Wochenrückblick

Verben erfinden

30. März 2019

Darf man Verben erfinden?
Ich möchte dir eines sagen: ich himmele dich,
so spreizen sich meine Flügel breit aus um dich maßlos zu lieben.

Frida Kahlo (1907-1954)

Meine letzte Märzwoche

 

GEMOCHT: die Farbflashs dieser Woche. Nach dem knalligen Tulpenrot dürfen Eure Augen ins wurzige Grün eintauchen. Diese grüne Wand im Inselpark finde ich absolut genial. So eine hätte ich auch gern, sie darf auch etwas kleiner sein, könnte aber trotzdem ein paar Bausünden in unserer Straße aus unserem Blinkwinkel verdecken.

GEGRÜBELT: über Neologismen (Neuwörter oder Wörter mit neuer Prägung) angesichts des Zitates von Frida Kahlo, das ich diese Woche entdeckte. Fridas „himmeln“ ist ein zauberhaftes Verb.
Stattdessen veganisiere ich die Rezepte der nächsten Woche, barfe meinen Hund,  whatsappe eine Nachricht, versuche am Wochenende zu entschleunigen und schreibe eine Rezension, ohne dabei zu spoilern. Tja, so funzt Sprache, sie passt sich unserem Leben an.
Eines meiner erfundenen Lieblingsverben aus der Kinderzeit meiner Töchter: Die Sonne grellt.  Das passt viel besser zu Fridas Verb und zum Frühling…

 

 

GEJUCHZT: beim Anblick der endlich blühenden Magnolien. Und ein bisschen GEJAMMERT, dass meine Lieblingsmagnolie im Park weichen musste. Die neuen sind noch so klein…

GENERVT: darüber, dass es hier am Bodensee von Umleitungen nur so wimmelt. Als ich ans andere Seeufer zur Tierärztin fahren musste, hatte ich mehreren Umleitungen zu folgen, weil wichtige Straßen am See gesperrt sind. Wenn jetzt demnächst die Ostertouristen hier einfallen, werden die Staus noch schlimmer…

GEWARTET: nur kurz im Wartezimmer der Tierärztin (wäre ja auch komisch, wenn ich nicht in jeder Woche in einem Wartezimmer irgendeines Arztes sitzen würde…)

 

 

GEFOLGT: mit den Blicken vielen verschiedenen Schmetterlingen. Könnt Ihr ihn da oben am Baum entdecken?

GENÄHT: zwei Umhänge für Zauberinnen, einen großen Spiel- und Aufräumsack, der auch als Spieldecke genutzt werden kann, einen Rock für die Tochter

GEDEHNT und GEBEUGT: und weitere Übungen beim Fitnesstraining, das ich jetzt zweimal die Woche besuche

 

 

GEKLAGT: über den Verlust der herrlichen alten Buchen und Eichen die hier (obiges Foto) weichen mussten. Ab durch den Kamin heißt es da, Abholzen lohnt sich halt. Kaminöfen stoßen übrigens mehr Feinstaub aus als Dieselautos (was keine Entschuldigung für die Diesel sein soll!) – „Ceterum censeo…:“ Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass viel zu viel abgeholzt wird und unsere Waldwirtschaft ein Desaster ist.

GEFREUT: über den total artigen Lockenhund, der mich in Ruhe meine Kamera austesten lässt und sämtliche Reize dabei ausblendet. Dafür darf er zur Belohnung auf der Brücke auch Enten, Schwäne und Blässhühner beobachten…

 

 

GEKAUFT: noch ein paar Pflanzen und Salatsetzlinge für den Garten.  Leichte Schuhe für den Sommer (im fünften Schuhladen wurde ich fündig, stöhn…)

GEKOCHT: ein erstes Rezept mit grünem Spargel. Ich musste einfach am letzten Samstag auf dem Wochenmarkt die Biobauern in Griechenland unterstützen. Da habe ich halt ein Sümmchen in leckeren grünen Bio-Spargel aus dem warmen sonnigen Hellas investiert. Dafür kaufe ich kein Fleisch.

 

Werbung da Nennung von Buchtiteln und Namen

GELESEN: John Ironmonger: „Der Wal und das Ende der Welt“. Ein Buch, das mich sehr bewegt hat. Ich werde am Wochenende eine Rezension darüber für Euch schreiben, denn das Lesen lohnt sich. Während  ich nun den Wal, Joe und die Dorfbewohner in Cornwall verlasse, muss ich mich entscheiden, wohin ich mich wende.
Inzwischen haben sich hier nämlich gleich mehrere Bücher aufgetürmt, die ich lesen wollte. Das frühlingshafte Wetter lässt mich zu etwas Italienischem greifen. Domenico Dara: „Der Postbote von Girifalco oder Eine kurze Geschichte über den Zufall“. Somit tauche ich am Wochenende ins Süditalien des Jahres 1969 ab.

