Blogvorstellungen

Hallo, wer bloggt denn da? Ghislana von „Jahreszeitenbriefe“

2. Dezember 2018

Nachdem ich mit Euch auf der Runde der Blogvorstellungen in Schottland bei Nic in Schottland (Schiehallion) , bei Andrea (Karminrot) in Berlin und im Schwarzwald bei Anette (Schwarzwaldmaidli)vorbeigeschaut hatte, gehen wir heute mal in den Osten Deutschlands. Denn hier wartet Ghislana auf uns, die eigentlich schon in meiner ersten Ausgabe der Blogvorstellungen vorgesehen war.

Wer Ghislana und ihren Blog „Jahreszeitenbriefe“ kennt, weiß um Ihr unermüdliches künstlerisches Schaffen und ihre Naturliebe. Habt Ihr heute am Adventssonntag ein wenig Zeit? Dann viel Spaß beim Plausch mit Ghislana!

 

1 Erzählst Du uns ein bisschen von Dir? Was machst Du so, wenn Du nicht bloggst?

Ich bin 64 Jahre alt, seit gut einem Jahr verheiratet, immer noch in einer Wochenendehe, Mutter von drei erwachsenen Kindern und begeisterte Oma von bisher fünf eigenen Enkelkindern, zwei „angeheiratete“ kamen nun noch dazu, also sind es sieben, tolle Zahl, ich freue mich aber auch gern noch auf weitere …
Ab 1.1.2019 bin ich nun ganz offiziell Rentnerin, aber beruflich und ehrenamtlich – alles kreist in engerem oder weiterem Sinne immer um Bildung – doch noch nicht ganz beim alten Eisen… Da gibt es noch ein bisschen zu tun, das ich liebe und von dem ich glaube, dass ich da auch anderen noch etwas geben kann.
Wenn ich nicht blogge, haha, das ist ja doch immer noch die meiste Zeit im Leben 😉, findet man mich viel draußen, in meinem wilden Garten oder im nicht ganz so wilden, aber sehr naturnahen Schulgarten, an einem meiner Werktische, manchmal mit anderen zusammen, am See, im Wald – auch hier gern mit anderen – oder auch in einem Café, in einer Ausstellung, einem Konzert…
Sehr selten nur bin ich einkaufen und nie vor dem Fernseher, ich habe keinen. Auch putzsüchtig bin ich ganz und gar nicht. Vielleicht sind diese Umstände das Geheimnis meiner „Zeit“, von der manche meinen, ich hätte davon wohl mehr als andere, wenn sie meine Wochenrückblicke lesen?

Aber ich hätte eigentlich noch gern mehr Zeit, zum Beispiel um meine Kinder und Enkelkinder regelmäßiger erleben zu können… Sie wohnen nicht gerade um die Ecke und in entgegengesetzten Richtungen… Immerhin gibt es jetzt wieder ein regelmäßiges jährliches Familientreffen mit meinen Geschwistern und all unseren Kindern und Enkelkindern. Das ist so schön, hin und wieder mal alle zu sehen und ein Wochenende lang zu erleben…

 

 

2 Wie hast Du zum Bloggen gefunden und worüber bloggst Du am liebsten? Spontan oder geplant?
Warum heißt Dein Blog eigentlich „Jahreszeitenbriefe“?

Zum Bloggen kam ich durch eine meiner Töchter, die mehrere Jahre lang selber gebloggt hat. Ich fand ziemlich spannend, was sich da so tat auf ihrem Blog, wer sich da einfand… Einige Bloggerinnen, mit denen ich heute freundschaftlich verbunden bin, habe ich das erste Mal auf dem Blog meiner Tochter gelesen… Eine anstehende Runde mit dem „12tel Blick“, damals noch bei Tabea Heinicker, bei dem man ein Jahr lang jeden Monat am gleichen Ort ein Foto macht und so Veränderungen sehr genau wahrnehmen und zeigen kann, war der letzte Anstoß selber einen Blog zu eröffnen. Denn das war es ja, was mich interessierte, was ich auch beruflich machte, nämlich mit anderen zusammen Natur die Jahreszeiten hindurch achtsam wahrzunehmen und daraus Freude, stützende und motivierende Kräfte zu schöpfen fürs eigene Leben. Deshalb auch der Name „Jahreszeitenbriefe“, die ich tatsächlich auch schreibe, nicht nur als Blog, sondern auch als echte Briefe.

