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Rückschau Junibücher – Vorschau Julibücher

28. Juni 2021

unbezahlte und unaufgeforderte Werbung, da Nennung von Buchtiteln und Namen. Rein persönliche Empfehlungen, alles selbstgekauft.

Alle Junibücher inklusive meines Buches für mein Jahresprojekt habe ich bereits durchgelesen. Es sieht so aus, als müsste ich schon einen Roman aus dem Stapel für den Juli ziehen. Aber zunächst blicke ich mit Euch zusammen kurz zurück:

Junibücher

Als ich euch Anfang Juni über meine Bücherliste berichtete, hatte ich die ersten davon schon verschlungen.

Michael Holzach: „Deutschland umsonst. : Zu Fuß und ohne Geld durch ein Wohlstandsland“ und Michael Holzach, Fredy Heyden: „Ich heiße Feldmann und bin ein Hund“

Schon hier kurz vorgestellt.

Hannes Stein: „Der Weltreporter – Ein Roman in zwölf Reisen“

Dieses Buch hat mich nicht ganz überzeugen können. Für mich standen die zwölf unterschiedlichen fantastischen Reisen ziemlich zusammenhanglos in einer erzählerischen eher langweiligen Rahmenhandlung. Das pandemische Hintergrundbild wirkte ziemlich nah, obwohl der Autor diese vor der Coronazeit verfasste. Leider konnten mir die Protagonisten nicht wirklich überzeugen.
Irgendwie traf dieses Buch so gar nicht meinen Nerv.

Sophie Bienvenu: „Sam ist weg“

Matthieu ist mitten in seinen Zwanzigern, schon aus der Gesellschaft gefallen und lebt auf der Straße. Seine stete Begleiterin ist seine Pitbull-Hündin Sam. Als er sie kurz anbindet, ist sie nach seiner zeitnahen Rückkehr verschwunden. Auf seiner verzweifelten Suche erzählt er seine berührende Geschichte. Vom verkorksten Elternhaus mit der lieblosen und übergriffigen Mutter über die gescheiterte Beziehung und frühe Vaterschaft wird einem klar, was der Hund Sam für Matthieu bedeutet.

Sam war mein Schutzwall gegen die Erinnerungen, in denen ich manchmal fast ertrank, und jetzt ist sie nicht mehr da.

S. 123

Am liebsten möchte man Matthieu feste in den Arm nehmen und ihm beistehen. Was ihm widerfuhr, ist so tragisch und furchtbar.
Die Autorin hält einen Schimmer von Hoffnung und Zuversicht am Ende für Matthieu bereit.
Ein sehr bewegendes Buch, sehr gut und einfühlsam geschrieben. Von mir bekommt es eine Leseempfehlung.

Helen Macdonald: „H wie Habicht“

Helen Macdonald hat hier eine großartige Chronik über ihre Reise von Trauer zu Akzeptanz geschrieben, die sie durch das Abrichten eines Habichts absolvieren konnte. Nach dem Tod ihres Vater verlor sie ihre Stabilität und Halt. Durch ihre liebevolle Erfahrung in der Falknerei entschloss sie sich, einen Habicht zu erziehen. Damit hoffte sie, sich Sorgen und Kummer entziehen zu können.

Ich fühlte mich unvollständig, wenn der Habicht nicht auf meiner Faust saß: Jeder von uns war Teil des anderen. Die Trauer und der Habicht hatten sich zu diesem seltsamen Zustand verbündet.

S. 188


Parallel dazu betrachtet sie ein Buch, das sie schon in ihrer Kindheit gelesen hatte. Der Autor T.H. White (bekannt durch sein Werk „Der König von Camelot“) hat in ihm die schwierige und teilweise recht verzweifelte Abrichtung seines Habichts beschrieben. Gleichzeitig versucht er damit, die Dämonen in seinem Inneren zu bezwingen.
Es geht also nicht nur um den Umgang mit einer wilden, mörderischen Kreatur, sondern auch mit dem Bezähmen des eigenen Innenlebens.

Einen Greifvogel frei zu fliegen ist immer mit Ängsten verbunden, denn dabei werden die Verbindungen auf die Probe gestellt. Und es ist noch schwieriger, wenn man das Vertrauen in die Welt verloren hat und das Herz im eigenen Leib zu Asche geworden ist.

S. 219

Eine spannende Mischung der Genres, in denen ich sehr viel über Naturkunde, vor allem über Greifvögel lernte. Die seelischen Aspekte fand ich sehr gut eingewoben. Ein bemerkenswertes Buch.

