Wochenrückblick

Am Schwanensee

26. Juni 2021

Es schadet nichts, in einem Entenhof geboren zu sein,
wenn man nur in einem Schwanenei gelegen hat.

Hans Christian Andersen (1805-1875)

Meine Juniwoche mit Blitz und Donner

GESESSEN: kurz mal wieder auf dem Zahnarztstuhl.

GEMOCHT: Regenbogen am Himmel, auf Fahnen, auf Klamotten, auf Architektur, auf Armbinden…

GESCHNITTEN: so, endlich. Zwei Wochen nach der zweiten Impfung habe ich mir endlich meine Sommerfrisur abgeholt. Wurde echt auch Zeit, Ich hätte mir schon einen Zopf flechten können.

GEDACHT: an Otto W. und seinen Sketch über den menschlichen Körper, als mich in der Apotheke ein alter weißer Mann (der eigentlich den vollen Laden gar nicht hätte betreten dürfen) dumm angemacht hat.
„Großhirn an Faust: Ballen!! Milz an Großhirn: Soll ich mich auch ballen??“ Die Erinnerung half mir Blutdruck und Adrenalin unten zu halten. Dafür beschloss ich, dass ich mir den Sketch unbedingt nochmal anschauen muss!

GESTRAUCHELT: über mein gestörtes Zeitgefühl. Seit Corona verwechsele ich Wochentage und Daten. Ist ja auch eh meist egal. Nur dass ich den Liebsten mit dem alten Hund zur richtigen Uhrzeit aber am falschen Wochentag zur Physio geschickt habe, war eher suboptimal.

GEJAMMERT: dass der Starkregen die schönen Rosen zerschlägt.

GEBLICKT: ständig auf die Wetterapp

GEMACHT: einen Termin beim Krafttraining nach einem Jahr Pause… Ich fürchte mich etwas vor dem Training mit Maske.

GEFLATTERT: die wenigen Schmetterlinge, die ich bislang in diesem Sommer gesehen habe, kann ich an zwei Händen abzählen. Dieser hier kam fröhlich in unseren Garten geflattert. Nichts besonders, aber trotzdem so schön.

GERÄUMT: mein Nähzimmer wurde gerade wieder zum Gästezimmer. Die jüngste Tochterfamilie zieht in unsere Nähe (was sind zwei Stunden, wenn zwischen der mittleren Tochter und uns der Atlantik liegt…?) und macht vor dem Einzug einen Zwischenstopp bei uns.

GEKAUFT: den letzten frischen Spargel aus der Region in dieser Saison

GEWUNDERT: dass es nötig ist, nun sogar ein Flatterband aufzuhängen. Sogar ein zweites großes Warnschild wurde an den Bienenständen angebracht. Vermutlich lassen sich naive Zeitgenossen von den feinen bunten Bienenkästen verlocken, zu nahe zu treten.

unaufgeforderte und unbezahlte Werbung, da Nennung von Namen und Buchtiteln

GELESEN: Helen Macdonald: „H wie Habicht“ war wirklich eine sehr interessante Lektüre. Jetzt weiß ich viel mehr über Greifvögel , könnte mir aber wahrlich nicht vorstellen, einen abzurichten.
Das Buch von George Pitcher: „Der Hund, der aus der Wildnis kam: Das Abenteuer einer Freundschaft“ verdanke ich Juliane (einer stillen Leserin). Danke noch mal für dieses sehr berührende Buch über zwei Princeton Professoren und ihre beiden Hunde. Als eine wilde Hündin in einem Versteck auf ihrem Gelände Welpen bekommt, bringen die Männer es nicht übers Herz, sie vom Hundefänger abholen zu lassen. Pitcher, einer der Professoren, berichtet darüber, wie diese Entscheidung ihr Leben verändert und bereichert hat. Ein bezauberndes Buch für Hundefans wie mich!
Ich hab mir noch ein neues Hundeerziehungsbuch für den vorlauten Colliebuben empfehlen lassen: Sonja Meiburg: “ Lass das!: Hunden freundlich Grenzen setzen“. Das wird mich übers Wochenende begleiten.