Dazu gehört auch, mich über das Jahr hinweg, immer schön die Jahreszeiten entlang, kreativ zu äußern, Naturmaterialien zu sammeln, zu erforschen, zu verarbeiten, wie z.B. beim Papierschöpfen, beim Ecoprint, in Collagen und dergleichen mehr. Da war mir sehr schnell klar, dass sich da in der Bloggerwelt ein Füllhorn an Anregung auftat. Dass ich in so engen Austausch mit kreativen und künstlerisch tätigen Bloggerinnen kommen würde, der mich sehr beflügelt, hatte ich nicht vermutet, freut und inspiriert mich aber ungemein… Auch weil es bei unseren Begegnungen nicht ausschließlich um kreatives oder künstlerisches Handwerkszeug geht, sondern auch um Kunstgeschichtliches, Menschliches, Politisches. Da ist eine Nähe entstanden, die man dem Medium Internet zunächst nicht zutraut. Und ich gestehe, in meinem Bekanntenkreis ernte ich immer mal wieder irritierte oder verständnislose Blicke, wenn ich erzähle, dass ich blogge… Gerade die durch das Bloggen entstandenen persönlichen Kontakte schätze ich sehr. Sie sind zu einigen der Frauen – ja, alles Frauen – immer enger geworden.

Worüber ich blogge… über meine Naturbeziehung, Kreatives, Reiseerlebnisse, gesellschaftliche Fragen, wie z. B. Nachhaltigkeit. Seit eineinhalb Jahren gibt es bei mir wöchentlich zum Mitmachen den Naturdonnerstag.

Eigentlich würde ich gern noch mehr bloggen, mich im Blog intensiver auch mit meinen Leseerlebnissen und meinen Fragen an unsere Demokratie und unseren Lebensstil beschäftigen, aber das schaffe ich gerade zeitlich nicht, insofern nicht, als das, was ich dazu spontan zu sagen hätte, mir nicht durchdacht und gesichert genug erscheint, als dass ich es so einfach der Öffentlichkeit preisgeben möchte. Also belasse ich es einstweilen bei dem, bei dem ich mich ohne tieferes Eindringen auf Grund meiner Ausbildungen und Lebenserfahrungen gut auskenne. Aber die Lust, in Einiges wieder noch tiefer und gründlicher zu bearbeiten und darüber auch zu schreiben, ist da.

3 Du wohnst in Brandenburg. Was ist Heimat für Dich, was bedeutet sie Dir? Könntest Du Dir auch vorstellen, ganz woanders zu leben?

Ich wohne seit zwei Jahren nun nur noch von April bis Oktober am Rand dieses brandenburgischen Dorfes, mit dem ich – mit einigen Unterbrechungen – inzwischen seit über 50 Jahren vertraut bin, und von November bis März in einer sächsischen Stadt. In Prieros im heutigen Naturpark Dahme-Heideseen bin ich verwurzelt, besonders im landschaftlichen Umfeld.

Während Kindheit und Jugend bis hin ins junge Erwachsenenalter bin ich an die 20-mal umgezogen… Da blieb nie Zeit, sich einen Ort wirklich vertraut zu machen. So habe ich meine Sehnsucht nach Heimatgefühl vielleicht seitdem schon auch auf anderes gerichtet. Das erlaubt es mir, auch weit weg Heimatliches zu finden, von dem ich mich angezogen oder dem ich mich verbunden fühlen kann. Ja, dazu gehören auch Bäume. Aber auch Lebensart, Wohnstile, freundliche Menschen…

