Blogvorstellungen

Hallo, wer bloggt denn da? – Andrea von „Karminrot“

16. September 2018

Fein, dass die Wiederaufnahme der Reihe „Hallo, wer bloggt denn da“  so großen Anklang fand. Blogvorstellungen sind doch immer wieder eine schöne Möglichkeit, mehr über eine Bloggerin zu erfahren, deren Blog man schon längere Zeit liest, oder einen Blog ganz neu zu entdecken.

Nach dem Auftakt bei Nic von Schiehallion in Schottland springen wir jetzt in die deutsche Hauptstadt Berlin.
Seit Ihr vielleicht auch samstags immer zu Gast beim Samstagsplausch,   holt Euch tolle Strickinspirationen oder schaut nach interessanten Lesetipps im karminroten Lesezimmer?  Dann kennt Ihr Andrea und ihren Blog Karminrot vielleicht schon.

Hallo und willkommen liebe Namensvetterin Andrea!

1 Erzählst Du uns ein bisschen von Dir? Was machst Du so, wenn Du nicht bloggst?

Klar erzähle ich dir von mir. Ich bin inzwischen über 50 und habe zwei wundervolle Monster groß gezogen. Wenn ich nicht blogge, treffe ich mich mit Freundinnen zum stricken. Manchmal, wenn es das Wetter zulässt, dann mache ich in und um Berlin Radtouren. Dabei habe ich dann meistens meine Kamera in der Fahrradtasche.

Es gibt natürlich auch noch einen Beruf, der eigentlich eine Berufung ist. Aber den lasse ich gerne außen vor. Nicht, dass ich ihn nicht gerne mache, aber ich möchte mich auf einem Blog oder auch im Netz nicht darüber auslassen, sonst würde ich mega viele Seiten füllen. Also lassen wir das  weg. Ich arbeite ja zum Glück auch nicht volltags, so dass ich mir einige freie Tage im Monat gönnen kann, an denen ich nicht an meine Berufung denken muss.

Eine weitere Leidenschaft, ist das Lesen. Ich lese ziemlich viel und gerne. Vor Jahren bevorzugte ich eher Fantasie, aber inzwischen lese ich lieber Zeitgenössisches, Romane und manchmal schiebe ich auch einen Krimi dazwischen.

2 Wie hast Du zum Bloggen gefunden und worüber bloggst Du am liebsten? Spontan oder geplant? Warum heißt er eigentlich „Karminrot“?

Ich blogge meistens eher spontan. Schon oft habe ich versucht, Post schon mal “auf Halde” zu legen. Das klappt aber selten. Die Ideen dazu schwirren mir ständig im Kopf herum. Nach all den Jahren habe ich immer noch kein Konzept gefunden, wie ich das besser machen kann.

Wie ich zum Bloggen kam? Während eines Stricktreffen beim Möbelschweden erzählte eine Frau, dass sie bloggen würde. Bis dahin, wusste ich ehrlich gesagt gar nicht, was das sein soll. Ich googlte ihren Blog und dachte mir, das kannst du aber besser. Auf ihrem Blog ging es um mein Lieblingsthema, das Stricken. Warum sollte ich das denn nicht auch können. Ich habe mich an den Rechner gesetzt und es versucht. Ich fand meinen Blog am Anfang wirklich schön, aber mit der Zeit sah ich noch bessere und schönere Blogs. So veränderte sich die Ansicht ständig. Mit dem Aussehen jetzt, bin ich ganz zufrieden. Mal sehen wie lange.

Karminrot, ist einfach meine Lieblingsfarbe. Ich mag das satte Rot und Freundinnen behaupten immer wieder, dass mir die Farbe gut stehen würde. Als ich so am Rechner saß und über meinen Webauftritt nachdachte, fiel mir einfach meine Farbe ein. So kam der Blog zu seinem Namen.

 

3 Du bist eine echt Berliner Pflanze.
Wie würdest Du den Begriff Heimat verorten, was bedeutet sie Dir?
Könntest Du Dir vorstellen, woanders zu leben? Wenn ja, wo?

Ja, ick bin een echta Baliner! Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Und das im Westen der Stadt, als es noch die Mauer gab.

Ich habe schon öfter darüber nachgedacht, was für mich Heimat wohl bedeuten mag. Berlin ist meine Stadt! Ja! Ich mag es, wie hier die Kulturen zusammentreffen. Ich bin mit ausländischen Kindern groß geworden und in Berlin sind schon immer die Länder der Welt miteinander verschmolzen. Inzwischen spricht die Stadt mit so vielen Sprachen, dass es manchmal unheimlich scheint, wie wir uns verständigen. Interessanterweise, übernehmen die längerfristig hier Lebenden, den knurrigen Ton des Urberliners.