Meine dreizehnte Woche mit Flint

GESCHOCKT: als ich das entzündete Auge des kleinen Collie entdeckte. Nach einer längeren Schlafrunde war es unter gelb-grünlichen Sekret kaum noch zu sehen. Na toll. Flint ist ja gerade Stammkunde bei der Tierärztin.

GEFAHREN: mal wieder auf die andere Seeseite zur Tierärztin. Dieses Mal hat der Einsatz von Globuli und Augentropfen (ich sag nur: Augentrost…) ausgereicht. Schon mal gut, wenn weder das Auge verletzt, noch ein Fremdkörper zu entfernen ist. Es war „nur“ eine Bindehautentzündung.

GEHÜPFT: lustig und heiter heimwärts trotz Regen, Donner und Blitzen. Flint soll doch nicht den Eindruck bekommen, dass ein Gewitter und dieses Getöse ein Grund zur Besorgnis wären. Der Retriever beeilte sich auch nicht sonderlich (wasserfest, schussfest und altersbedingt sowieso kein Sprinter mehr). Gut, dass wir eh nicht so weit von daheim entfernt waren.

Oje, ist es da unten im Garten etwa wieder nass vom vielen Regen??

GEGRUSELT: hat sich Flint vor allem vor dem Regen. Wer selbst nach dem Regen nicht in den nassen Garten zum Pieseln will und befürchtet, dass Wasser Colliesäure enthält, muss wohl ganz allmählich an dieses Wetterphänomen gewöhnt werden. Sorry, dass ich deshalb einen Regenguss täglich bestellt habe. Sobald sich Flints Regenabneigung gelegt hat, kündige ich das Abo sofort.

GESCHMUNZELT: Flint hat für sich entdeckt, dass es lustig ist, auf der Fahrt ab und an aus dem Rückfenster zu schauen. Dabei erinnerte ich mich, dass der Lockenhundwelpe damals immer Motorradfahrer anbellte, die an der Ampel zu dicht am Wagen standen.

GESCHLÜPFT: ist Flint letzten Samstag in der Hundeschule aus seinem Geschirr. Eigentlich sollte er kurz für die Rückrufübung von der Kursleiterin gehalten werden, während ich einmal über die große Übungswiese rannte. Eh ich mich versah, hatte er mich eingeholt. So war das ja nicht gedacht. Jetzt wird er mit eingehaktem Bändel gehalten. Hauptsache, niemand packt ihn fest.
Übrigens: bei der Tierärztin lässt er sich problemlos anfassen.

GESTIEGEN: ist mein Ansehen bei Flint, nachdem ich erfolgreich (und genervt von diesem blöden Insekt) die Fliegenklatsche angewendet habe. Er ist mir förmlich auf den Schoß gesprungen und hat mich geherzt. Sowas…. Nunja, er hatte mehrmals vergeblich versucht, die Fliege zu erwischen.

Mein Wochenende

wird bestimmt sehr chaotisch. Zum ersten Mal bekommt der kleine Flint Besuch (jaja, Coronahund) . Dann gleich auch noch mit Minichihuahua und Baby. Der Lockenhund wird ihm zeigen, dass diese Menschen vertrauenswürdig sind. Aber ich rechne beim bellfreudigen Collie mit Gekläffe und wildem Rumgerenne. Vorallem die beiden kleinsten und zartesten Persönchen müssen wir dann mal vor Herrn Übermut beschützen. Naja, heute morgen sind wir ja erst einmal in der Hundeschule. Danach kehrt Flint ja meist ziemlich geschafft heim und kippt ins Körbchen.
Auf jeden Fall wird das Wochenende turbulent.

Zwischendurch werde ich mal bei Andreas karminroten Samstagsplausch in Berlin reinschauen.