Gerade in diesen Tagen habe ich einen Satz, der mir vor rund 25 Jahren mal bei einer ähnlichen Frage in einem Interview herausgerutscht ist, bewahrheitet gefunden: Genervt von einigen Nachwendewehen, bürokratischen Hürden und Schnäppchenjagden hatte ich geäußert, dass ich mir auch vorstellen könnte, mal auszuwandern… Wohin? Nach Italien… Und nun waren wir gerade diese acht Tage in Rom. Da war es wieder, dieses Gefühl, diese tiefe Freude, die mich befällt, ja, so eine Art Heimatgefühl, wenn ich mich in Italien aufhalte, Pinien, Zypressen und Olivenbäume sehe, das Licht, die Farben wahrnehme, den weichen Klang der Sprache höre, das langsamere Lebenstempo erlebe, eine Art gelassener und charmanter „Schlampigkeit“ in manchen Lebensfragen… Wenige Stunden in Deutschland zurück, hatte ich Schnupfen… Ich glaube also, ich könnte mich auch an anderen Orten einleben, eine Frage, die einen mit zunehmendem Alter ja auch beschäftigt. Aber egal, wo ich mal als Hochbetagte lande, bitte, lasst mich einen Baum vor dem Fenster haben…

Dass sich so viele Menschen heimatlos fühlen, heimatlos sind, ihre Heimat aus unterschiedlichen Gründen verlassen, verlassen wollen oder verlassen müssen, bedrückt mich zutiefst. Und in meinem tiefen Inneren weiß ich, dass wir alle dafür mit Verantwortung tragen, nicht zuletzt mit unserem üppigen und in Teilen so verschwenderischen westlichen Lebensstil. Das kann und darf uns nicht egal sein… Mich beunruhigt es. Und es hilft nicht, nichts sehen zu wollen oder mit Fingern auf „die da oben“ zu zeigen und Lösungen zu erwarten, die uns nur ja in unserem satten Leben nicht stören mögen… Das funktioniert nicht… Ein weites Feld…

 

 

4 Schon der erste Blick auf Deinen Blog zeigt, dass Dir die Begegnung mit der Natur eine Herzensangelegenheit ist. Was sind Deine Lieblingsorte in der Natur? Wie bist Du dazu gekommen, Naturerlebnisse zu begleiten und zu vermitteln?

Wo ich mich in der Natur aufhalten kann, fühle ich mich sogleich zu Hause, oft geborgen. Vor allem unter Bäumen, an Gewässern… Naturbegegnung – dieser Begriff ist mir zu kurz begriffen. Naturbeziehung, Naturverbindung – das trifft es eher. Sie ist uns weitgehend verloren gegangen. Natur ist nicht nur unser Gegenüber oder gar nur Kulisse. Wir gehören zu ihr, sind selbst Natur.

Neulich las ich im Internet in einem Kommentar unter einem Artikel, der sich mit der wieder so viel stärker gewordenen Bedrohung des Friedens auch hier in Europa beschäftigte, den Kommentar, das wäre ja schrecklich, es gäbe ja dann kein Leben mehr, wenn es keine Menschen mehr gäbe… Wie bitte? So weit ist es jetzt? Außer dem menschlichen gibt es kein Leben, zählt kein anderes Leben mehr als Leben? Weil wir das tatsächlich nicht mehr wissen, dass es auf Erden auch anderes als menschliches Leben gibt? Als mir das während meines späten zweiten Studiums bewusst wurde, dass uns unsere Naturverbindung abhanden gekommen, abgerissen ist, gekappt letztlich durch die Gewohnheit, alles vermittelt zu bekommen und kaufen zu können, was der Mensch einst in beständiger Kommunikation mit allem Leben selbst besorgen musste, dass diese verlorene Bindung ursächlich dafür verantwortlich ist, dass wir dabei sind unsere Erde zugrunde zu richten, ja, da wusste ich, was ich machen will: Naturverbindung wieder erlebbar machen, fühlbar, wahrnehmbar. Seitdem bin ich mit Menschen, die sich auf diese Erfahrung einlassen wollen, draußen unterwegs, achtsam, mit allen Sinnen, meditativ, spirituell, künstlerisch, schreibend, tönend, ja, auch erkundend, erforschend und benennend, aber das naturkundliche Wissen steht nicht im Vordergrund meiner Arbeit, jedenfalls nicht allein.

Diese Art des Draußenseins hinterlässt Spuren. Keine noch so tolle Wohnung, kein Film, kein Buch kann das Lebendige, das wir draußen er-leben können, ersetzen. Das Lebendige hat andere Qualitäten… Wir haben viel verlernt. Aber wir können unser Leben lang lernen und uns bewusst werden, was wir verlieren, wenn wir so weiter wirtschaften wie bisher.

