätsommer-Frühherbsttage noch ausnutzen und gleichzeitig noch die To-Do-Liste abarbeiten. Aber für einen samstäglichen Plausch beim  Blog Karminrot der Berliner Andrea sollte es auf jeden Fall noch reichen.

Ein wunderschönes Wochenende!

 

  • Claudia 19. September 2020 at 6:45

    Guten Morgen liebe Andrea,
    schöne Bilder von Deinen Septembertagen hast Du mitgberacht!
    Auf den Babyquilt bin ich schon gespannt, der Beitrag über den Wald war sicher sehr interesant, und Übergangsjacke, ich glaub, das sit ein typisch deutscher begriff, ich hab keine Ahnung, ob man das so auch in anderen Sprachen benutzt :O)
    Herzlichen Dank für diesen wieder rundum schönen Beitrag!
    Ich wünsche Dir ein schönes, freundliches und entspanntes Wochenende!
    ♥️ Allerliebste Grüße, Claudia ♥️

  • nina. aka wippsteerts. 19. September 2020 at 6:58

    Ach, schön Deine Abendstimmung und sowieso Deine Fotos wieder.
    Ich fürchte allerdings, ruhiger wird es in Eurer Gegend erst nach den Herbstferien werden, die ja im Oktober schon wieder anstehen, denn hier waren erste Klausuren angesagt, wo in südlichen Bundesländern die Schule wieder begann. Hier leiden Waldgebiete und typische Ausflugsziele auch sehr unter den Menschen, die nicht auf Wegen bleiben, immer tiefer in den Wald ziehen, am liebsten laut und mit frei laufenden Hunden.
    Bei mir hatte der Tag manchmal auch zu wenig Stunden und dann ist das reale Leben definitiv wichtiger!
    Hab ein schönes Wochenende und liebe Grüße
    Nina

  • Nicole/Frau Frieda 19. September 2020 at 7:42

    Was für wunderbare September-Impressionen, liebe Andrea. Spinnennetz, Sonnenblume, Pilze.. hachz! Man kann eindeutig erkennen, wie wunderbar feucht es bei Euch ist/war. Bei uns hält sich die Trockenheit. Übrigens nicht nur am See bist Du nicht alleine – auch in Kappadokien 😉 Wir haben uns auch sehr über die zweite Staffel gefreut. Dir ein schönes Wochenende. Herzlichst, Nicole

  • Pia 19. September 2020 at 8:25

    Deine Abendhimmel sehen einfach Phantastisch aus. Ich bin jetzt ja in der Woche sehr früh am Morgen schon unterwegs und da habe ich diese Woche die Rote Sonne aus dem Nebel aufsteigen gesehen. Da musste ich natürlich eine Stopp einlegen. In Kappadokien sind wir in einem Ballon über die Felsen geflogen.
    L G Pia

  • Sylvia Dunn 19. September 2020 at 8:55

    Guten Morgen liebe Andrea, vielen Dank für Deine schönen Bilder. Ja mir gefällt es auch mehr mit den Elfen als die das die Spinnen weben. Manchmal ist die Zeit kostbar und knapp, da sind dann die anderen Dinge vorrangig, ich glaube das kennt jeder von uns. Genieße die schönen Tage, ich hoffe sehr, dass die Tourizeit bald vorbei ist und Du wieder an den See kannst.
    Hab ein schönes Wochenende. Lieben Gruß Sylvia

  • Astridka 19. September 2020 at 10:36

    Dem Inhalt deines Waldartikels kann ich nur zustimmen. Brüte auch nun schon seit Tagen über entsprechenden Posts, wobei ich natürlich eher nur das Elend der Bäume in der Stadt vor Augen habe… Ansonsten habe ich auch argen Mut zur Lücke, aber irgendwie nicht verbal oder bildlich darstellbar, ist eher so ein mentales Problem. Um deine schönen Fotoblicke so in die Weite beneide ich dich ja.
    Ein produktives WE wünscht dir
    Astrid

  • kleiner-staudengarten 19. September 2020 at 12:33

    Hallo Andrea,
    deine Impressionen der Abendstimmung sind mal wieder klasse, aber auch die von Spinnennetz, Pilz und Leinkraut haben es mir angetan. Die 5Minuten habe ich mir gegönnt und wie unterschiedlich doch die Ansichten, Bewertungen und Erfahrungen der Beteiligten sind. Kein Wunder, dass die Zeit vergeht und für den Wald bald jede Hilfe zu spät kommt. Mir tut es immer in der Seele weh, wenn ich überall die grauen Flecke der abgestorbenen Fichten in den Waldgebieten sehe.
    Ich wünsche dir ein feines und kreatives Wochenende, Marita

  • Karin Be 19. September 2020 at 16:04

    Das Zitat über die Förster hörte ich vor einigen Tagen im Fernsehen bei einer sehenswerten Reportage: https://www.swrfernsehen.de/betrifft/wald-in-not-was-hilft-dem-gruenen-patienten-100.html
    Auf den Babyquilt bin ich richtig gespannt!
    Schöne Bilder hast Du wieder einmal geteilt. Die Abendstimmungen sind herrlich!
    Schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Karin

  • illy 19. September 2020 at 21:23

    Hallo,
    ich glaube, Deine Woche hat mehr stunden als meine… so schöne Bilder, ein fertiger Quilt, ausgelesene Bücher.. wow.
    Und ja, das Wetter muss man noch ein bissi ausnutzen, auch wenn die to-do lang ist. Ist hier auch so…
    Einen schönen Abend und einen schönen Sonntag wünscht
    illy

  • Christine/Naturdekoherz 20. September 2020 at 10:17

    Hallo Andrea, du zeigst den Monat September von seiner schönsten Seite. Danke für die tollen Impressionen. Man bekommt gleich Lust nach draußen in die Natur zu gehen, um die vielen kleinen Dinge, die dieser Monat mit sich bringt, zu entdecken, zu sammeln, zu pflücken und einfach zusammen mit den (letzten) warmen Sonnenstrahlen zu genießen.
    Wünsche dir einen zauberhaften Sonntag. Liebe Grüße. Christine

  • Rosa Henne 20. September 2020 at 19:25

    Wieder traumhafte Bilder bei dir! Der Pilz, die Sonnenblumen und die Himmelsbilder – wunder voll.
    Beruhigend, dass du beim Kommentieren auch nicht durchkommst…
    Ich bin sehr gespannt auf dein Monatsmotto „Mut zur Lücke“.
    Liebe Grüße
    Ingrid

  • Ulrike 23. September 2020 at 18:51

    Ich habe mal deepl gefragt, als Übersetzung wird zu allererst ‚transition jacket‘ angeboten (ist für mich eher eine wörtliche Übersetzung), die beiden anderen Vorschläge sind da sehr viel treffender: in-between jacket bzw. between-seasons jacket. Die Notwendigkeit eine Jacke für die Übergangszeit scheint wohl in anderen Ländern auch gegeben zu sein 🙂 Und die letzten beiden Begriffe habe ich auch in englischsprachigen Blog-Posts und bei Amazon gefunden.
    Liebe Grüße, Ulrike