GESTÖHNT: über die Umstellung auf Sommerzeit. Und darüber, dass viele die Sommerzeit als Dauerzeit haben wollen. Menno – die Winterzeit – der Begriff ist eigentlich irreführend – ist eigentlich unsere Normalzeit. Es wird nicht das ganze Jahr über Sommer, nur weil wir die Sommerzeit übers ganze Jahr ausdehnen. (Dafür sorgt irgendwann eher der Klimawandel…)

 

 

GECLICKT: Eure feinen Beiträge zum Monatsmotto des März: Den Frühling begrüßen. Denkt dran, die Linkparty endet am Sonntag Abend. Letzte Gelegenheit zur Teilnahme.
Wollt Ihr Euch in Frühlingslaune bringen, dann clickt Euch mal bei den Beiträgen rein.

GEPLANT: am Wochenende muss ich unbedingt eine Jacke für eine Magierin nähen. Der magische Stoff (im selben Farbton wie die Blumen oben) liegt schon bereit. Ich suche „nur noch“ einen möglichst simplen Schnitt. Schließlich muss ich noch heimliche Täschchen für Zauberstab u.ä. hineingeheimnissen… (doch noch ein spannendes Verb zum Abschluss).

 

Auf dem samstäglichen Wochenmarkt wird es jetzt zunehmend bunter und auch wieder voller. Danach geht es flugs in die Stadt, wo wir  eine Liste abarbeiten müssen. Am Nachmittag wollte ich auch noch auf einen Basar, nähen, eine Rezension schreiben, in der Sonne sitzen, mit dem Hund gehen…

Was habt Ihr Euch fürs Wochenende vorgenommen?

Vorher schaue ich aber noch auf einen Samtagsplausch bei der Berliner Andrea (Karminrot-blog) rein. Ihr auch?

  • eva 30. März 2019 at 7:48

    Guten Morgen Andrea,
    oooohhh, der Lockenhund guckt auf der Brücke an die Mainau auf den Bodensee, der hats gut.
    Mit den neuen Verben habe ich so meine Probleme und ja doch die Frieda Kahlo wird hochgelobt,
    aber auch sie hatte doch „Leichen im Keller“.
    Ich wäre alledings sehr froh, ein Bild von ihr zu besitzen.

    Ich denke da immer an Gabriele Münter, die ihre Bilder zu einem Spottpreis in Murnau verkauft hat, nur um zu überleben.

    Wir haben morgen hier Ostermarkt. Werde wohl mit dem Enkel einen kurzen Rundgang machen, aber nix kaufen, habe genug.

    Jetzt schwingen wir uns gleich auf das Rad.
    Lieben Gruß Eva, viel Spaß in der Stadt.

  • Meine Kraftquelle 30. März 2019 at 7:54

    Hallo Andrea,
    der Lockenhund sieht so aus, als würde er am liebsten direkt in den See springen. Wie schön, dass er dich so geduldig deine Bilder machen lässt. Ihr seid ja ein gut eingespieltes Team!

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Viele Grüße von
    Tanja

  • Margot, die Judika 30. März 2019 at 8:17

    Liebe Andrea,
    Kinder sind Meister im Wörter erfinden, was haben wir da gelacht, manche Wortkreationen gingen in den Familiensprachschatz ein und werden noch immer verwendet.
    Das Foto vom schmachtenden Lockenhund ist klasse.
    herzlich Margot

  • Regula 30. März 2019 at 8:30

    Ich glaube, wir haben uns schon mal über das Waldgesetz unterhalten. Was abgeholzt wird, muss aufgeforstet werden in der Schweiz. Trotzdem sieht ein Kahlschlag natürlich schmerzvoll aus. Es etabliert sich hier aber langsam, nicht gleich alle Bäume zu fällen. Anders sieht es mit Baum“riesen“ in den Orten aus. Da wird angeblich aus Sicherheitsgründen gerodet. Ich trauere um zwei wunderschöne Linden (einer auf einer Strssenkreuzung, der andere auf einem Vorplatz), die vor Jahren einfach ruckzuck umgeschlagen wurden. Ich bin sicher, das zweite Beispiel war illegal. Aber ist der Baum mal weg, kann ihn keine Busse wieder heil machen … LG von Regula

    • Andrea 30. März 2019 at 13:07

      Hallo Regula, ja, die schweizer Waldgesetze sind da wohl anders. Hier werden auch oft Sicherheitsgründe vorgeschoben oder in einer Nacht-und-Nebel-Aktion losgeholzt. In Konstanz ist man da nach Protesten in der Bevölkerung etwas vorsichtiger geworden…
      Liebe Grüße
      Andrea

  • frau nahtlust 30. März 2019 at 8:37

    Liebe Andrea, Verben erfinden ist ganz wunderbar und ganz und gar herrlich. Die Österreichen legen da für mich sehr vor, indem sie Dinge schublatisieren und dmait meine deutsche Sprache bereichern. Diese sprachlichen Entdeckungen empfinde ich immer als Geschenk, wenn ich dort bin. Genieße das Wochenende mit allen seinen Verben, seinem Tun, seiner Sonne und allem anderen. ich freue mich schon auf ein neues und gewiss ebenso tolles April-Monatsmotto! LG. Susanne

  • Andrea Karminrot 30. März 2019 at 8:42

    In Wörter erfinden bin ich ganz groß!
    Die Sonne grellt hier übrigens heute ausgesprochen schön. Ich adoptiere dieses Wort Ich liebe es!
    Auch in unserem Grunewald, fallen ständig Bäume. Schrecklich.
    Dein Hund ist einfach ein Traum…
    Lieben Gruß an den See
    Andrea

  • Kunzfrau 30. März 2019 at 8:53

    Ich stehe dem Verben erfinden etwas gespalten gegenüber. Ja, auch ich mache das immer wieder. Ich finde es nur problematisch, dass unsere Jugend vor lauter neu erfundenen Worten oft kaum ein Satz geradeaus sprechen geschweige denn schreiben kann. Da wird es mir Angst und Bange um unsere deutsche Sprache!