In Baden-Württemberg gab es vor Jahren ein Projekt mit Naturerfahrungsseminaren für angehende Lehrer, Naturerfahrungsseminare, nicht Naturkundeseminare. Am Ende dieser Seminare zu ihrem Resümee befragt, äußerte eine junge Frau (sinngemäß): „Ich habe mich mein Leben lang nach etwas gesehnt, von dem ich nicht wusste, was es war. Jetzt weiß ich es und werde es nie mehr vergessen.“ Deshalb bin ich auch mit meinen Erzieherstudierenden so oft es ging, raus aus dem Seminarraum, rein in die Natur. Wie sollten sie Kinder Naturerfahrungen machen lassen können, wenn sie selbst nicht wissen, wie sie sich anfühlt und was sie mit einem macht…

 

 

5 Du verbindest die Natur mit kreativem, künstlerischem Schaffen. Welche Materialien faszinieren Dich besonders und warum?
Mit welchen arbeitest Du überhaupt nicht gerne?

Ich verarbeite gern natürliche Materialien in verschiedenen Techniken. Ich lege Mandalas aus Blüten, Zweigen, Blättern, Früchten, ich verwebe Gräser und Zweige zwischen Ästen, ich streue Samen und getrocknete Blüten in meine Schöpfpapiere, locke die Farben der Pflanzen mit Ecoprint auf Stoffe und Papiere, nehme Frottagen von Baumrinden ab und beziehe natürliche Strukturen in meine Wachsbatiken ein… Dabei inspiriert mich das, was die jeweilige Jahreszeit hergibt. Manches sammle ich auch und verwahre es, bis es zum Einsatz kommt… Mein Mann muss damit leben, dass ich ihm vom frisch gehackten Kaminholz ein Stück wegnehme, weil ich da ein Gesicht sehe…

Ungern und nur selten arbeite ich mit Plastik als Material, auch eine Heißklebepistole verwende ich nicht. Plastik ist nicht per se eine schlechte Erfindung, aber die unkontrollierte Flut der über Jahrhunderte nicht abbaubaren Plastik(billig)produkte und die Folgen für unsere Gesundheit und die Gesundheit anderer Lebewesen liegen mir schwer auf der Seele. Also setze ich Plastik nur da ein, wo es in meinen Augen sinnvoll und verantwortbar ist bzw. auch noch nicht oder nicht mehr zu umgehen ist.

 

 

6 Wer Deinen Blog kennt, staunt oft über Deine Schaffenskraft und Ausdauer. Wie behältst Du den langen Atem für Deine größeren Projekte? Was schenkt Dir Kraft?

Ich habe es oben schon erwähnt. Ich habe keinen Fernseher, gehe nur einkaufen, wenn es sein muss, nur zwei bis dreimal im Jahr zum Friseur und kann auch länger als andere gelassen zusehen, wenn sich die Staubmäuse unterm Sofa vermehren und das Laub zur Terrassentür hereinweht. Das sind schon mal ein paar Stunden, die manch andere nicht hat…

Dann bin ich seit einigen Jahren selbständig gewesen und nur in Teilzeit. Ich habe manchmal gesagt, dass ich nur noch halb so viel Geld verdiene, aber doppelt so glücklich bin. Allein, was man schon nicht mehr an Kleidung zu kaufen, zu waschen und zu bügeln braucht, wenn man nicht mehr als leitende Angestellte in der Öffentlichkeit unterwegs ist… Ja, und dann ist es so, wenn mich Themen interessieren und gepackt haben, dann lassen sie mich auch nicht mehr los, und ich bleibe dran, mal mit mehr, mal mit weniger Energie. Diesen Sommer zum Beispiel hatte ich viel mehr Kreatives auf meiner Liste, als ich angesichts dieses trockenen Gartensommers schaffen konnte. Ein wesentlicher Punkt ist vielleicht auch, dass die künstlerische Tätigkeit zu einem gewissen Grad Teil meines Lebens, meines Seins geworden ist, d. h. ich mache das nicht nur, wenn „Frei“zeit nach allem anderen dafür übrig bleibt, sondern Papierschöpfen steht genauso in meinem Terminkalender wie die Schulgartenstunde.