  • Pia 26. Juni 2021 at 9:29

    Also die Gewitter sind zum Glück an uns vorbei gezogen. Aber der Starkregen hat den Rosen auch arg zugesetzt. Den Satz denkst du bitte heute daran …, wieso das ist doch erst morgen, kenne ich. Zum Glück wird Flint am Wochenende nicht Nass im Garten, dann kann er ausweichen wenn es zu Turbulent wird mit den Besuchern. Für dich sicher eine Freude wieder Familienbesuch mit Enkeln.
    Ein schönes Wochenende wünscht dir, Pia

  • Astridka 26. Juni 2021 at 10:03

    Oh, bei dir ist aber allerhand geboten! Und jetzt noch Besuch, wohl etwas länger! Das freut mich für dich.
    Aber über Langeweile kannst du dich ja nicht wirklich beklagen, wie es scheint…
    Dann viel Freude!
    ❤️lich
    Astrid

  • Mira 26. Juni 2021 at 11:12

    Da wünsche ich dir viel Spaß beim turbulenten Wochenende.
    Liebe Grüße
    von Mira

  • Friederike 26. Juni 2021 at 11:14

    Die Schwanküken sind mindestens so süß wie euer Junghund -er hat eine schöne Zeichnung und Farbverlauf im Gesicht, finde ich!
    Danke auch für den Link zu Ottos Sketch, lange nicht gesehen, lg

  • Karin Be 26. Juni 2021 at 14:15

    Großhirn an … – ach, jetzt musste ich lachen! Damit führte ich immer in Biologie das Nervensystem ein.
    Augentrost darf in meiner Hausapotheke nicht fehlen, für mich, wie die Kater! Vor allem hat Chewie, der seinen Rüssel in jeden Luftzug hängen muss, schnell entzündete Bindehäute. Sofort mit Augentrost reagiert bleibt uns so die für ihn lästige Autofahrt zu den Tierärzten erspart.
    Genieße das Wochenende mit all seinem Trubel! Und einmal Flint streicheln für mich. Hach, solche ein Hundeblick! 😀
    Viele liebe Grüße,
    Karin

  • yase 26. Juni 2021 at 16:05

    Es ist wie du sagst, was sind 2vStunden?? Mehrere Kinder einer Freindin leben über den Erdball verteilt. Da lobe ich mir den Weg zur Drachenkämpferin. Auch 2 Stunden, aber ich kann hin. Einfach so..
    Ich freu mich für dich, deine Tochterfamilie „in die Nähe“ zu bekommen
    Herzlichst
    yase
    Herzlichst

  • nina. aka wippsteerts. 27. Juni 2021 at 6:29

    Hey, Otto kommt uns auch so manches Mal in den Sinn! Tatsächlich hilft dieser Sketch auch nach Jahren immer noch. Geschrieben hat dieses lustige Meisterwerk übrigens Robert Gernhardt, den ich auch nur sehr empfehlen kann zu lesen!
    Das Flint kein Wasser von oben mag, würde unser Hund sofort verstehen. Und der hat (wohl) einen Pudel drin 😉
    Ich hoffe es wird nicht all zu turbulent, Dein Wochenende! Und Tage verwechseln gibt es hier auch. Ich trage mir alles nun zweifach ein, im klassischen wie digitalen Kalender. So kann der zweite Blick mir da helfen.
    Dein Zitat von H C A und sein Märchen vom Entleihen mag ich sehr, genau wie das (und all die andern wunderschönen) Fotos
    Liebe Grüße
    Nina

  • mano 27. Juni 2021 at 6:43

    so wunderschöne seebilder mit bootchen und schwänen (-nachwuchs) – da kommen richtig urlaubsgefühle auf! ich wünsch dir viel freude mit deinem besuch und freu mich auf bilder mit dem minichihuahua !!
    liebe sonntagsgrüße
    mano