    Gruß Marion

  • Sylvia Dunn 30. März 2019 at 9:18

    Liebe Andrea, vielen Dank für die tollen Bilder. Das sieht alles so schön bunt und froh aus.
    Was Du alles vorhast heute. Wow. Auf den Wochenmarkt gehen wir auch gleich noch, dann noch einige Erledigungen machen und danach habe ich vor zu nähen und die Sonne zu genießen.
    Das mit den Umleitungen kenne ich. Ich dachte, das ist nur in der Stadt so schlimm. Diese Umleitungen verzögern unsere Fahrt zur Arbeit und zurück mindestens täglich um 20 Minuten und fast jeden Tag gibt es eine neue.
    Viel Spaß bei Deinen tollen Vorhaben am Wochenende, genieße es lieben Gruß Sylvia

  • Pia 30. März 2019 at 9:26

    Das gleiche Verb kann in unterschiedlichen Regionen ja eine ganz andere Bedeutung haben. Die kindlichen Ausdrucksweisen finde ich ja niedlich, aber mit dem Wortschatz der jungen in den Social Medien habe ich meine Bedenken. Deine Enkel haben es ja sehr komfortabel, du erfüllst ja auch Sonderwünsche, finde ich Zauberhaft:-)
    L G Pia

  • Karin Be 30. März 2019 at 14:53

    Hach, Wörter erfinden! Welch ein Spaß war es immer mit den Kindern!
    Heute im Radio lachte ich herzhaft über die Vorstellung des neuen Verbs brexiten oder brexitten (die Schreibweise war nicht das Thema). Herrlich, wie nützlich dieses Wörtchen sein kann, wie für die Freundin die sich von der Party schon verabschiedet hat und immer noch nicht gegangen ist. 😀
    Für den Schmetterling benötigte ich einige Zeit bis zur Entdeckung, so gut ist er getarnt.
    Über die Art der Waldnutzung klage ich auch hier im Schönbuch.
    Sschönes Wochenende und liebe Grüße,
    Karin

  • Astridka 30. März 2019 at 22:49

    Sprache ist halt was Lebendiges… Wir haben da auch ein reichlich privates Repertoire mit neuen Wörtern.-
    Diese Zeitumstellung ist einfach Sch….
    Arbeiten in Sankt Petersburg, aber leben in Deutschland! Es ist die Sonne, die unseren Biorhythmus bestimmt ( und nicht die Politik ). Und die Sonne steht am höchsten, da ist 12 Uhr mittags. Noch so ein Aufregerthema.
    Einen dennoch schönen Sonntag!
    Astrid

  • ninakol. 30. März 2019 at 22:54

    Zu später Stunde noch einen Grüße genn Süden! Bei Deinem Suchbild habe ich erst gar nicht gelesen, was ich suchen sollte, dafür aber einen Specht gesucht, einen Schmetterlinge gefunden und mich dann selber Geschöpfen, dass ich hätte lesen sollen. Ja, so manches mal fragt man sich ob all der Wortschöpfungen, aber Sprache ist nun mal ein Wandel. Hier wird gerade nicht gern Holz geschlagen, bekommen die Besitzer doch nichts an Gegenwert, müssen gerade bei Käferschaden sogar drauf zahlen…
    Ach, dem Lockenhund beim sehnsüchtig schauen zu zuschauen…:-)
    Schönen Sonntag, liebe Grüße
    Nina

  • ninakol. 30. März 2019 at 22:55

    Geschimpft hab ich mich natürlich:-)

  • mano 31. März 2019 at 8:03

    schmetterling gefunden, mit dem lockenhund enten beobachtet, mich über fridas „himmeln“ gefreut, lust auf grünen spargel bekommen und mich über die zeitumstellung gefreut. denn ich liebe die sommerzeit mit ihren langen, hellen abenden!! die winterzeit darf gerne wegbleiben.
    liebe grüße
    mano

  • Schwarzwaldmaidli 7. April 2019 at 11:26

    Der kleine Mann erfindet auch gerne neue Wortkreationen. 🙂
    Ich mag die Zeitumstellung, obwohl ich es nur so kenne, überhaupt nicht und kam nun morgens so schlecht aus dem Bett. Mit Freunden saßen wir letztens zusammen und diskutierten auch über die Umstellung. Mir persönlich ist die Winterzeit auch am Liebsten.
    Liebe Grüße
    Anette