Auch, dass ich so unbändige Freude und Befriedigung am Schaffensprozess an sich empfinden kann, ohne dass da ein „verwertbares“ Ergebnis herauskommen muss, spielt sicher eine Rolle. Ich schaffe, aber ich muss nichts schaffen… Trotzdem ist da genug, was wird… Und ich freue mich, dass es da ist. Ach ja, mein großer Werktisch ist auch immer verfügbar, nimmt den halben Wohnraum ein, ich muss mir nicht erst irgendwo Platz schaffen, um kreativ zu werden, kann Angefangenes liegen lassen. Der Werktisch ist eigentlich nur blank aufgeräumt, wenn ich durchschnittlich ein- bis zweimal im Monat Kursteilnehmer erwarte. So ist immer irgendetwas Material da, ein Blick über den Tisch genügt und eine Inspiration lacht mich an… Spart auch Zeit, die ich direkt ins Werkeln investieren kann… So geht es meist bei Collagen… Aus alldem und dem vielen Draußensein schöpfe ich auch meine Kraft. Auch daraus, dass es ein paar Frauen gibt, die immer wieder zu mir kommen und selber auf der Suche nach kreativem Erleben sind. Wenn die dann glücklich wieder von dannen ziehen, bin ich zwar schon auch erschöpft, na klar, aber glücklich erschöpft. Und meist wachsen dann schon wieder neue Vorhaben in mir…

Dass mein Mann und meine Familie meine Art zu leben und zu schaffen tolerieren und fördern, und insbesondere die größeren Enkelkinder dem auch große Neugier entgegenbringen und sich auf „ihre“ Kreativ-Sommerferien mit mir freuen, macht es mir leicht, mich damit selber auch gut zu fühlen. Wenn ich mich müde fühle, gehe ich in den Garten, an den See, im Wald spazieren oder lesen und schlafen… Abends schreibe ich seit über einem Jahr drei Freuden des Tages in ein Büchlein, kleine und große… So beschließe ich jeden Tag für mich mit einem Lächeln…

 

 

7 Seit einiger Zeit lernst Du Japanisch und hast auch Japan bereits besucht. Was fasziniert Dich an dem Land?

Meine Faszination für Japan hat vor allem durch meinen jetzigen Mann viel Fahrt aufgenommen, der Japan seit Jahrzehnten mehrmals besucht hat und es mir gern nahebringen möchte. Vorher beschränkte sich meine Kenntnis auf japanische Holzschnitte, japanische Gartenkultur und Zen…

Inzwischen habe ich mich mehr mit kulturhistorischen Hintergründen beschäftigt, habe Interesse an japanischer Papierherstellung, japanischen Mustern und Wabi Sabi gefunden, an Bori und Kintsugi. Die Achtsamkeit mit Menschen und Dingen umzugehen, Altes zu respektieren und das Einfache zu schätzen, die überschäumende Freude und Ehrfurcht gegenüber den jahreszeitlichen Erscheinungen, wie z. B. der Kirschblüte (Japaner kennen 72 Jahreszeiten…) berühren mich. Auch wenn ich weiß, dass das im modernen beruflichen Japan mit seinem Tempo und Hochleistungsanspruch verloren zu gehen droht…

Im März werde ich zum zweiten Mal mit meinem Mann für einige Wochen nach Japan reisen, nach Kyoto, Hiroshima und Tokio…

 

 

8 Gibt es etwas, was Du unbedingt noch (kennen-)lernen möchtest?

Ich habe mich in diesem Jahr entschieden, damit aufzuhören neue kreative oder künstlerische Techniken lernen zu wollen… Da habe ich schon soviel gemacht, dass ich es an der Zeit finde, das Gelernte zu festigen, auszubauen und miteinander zu verknüpfen… Da gibt es so ein unerhört breites Spektrum an Möglichkeiten, die noch längst nicht alle ausprobiert sind… Aber das heißt nicht, dass ich keine kreativen Kurse mehr besuche. Denn auch in schon vertrauten Techniken gilt: Es ist des Lernens kein Ende. Und ich bin ein begeisterter Lerner…, immer schon gewesen…, jedenfalls, wenn ich lernen kann, was ich will 😉. 2019 will ich im Ecoprint und im Buchbinden dazulernen. Ein paar Reiseträume habe ich auch noch…