Aber Heimat? Ich fühle mich an verschiedenen Orten wohl und meine Heimat ist wohl dort, wo sich meine Freunde aufhalten. Heimat ist schwierig zu verorten. Und wo ich sonst leben wollte, wenn nicht hier, dann wohl in Hamburg oder in den Bergen. In den Tiroler Alpen habe ich manchmal das Gefühl, dort schon einmal ein Leben gelebt zu haben. Hoch droben, zwischen den Ziegen, Kühen und Schafen. Wer weiß…

 

4 Wenn es uns nach Berlin verschlagen würde, gäbe es da einen Geheimtipp, den wir nicht verpassen sollten?

Das ist eine wirklich schwierige Frage. Berlin hat so viele schöne Ecken und wenn ich dir heute etwas empfehlen würde, dann wäre es morgen schon kein Geheimtipp mehr. Denn Berlin verändert sich ständig. Die Tipps sind am nächsten Tag in aller Munde. Es gibt das Bergmannstraßenfest. Das war mal sehr schön, weil sich dort Menschen trafen, die so ein Urgestein waren, wie ich. Es ging dort mit der herzlichen Art der Berliner zu: “kieckste mal,… ejjj jetze ma halblang… , Dit iss jetze aba nich deen ernst …”
Aber seit einigen Jahren steht dieses Fest in den Reiseführern. Seitdem ist es von Touristen überschwemmt und es macht für den gemeinen Berliner keine Freude mehr dorthin zu gehen. Geheimtipps findest du also zur genüge.

Wenn du nach Berlin kommst, dann schreibe mich einfach an und wir können mal gucken, wohin ich dich mitnehmen könnte. Denn Berlin hat Einiges zu bieten. Und nicht jeder möchte in Museen oder in den Wald gehen. Ich selber genieße es immer mit meinen Gästen in die Berliner Biergärten zu gehen.

 

5 Du führst zusätzlich noch einen Bücherblog und bezeichnest Dich als Leseratte.
In welcher Art von Büchern kannst Du Dich stundenlang verlieren und um welche Literaturgattung machst du einen Bogen? Wo liest Du am liebsten?

Das hatte ich ja schon oben einmal gesagt. Ich mag inzwischen zeitgenössische Literatur. Romane, die den Kopf etwas fordern. Seichte Bücher lese ich wirklich nur, wenn es sein muss und ärgere mich, wenn ich dafür Geld ausgegeben habe. Genauso wenig, mag ich inzwischen Thriller. Diese blutrünstigen Bücher landen bei mir meistens auf dem Stapel und bleiben dort ewig liegen. Eine Gartennachbarin versucht es immer wieder, mich davon zu überzeugen. Manches mal ist es aber auch ein Krimi, den ich verschlinge. Besonders, wenn der im alten Berlin spielt.

Es gibt Bücher, in denen ich komplett abtauchen kann. So ging es mir zum Beispiel mit “Die Gestirne” von Eleanor Catton. (Werbung da Namensnennung und Verlinkung) Ein Buch wie ein Film. Sobald ich solche Bücher in die Hand nehme, bin ich auch schon verschwunden. Und dann ist es mir eigentlich auch egal, wo ich lese. Tatsächlich bin ich am liebsten draußen. Wenn es kälter wird, dann mit dickem Pullover (selbstverständlich selbst gestrickt!) und einem heißen Kaffee. Aber ich kann mich natürlich auch auf meinem Sofa einrollen.

 

6 Wollläden sind ja Orte der Versuchung für Dich. Was begeistert Dich am Handarbeiten?
Wann und wie bist Du den Strick- und Nähnadeln verfallen?

Ach stricken…das mache ich eigentlich schon seit ich 7 Jahre alt war. Meine Mutter zeigte es mir. Die Strickliesel war mir nicht mehr genug. Ich wollte mehr. Mama ist nicht die größte Strickerin. Aber die Grundkenntnisse wollte sie mir zeigen. Ich habe alles in die Ecke gepfeffert und es mir ein bisschen später selber beigebracht. Und weil ich gerne Rätsel knacke, habe ich mich an die ersten Anleitungen gemacht.