George Pitcher: „Der Hund, der aus der Wildnis kam: Das Abenteuer einer Freundschaft“

danke liebe Juliane für dieses sehr berührende Buch über zwei Princeton Professoren und ihre beiden Hunde. Da passt eigentlich der englische Originaltitel: „The Dogs who came to stay“ viel besser. Als eine wilde Hündin in einem Versteck auf ihrem Gelände Welpen bekommt, bringen die Männer es nicht übers Herz, sie vom Hundefänger abholen zu lassen. Pitcher, einer der Professoren, berichtet darüber, wie diese Entscheidung ihr Leben verändert und bereichert hat. Ein bezauberndes Buch für Hundefans wie mich!

Julibücher

Ich glaube, bevor ich mich auf die literarische Reise nach Griechenland begebe, beginne ich mit dem Schwestern-Buch. Denn das Thema Schwestern wird mir in dem einen oder anderen dieser Julibücher erneut begegnen.

Mareike Krügel: „Schwester“

Ein Roman, in denen es um das Thema Lebensentwürfe geht. Der Unfall ihrer Schwester Lone bringt auch Julias Leben ins Wanken.

Margarita Liberaki: „Drei Sommer“

Im Juli habe ich Lust auf Bücher, die Griechenland zum Thema haben. So ein bisschen literarischer Sommerurlaub und so… Dieser Roman aus dem Jahr 1945 wurde in Griechenland bereits ein Klassiker. Die Geschichte über drei Schwestern wurde erst jetzt ins Deutsche übersetzt.

Isabelle Broom: „Olivensommer“

Ein Familienroman, der uns auf die griechische Insel Zakynthos führt.

Eleni Torossi: “ Warum Tante Iphigenia mir einen Koch schenkte- Geschichten meiner griechischen Familie“

Das hört sich einerseits lustig und andererseits kulinarisch an. Vielleicht springen ein paar griechische Rezepte dabei raus.

Laura Imai Messina: „Die Telefonzelle am Ende der Welt“

Dieses Telefonzelle liegt allerdings in Japan. Wer hier den Hörer abnimmt kann dem Wind und den Stimmen der Vergangenheit lauschen.

Hundebücher

Sonja Meiburg: „Lass das! Hunden freundlich Grenzen setzen“

Da spricht der Titel schon für sich.

Welches Buch ich für mein Jahresprojekt „Zurückgeblättert“ wählen werde, weiß ich noch gar nicht. Das entscheide ich wieder ganz spontan, da es sich auch in den Vormonaten so bewährt hat.
Wie mir die Julibücher gefallen haben, werde ich Euch wieder am Ende des Monats berichten. Hat jemand von Euch sie schon gelesen?

verlinkt im Karminroten Lesezimmer

4 Kommentare

  • Reply nina aka. wippsteerts 28. Juni 2021 at 7:57

    Danke Dir. Viele Anregungen! H wie Habicht habe ich damals beim Erscheinen gelesen, allein weil ich wissen wollte, warum sich jemand ausgerechnet einen der eigensinnigsten Vögel raussucht. Auch wenn mein SuB leider nicht kleiner wird, ist dader ein oder andere Titel bei…
    Liebe Grüße
    Nina

  • Reply Juliane 28. Juni 2021 at 8:31

    Liebe Andrea,
    wieder so viele interessante Bücher. Ich bin auf Deine Kommentare gespannt.
    Es freut mich sehr, dass Dir „Der Hund, der aus der Wildnis kam“ auch so gut gefallen hat. Schade, dass es nicht neu aufgelegt wird.
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche,
    Liebe Grüße, Juliane

  • Reply Astridka 28. Juni 2021 at 9:40

    Ja, da seh ich ja immer alt aus, was Bücher anbelangt. Ich komme ja nur noch dazu, solche für meine Frauenporträts zu lesen. Und das momentane ist echt harte Kost für mich, da muss ich mich zwingen.
    Griechenland – Bücher könnten mir schon auch gefallen, wenn denn die Zeit dafür da wäre. Als Kochbuch dient mir bis heute der Prestel-Band zur griechischen Inselküche von 1978. Eine ganze Reihe Rezepte gehören zu meinem Repertoire, und ich koche sie inzwischen auswendig.
    Ich bewundere ja deine Ausdauer, Neuveröffentlichungen aufzugreifen.
    Herzlich
    Astrid

  • Reply Claudia 28. Juni 2021 at 10:20

    Liebe Andrea,
    Deine Junibücher hätte ich auch gelesen, wenn ich den Zeit hätte :O) Die gefallen mir sehr gut!
    Mit den Sommerbüchern wünsche ich Dir auch viel Lesespaß :O)
    Ich wünsche Dir eine schöne neue Woche!
    ♥️ Allerliebste Grüße , Claudia ♥️

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