 

 

9 Bei welchen Blogs klopfst Du regelmäßig an die „Tür“?

Die allerliebsten langjährigen Lieblingsblogs wegen ihrer andauernden Faszination und Inspiration für mich sind die von Le monde de Kitchi , vor allem mit der Great-Women-Reihe und den so engagierten Einwürfen zur Tages- und Weltpolitik, die künstlerischen Kostbarkeiten und Wanderlust weckenden Ausflüge in Manos Welt, die Künstlerin und Aufweckerin hinter Strohzugold Lisa , die Muster- und Buchbindekunst von MüllerinArt , die Macherinnen hinter und die Postkunst-Aktionen vom Post-Kunst-Werk-Blog , die poesievollen Fundstücke und Kunstwerke bei Augengeblicktes , Papiere aus der Buntpapierfabrik , die literarischen und kreativen Kleinode der Tauschlade , Schreibtischwelten , die kalligraphischen und anderen Zauberstückchen bei Feuerwerk by KaZe , …, hach… Es gibt noch so viele tolle Blogs mehr, deinen zum Beispiel… Ich schaffe oft nicht bei wirklich allen abonnierten Blogs regelmäßig zu lesen, geschweige denn zu kommentieren… Das ist schade… Aber ich habe da auch viel Druck aus dem Kessel gelassen, und das ist wohl auch gut so.

 

10 Wenn keiner hinsieht…,

dann lasse ich den Abwasch stehen, den Wäschekorb zu voll werden, esse eine halbe Tüte Spekulatius auf einmal und nasche die mit Schokolade bezogenen Ingwerstäbchen ganz alleine weg…

 

 

11 Frage der Bloggerin, die vor Dir an der Reihe ist:
Ein Wochenende ohne Verpflichtungen. Wie sieht das aus?

Das hieße, mein Mann wäre nicht da, was wegen dienstlicher Verpflichtungen auch am Wochenende mal vorkommen kann und ich könnte ganz allein entscheiden… Vermutlich würde ich mich treiben lassen, je nach Wetterlage … Wenn ich überraschend auf einmal viel Zeit habe, nehme ich mir eine Wanderung oder eine Radtour vor oder auch einen Ausstellungsbesuch, besuche dazu eine der Lieblingsstädte in der Nähe, in Brandenburg wären es Berlin oder Potsdam, in Sachsen Dresden oder Leipzig, und immer käme da auch ein Cafébesuch heraus, Leute gucken, ein bisschen Tagebuch schreiben, Gedanken spinnen und notieren… Es würde also sehr wahrscheinlich eine Verabredung mit mir allein herauskommen…

 

12 Welche Frage würdest Du gerne der nächsten Bloggerin, die auf meinem Blog vorgestellt wird, weitergeben?

Du hast Zeit für eine ganze Wanderwoche in Deutschland, wohin führt ich dein Herz?

 

Vielen Dank, liebe Ghislana, für die nette Unterhaltung! Es hat mich sehr gefreut, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten.

Ich wünsche Euch allen noch einen wunderschönen 1. Advent!

 

15 Kommentare

  • Antworten Nicole/Frau Frieda 2. Dezember 2018 at 7:27

    Wie gerne habe ich diese Blogvorstellung gelesen, liebe Andrea und liebe Ghislana. Schon lange fühle ich mich mit Ghislana verbunden, alleine unsere Liebe zur Natur freut mich immer sehr. Nicht immer kommentiere ich bei ihr, doch spätestens am Naturdonnerstag reiche ich ihr meine Hand. Euch beiden einen heimeligen & besinnlichen ersten Advent. Herzlichst, Nicole

  • Antworten frau nahtlust 2. Dezember 2018 at 7:31

    Oh das habe ich jetzt wirklich sehr gerne gelesen, Andrea und Ghislana, und mich erfreut, mehr über Ghislana zu erfahren und weitere Einblicke außerhalb ihres Blogs zu bekommen. Danke für diese feine Sonntagslektüre! LG und schönen 1. Advent!
    Susanne

  • Antworten eva 2. Dezember 2018 at 9:33

    Meine Vorschreiberinnen haben ja alles gesagt und ich besuche Ghislana gerne auf ihrem Blog.
    Ja, wenn man mich nach einem Wanderwochenende fragen würde, da gibt es viele Wege in Baden-Württ.
    am liebsten aber dann Wandern mit den Pedelec.