Irgendwann habe ich feststellen müssen, das meine Art zu stricken einen Haken hat. Ich verdrehe nämlich die Maschen. Und auf dem Rückweg, drehe ich sie zurück. Das nennt man “falsch stricken”. Aber wenn man das weiß, dann kann man auch Muster knacken, die sich sonst in sich verdrehen würden. Für Nichtstricker schwer zu verstehen…

Was mich daran begeistert? Ich komme beim Stricken runter. Ich drifte auf meinen Gedanken davon. Wenn ich Muster stricke, bin ich so davon eingenommen, dass mich alles andere kalt lässt. Wenn ich glatte Modelle stricke, kann ich gleichzeitig Bücher verschlingen. Außerdem, finde ich es richtig toll, mich hinstellen zu können und die bewundernden Blicke zu ernten, wenn ich etwas besonders schön gemacht habe.

 

7 Lassen wir mal die Handarbeit beiseite:
Was hast Du eigentlich schon immer gerne lernen wollen, aber bislang aber noch nicht angegangen.
Warum würdest Du es gerne können?

Hmm…das ist eine wirklich schwere Frage. Ich bin ein Autodidakt. Ich mag es nicht, wenn mir jemand etwas erklärt. Ich versuche immer alles alleine auf die Reihe zu bekommen. (Sehr zum Ärger manch einer Freundin, weil die mir etwas beibringen wollen)

Will ich noch etwas lernen? Spontan, nein. Ich habe so viele Hobbys, da kann ich eigentlich nicht noch etwas gebrauchen, das mir meine Zeit stiehlt.

 

8 Hast Du in Deinem Leben jemals eine wichtige Entscheidung getroffen, die Du heute ganz anders entscheiden würdest?

Ja, vielleicht meine Berufswahl. Mit dem Wissen von Heute, hätte ich mich bestimmt anders entschieden. Allerdings wüsste ich nicht, was ich lieber machen würde.

 

9  Bei welchen Blogs klopfst Du regelmäßig an die „Tür“?

(Werbung da Verlinkungen) Da gibt es zum Beispiel deinen Blog. Aber auch der von Marion (Kunzfrau-Kreativ) oder bei Astrid (le monde de kitchi). Astrid und Silvias Blog Leckere Kekse lockt mich immer wieder zu meinem Buchdealer.

Außerdem, besuche ich viele andere Buchblogger, um mir noch mehr Lust auf Lesen zu holen. Gute Strickblogs werden immer seltener, finde ich.

 

10 Wenn keiner hinsieht, dann…

…laufe ich gerne den ganzen Tag im Nachthemd herum. Sich mal richtig gehen lassen, das ist reiner Luxus.

 

11 Welche Vierbeiner begleiten Dich? Bist Du Hunde- oder Katzenmensch?

Eigentlich beides. Ich bin mit Hunden aufgewachsen und habe ein gutes Händchen bei den meisten Kläffern.

Katzen begleiten mich, seitdem ich in meine eigenen vier Wände gezogen bin. Ich mag ihre “Ich-mach-mein-Ding-Art”. Sie lassen sich in den wenigsten Dingen beschränken. Wenn ich ihnen mühsam das Auf-den-Tisch-springen abgewöhnt habe, machen sie es eben, wenn ich nicht da bin. Das nenn´ ich konsequent. Was ich nicht sehe, kann ich nicht verbieten. Sie sind so viel selbstbewusster als Hunde

12 Frage von Nic von Schiehallion, die im August hier vorgestellt wurde:
Als ich mit dem Bloggen anfing, „unterhielt“ ich mich dabei in erster Linie mit meiner Familie, andere Leser/innen stießen erst nach und nach dazu:
Findest Du es seltsam dabei Menschen anzusprechen, die Du nicht wirklich kennst?

Nee, finde ich nicht. Manchmal quatsche ich einfach Leute an, weil ich ihnen helfen möchte. Aber so, über meine Bloggerei, da bin ich eher verhalten. Viele wissen ja nicht mal, was bloggen ist und was sie damit anfangen sollen. “Wozu machst du das eigentlich”, ist dann meistens die Frage. Nachgedacht,  kann ich nur sagen, weil es mir Spaß macht und ich Freude daran habe über die Bloggerei nette Menschen kennengelernt zu haben, die nichts mit meinem Job zu tun haben, die meine Interessen teilen.

 Nun ist Andrea selber an der Reihe: Welche Frage würdest Du gerne der nächsten Bloggerin, die auf meinem Blog vorgestellt wird, weitergeben?

Als welche Romanfigur könntest Du Dir Dich vorstellen? Und warum ausgerechnet diese Figur?

Danke, liebe Andrea, dass Du Dir die Zeit genommen hast, auf meine neugierigen Fragen zu antworten. Deine Frage an die nächste Bloggerin ließ mich schmunzeln. Da bin ich jetzt wirklich auch gespannt, auf welche Romanfigur die Wahl fällt. Wer uns diese Frage beantworten wird?