  • illy 27. Juni 2021 at 9:11

    Guten Morgen,
    hier ähnlich: einige Blumen haben den Regenguss nicht so gut verpackt, Friseur (weniger wegen Zopf, mehr wegen zu scheckig), Wochentage… wenn ich weiss ob ich mich morgens beeilen muss oder nicht, ist das schon viel gewusst,. und Zahnarzt kommt noch. *gg*.
    Die Absperrung bei den Bienen hätte mich auch gewundert. Was hat man denn dort verloren, wenn es nicht grad die eigenen Bienen sind? Wirklich merkwürdig.
    Flint hat ja wirklich einen Blick drauf.. sehr süss. Drücke die Daumen, dass er die Regenscheu noch verliert.
    Und nun wünsch ich ein wunderbares Wochenende. Genießt den Familientrubel.
    Liebe Grüße
    illy

  • Ivonne 27. Juni 2021 at 19:18

    Hallo Andrea,
    gegen Augenentzündung liegt hier auch immer Euphrasia Augensalbe / -tropfen bereit. Das ist heuer schnell passiert. Die Hunde laufen durchs hohe Gras und sammeln sich ein Samenkörnchen ein und über Nacht haben sie dann ein Ditschauge.
    Das mit dem Zeitgefühl kommt mir sehr bekannt vor. Wenn ich nicht alles aufschreibe und Erinnerungen schalte, komme ich entweder zu spät, zu früh oder am falschen Tag.
    Jetzt wünsche ich dir erst einmal einen schönen Sonntagabend und einen guten Start in die Woche.
    Liebe Grüße
    Ivonne

  • niwibo 27. Juni 2021 at 20:02

    Wir hatten gestern auch Besuch von so einer kleinen Fellnase. Seit einem Jahr haben uns unsere Freude mit Hund wieder besucht. Und der hat die Macke, dass er nur zu Hause auf dem Feld sein Geschäft macht.
    Zwei Runden sind wir gegangen, nichts…
    Der hält tatsächlich ein.
    Ansonsten war Deine Woche doch ganz gut und ich wünsche Dir ganz viel Freude mit Deiner Familie.
    Ist doch schön, dass sie so nah zu Euch ziehen.
    Hab einen schönen Abend, lieben Gruß
    Nicole

  • kleiner-staudengarten 27. Juni 2021 at 20:18

    Viel Abwechslungsreiches ist bei dir passiert…im Urlaub vergesse ich auch Zeit und Raum und ein Verwechseln der Termine passiert auch schon mal – ich nehme es dann sportlich, ist halt nicht zu ändern. 😉 Meine Augen verlangen auch nach Eup*rasia, wenn die Pollen mal wieder heftig zuschlagen.
    Ich freue mich für dich, dass die Tochterfamilie in deine Nähe zieht … so schön die Kleinen – wenn auch nicht jeden Tag – aufwachsen zu sehen.
    Lieben Gruß und einen feinen Abend, Marita

  • Andrea Karminrot 29. Juni 2021 at 8:24

    Regen gibt es hier gerade gar nicht. Das ein Collie keinen Regen mag!?
    Ich hoffe es ging mit dem Hunde- und Kinderbesuch.
    Gegen manche Menschen müsste es ein Spray geben. Du musst dich aber nicht darüber ärgern. Die sind alle immun!
    Liebe Grüße
    Andrea

  • Rosa Henne 29. Juni 2021 at 18:06

    Zum Verlieben schön, die Fotos mit den Schwänen! Über Flint, der sich nicht auf die nasse Wiese traut, musste ich lächeln und daran denken, dass unser ältester Enkel begeisterter Fußballer ist, aber nicht gerne spielt, wenn das Gras nass ist 😊.
    Es freut mich sehr für dich, dass eine deiner Töchter in deine Nähe zieht. 2 Stunden Entfernung, das ist im Verhältnis wirklich recht nah. Da räumt man auch immer wieder gerne das Gästezimmer.
    Liebe Grüße
    Ingrid