    Lieben Gruß Eva

  • Antworten Astridka 2. Dezember 2018 at 9:42

    Das ist, als hätte man Ghislana einen ganzen Tag um sich gehabt und ihr zugehört… Schön, wenn man dazu den Klang ihrer Stimme kennt ( und ihren leichten Berliner Einschlag 😄, obwohl sie doch Rheinländerin ist ).
    Tolles Selbstporträt!
    Astrid

  • Antworten Pia 2. Dezember 2018 at 12:54

    Vieles teile ich mit Ghislana bei der ich sehr gerne beim Naturdonnerstag zu Gast bin, aber um vieles beneide ich sie auch und immer wieder bewundere ich sie.
    L G Pia

  • Antworten Liliane 2. Dezember 2018 at 13:50

    Wunderbares Interview. Sehr berührend und auch bestätigend in meinem eigenen Empfinden. Herzlichen Dank! Ich wünsche eine schöne Adventszeit!

  • Antworten Sandra 2. Dezember 2018 at 15:48

    .. wie schön, dieses Gespräch zu lesen und was für eine bewundernswerte Lebenseinstellung von der ich mir zu gerne Stückchen für Stückchen abschneiden würde.
    Eine lebensfrohe Adventszeit wünscht Sandra

  • Antworten Birgitt 2. Dezember 2018 at 18:47

    …ach wie schön, hier ein bisschen Ghislana zuzu“hören“…zumal ich unser für bald geplantes Treffen heute gerade absagen mußte…und ein paar Denkanstöße nehme ich auch wieder mit,

    liebe Grüße an euch beide,
    Birgitt

  • Antworten Magdalena 2. Dezember 2018 at 21:33

    Die Blogvorstellung ist eine großartige Idee. Den Beitrag von Ghislana habe ich mit Begeisterung gelesen.
    LG
    Magdalena

  • Antworten mano 3. Dezember 2018 at 6:46

    ich komme wieder wenn mein kopf freier ist und freu mich total auf diesen beitrag!!
    lg, mano

  • Antworten jahreszeitenbriefe 3. Dezember 2018 at 8:37

    Danke, liebe Andrea, für deine Gastfreundschaft, und euch für das Echo in den netten Kommentaren… Liebe Grüße Ghislana

  • Antworten mano 5. Dezember 2018 at 5:11

    ein beitrag, den ich voller freude gelesen habe! ich schätze mich sehr glücklich, ghislana via bloggerei kennengelernt zu haben. es wunderbar mit ihr gemeinsam zeit in der natur und am werktisch zu verbringen und ihren immer interessanten blogbeiträgen zu folgen. schön, dass es dich gibt, liebe ghislana!!
    und dir, liebe andrea, danke für das interview, das mir noch einmal einige aspekte mehr von ghislanas naturliebe aufgezeigt hat.
    liebe grüße
    mano

  • Antworten Andrea Karminrot 7. Dezember 2018 at 8:00

    Genauso, habe ich Ghislana einmal getroffen.
    Sie ist eine tolle und spannende Frau.
    Schönes Interview.
    Lieben Gruß
    Andrea

  • Antworten Margot / Judika 11. Dezember 2018 at 16:18

    Liebe Ghislana,
    wie schön, dass Du bei der Zitronenfalterin ein bißchen aus Deinem Nähkästchen geplaudert hast und den Vorhang noch ein wenig weiter gelüftet hast. Es hat mir Spaß gemacht Dein Selbstportrait zu lesen.
    viele Grüße Margot

  • Antworten Karin Be 13. Dezember 2018 at 0:04

    Sehr interessant und Parallelen entdeckt, die mindestens einen Austausch bei einer Tasse Kaffee/Tee wert wären. Danke an Dich Andrea für diese Vorstellung Ghislanas,
    viele liebe Grüße,
    Karin

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