Das werden Andrea vom Blog Karminrot und Ihr im Laufe des Oktober bei der nächsten Blogvorstellung erfahren.

  • Astridka 16. September 2018 at 9:00

    Schön, eine gute Bekannte sozusagen hier bei dir zu treffen, die netteste Berlinerin, die ich kenne! Und die wirklich die Eigenschaft hat, die man den Menschen in der Hauptstadt nachsagt: Witz! Das wäre auch mein Wunsch: wieder mehr Stadtgeschichten!
    Habt ihr beiden Andreas fein gemacht, dieses Interview zu veröffentlichen! Danke!
    Astrid

    • Andrea Karminrot 16. September 2018 at 10:06

      Daran arbeite ich, Astrid.
      Mehr Stadtgeschichte auf meinem Blog

  • Eva 16. September 2018 at 9:15

    Guten Morgen Andrea,
    da ich auch öfters bei Andrea vorbeikomme, kannte ich ja vieles schon.

    Ich hoffe, dass ich im neuen Jahr wieder mal mit nach Berlin darf, meinPartner hat dort zu tun.

    Auf die Romanfigur bin ich auch gespannt, ich wäre sehr gerne Desiree von Bernadotte.
    Mich hat damals der Roman von Annemarie Selinko sehr sehr beweft. Schade, dass sie ein wenig in Vergessenheit geraten ist, das wäre doch ach mal was für Astrid,

    Schön gemacht liebe Andrea und vielen Dank an die Andrea. :-))

    LG Eva

  • Lydia 16. September 2018 at 10:37

    Eine tolle Blogvorstellung,liebe Andrea.Es ist immer sehr interessant auf spannende, inspirirende Blogs zu stoßen.
    Liebe Grüße aus dem hohen Norden,
    Lydia

  • ninakol. 16. September 2018 at 12:13

    Danke wieder für eine schöne Vorstellung!

  • Kunzfrau 16. September 2018 at 15:06

    Das war jetzt richtig schön zu lesen. Ist etwas ganz anderes eine Vorstellung einer Bloggerin zu lesen, die einem bekannt ist. Das hat mir richtig Freude geamcht. Und wirklich eine schöne Idee von dir diese Blogtour!

    Gruß Marion

  • Judika 16. September 2018 at 19:05

    Liebe Andrea,
    Deine Vorstellung von Andrea ist sehr schön, ein tolles Foto von sich hat Andrea herausgesucht, sie lächelt so sympathisch in die Kamera.
    viele Grüße Margot

  • jahreszeitenbriefe 16. September 2018 at 21:00

    Sehr sympathisch, heiter und witzig habt ihr das gemacht, ihr zwei Andreas, und ich hab gleich mal wieder ein bisschen Sehnsucht nach Berlin bekommen…, also nicht bloß zu einem „Zweck“ hinfahren, sondern mal wieder ein bisschen umherlaufen, im Café sitzen, Leute gucken… Und ich gehöre zu den Pflegeleichten, mit Museum und Wald kann man mir auch in Berlin große Freude machen 😉 Liebe Grüße Ghislana

  • Karin Be 16. September 2018 at 23:29

    Schöne Lektüre über eine Bloggerin, wo ich auch gerne ab und an vorbei schaue.
    Viele Grüße,
    Karin

  • Pia 17. September 2018 at 10:05

    Ich glaube, sollte ich tatsächlich einmal nach Berlin kommen, könnte ich mir vorstellen Andrea anzuschreiben.
    Ich mag ihre Art, so frisch von der Leber zu schreiben sehr.
    Meine Bloggrunden wären tatsächlich ohne euch beiden Andreas um viele Inspirationen ärmer.
    L G Pia

  • Nicole/Frau Frieda 18. September 2018 at 10:43

    Andrea’s Blog kenne ich schon scheinbar endlos lange und plausche immer wieder gerne Samstags bei ihr/mit ihr. Sie hier bei Dir zu entdecken, hat mich sehr gefreut, liebe Andrea. Ich mag ihre „Berliner Schnauze“ sehr ;))) Herzliche Grüße an Euch beide, Nicole

  • Rosi 19. September 2018 at 22:13

    eien schöne Vorstellung..
    immer interessant zu erfahren wer hinter einem Blog steht
    auch wenn in den Beiträgen ja viel mit einfließt
    hihi
    den ganzen Tag im Nachthemd??
    Das mach ich auch gerne
    besonders bei dieser Hitze

    liebe Grüße
    Rosi

  • mano 21. September 2018 at 17:13

    eine tolle frau, diese andrea!! ich muss einfach öfter wieder bei ihr vorbeischauen!
    lg, mano