Wochenrückblick

Süd-Nord-Woche

1. August 2020

Sieh doch den Wettersturm am Himmel,
Sieh doch die Wolken um die Höhn‘!
Ich aber sag: das geht vorüber,
Und auf den Abend wird es schön.

Cäsar Otto Hugo Flaischlen (*1864-1920)

Süd-Nord-Juli-Woche

 

GEFAHREN: 600 km Richtung Norden zu einem  mehrtägigen Familienbesuch. Der Besuch war sehr schön, die Fahrt eher anstrengend. Zudem hatten wir auf der Rückfahrt noch einen Temperaturanstieg von 10 Grad zu bewältigen, denn Deutschland ist diesbezüglich gerade zweigeteilt.

GESCHOCKT: über den Zustand der Wälder in Sauer- und Siegerland links und rechts der Autobahn

GESTREICHELT und treppauftreppab GETRAGEN: wurde der Lockenhund. Ersteres fand er toll, letzteres schrecklich

 

 

GEMOCHT: die Abendrunde mit Wolkenbruch, Abendsonne und Regenbogen. Sogar trocken sind wir geblieben, weil wir praktischerweise zwei wunderbar dichte Bäume zum Unterstellen fanden.

GEFREUT: über die Blühstreifen und Bienenweiden entlang der Felder im Ruhrgebiet (hoffentlich sieht man sie dort öfter)

GEHOFFT: das wir uns nirgends anstecken, denn im Ruhrgebiet sind alle Wege viel dichter frequentiert als hierzulande. Selbst die schmalen Wege durch die Felder, die nur von Hundeleute benutzt werden.

 

 

GELACHT: über das Reh in einem städtischen Waldgebiet, das uns neugierig beäugte. Ein echtes Stadtreh. Nee, das war nicht aus Gips!

GEEKELT: vor den vollkommen verdreckten und versifften Parkplätzen entlang der Autobahnen. Man kann wirklich nur noch an den Raststätten halten.  Meist sind wir eher Richtung Süden durch die Schweiz unterwegs. Da sind wir wohl eher verwöhnt.

GESEHNT: nach dem See und den Bergen. Plattes Land ist nichts mehr für uns.

 

 

GEÄRGERT:  über die Radfahrer (die sich hier eh in Fluten über die seenahen Wege und Straßen ergießen) und sich dumm, arrogant und leichtsinnig über Verkehrsregeln hinweg setzen. (Klar, diese Sorte prägt natürlich wieder das Bild…)

GESTIEGEN: und zwar in rasantem Tempo ist im Raum Konstanz die Zahl der Corona-Neuinfizierten. Kein Wunder bei der Menge an Touristen und Einkaufstouristen, die sich in der Stadt und an den Seeufergebieten drängen.

GESAGT: Liebe Leute, nicht alles was wieder erlaubt ist, ist in Zeiten einer Pandemie empfehlenswert. Geht es Euch schon wieder zu gut, dass Gedrängel und Maskenmotzereien angesagt sind? Wie wäre es denn mal, Egoismus oder Naivität in der Schublade zu belassen und sich um soziales Verhalten zu bemühen. Ich bin auch kein Fan der Gesichtsgardine, aber ich tue es Euch zuliebe.

 

Okay, die Pferde dürfen sich um die Futterkrippe drängen. Beneidenswert…

(unbeauftragte und unbezahlte Werbung, da Nennung von Namen und Buchtiteln)

GELESEN: Über den Roman von  Maria Peters: „Die Dirigentin“ werde ich nächste Woche noch berichten. Die Bezüge zur Biographie der Dirigentin und Musikerin Antonia Brico fand ich sehr spannend.
Derzeit lese ich „Das Licht der letzten Tage“ von Emily St. John Mandel nach zwei Jahren erneut. Damals habe ich dieses Buch, das um eine Pandemie kreist, natürlich ganz anders gelesen als heute.

GENÄHT: ein Shirt für mich und das große Lockenmädchen. Zwei Mund-Nasen-Schutze

GEKAUFT: Stoff und zwei verzinkte Gießkannen, lackiert in englischem Grün

GEWAGT: einen Friseurtermin in zwei Wochen auszumachen. (Den vorletzten Termin hatte ich direkt vor dem Lockdown, den letzten kurz danach. Mal sehen, was dieses Mal passiert…)

 

Das Wochenende

Ich bin kein Sommertyp. Mir ist es viiiiiel zu heiß.  Skandinavische, ja gar isländische Temperaturen würden mir voll und ganz reichen. Der schwarzgelockte britische Vierbeiner an meiner Seite stimmt mir da zu, nur der Liebste ist absoluter Sonnenanbeter. Mit Sonnencremeallergie…
Deswegen freue ich mich auf den angesagten Temperatursturz und Erfrischung von oben. Kurz durchatmen, bis es wieder heiß wird…

Sonntag wird es kühler? Dann ist es auch im Nähzimmer unterm Dach angenehmer. Dort wartet noch ein Stoffberg auf mich.

Gleich werde ich meinen Blogbeitrag für morgen vorbereiten. Für den August habe ich ein passendes Monatsmotto gefunden, zu dem ihr mir ganz bestimmt etwas zu erzählen habt. Bis dahin setzen wir uns aber erst schnell zum Berliner Samstagsplausch (Blog Karminrot) und hoffen auf einen Eiskaffee oder Eistee.

  • frau nahtlust 1. August 2020 at 7:23

    Oja, zu heiß ist es mir hier bei uns auch. So um die 25-27 Grad finde ich absolut ausreichend und erstrebenswert. Da bin ich vermutlich auch eher eine nordische Seele, auch wenn mein Herz eindeutig dem Süden gewidmet ist. Nun gut. Heute noch – noch dazu mit fieser Erkältung. Aber auch das wird vorübergehen. Ich halte mich also fern so gut es geht von allem. An den Mundschutz kann ich mich gewöhnen, und ansonsten finde ich es auch erschreckend aber leider sehr absehbar, dass die zweite Welle kommt. Hab es fein am Wochenende!
    LG. Susanne

  • Kunzfrau 1. August 2020 at 8:55

    Das Gemotze zu den Pandemieregeln ist wirklich nervig. Haben die Leute denn gar nichts verstanden? Nee, es macht keinen Spaß mit der Maske einkaufen zu gehen, aber es ist nun mal notwendig!
    Und der Dreck auf den Parkplätzen?! Soweit brauche ich gar nicht fahren. Ich muss nur vor die Tür treten. Leider wohnen in meiner Gegend inzwischen zuviele Menschen, die nicht in der Lage sind ihrem Müll in die bereitstehenden Tonnen zu werfen! Die werden daneben gestllt. Den Krähen gefällt das. So kannst du dir vielleicht vorstellen, wie das hier manchmal aussieht!

    Dir ein schönes Wochenende!
    Marion

  • Astridka 1. August 2020 at 10:11

    Mir ist es eigentlich viel zu tropisch heute, als das ich noch mitklagen möchte. Mein positives Menschenbild ( weshalb ich ja meinen Beruf ergriffen habe ) ist sowieso zerfranst und hinüber. Kölner finden ja, Dreck gehört zur Folklore, und jetzt halt auch zusätzlichdie achtlos hingeworfenen Masken.
    Der Müll in den sozialen Medien ist viel schlimmer, nur Hass & Niedertracht und Verdrehungen der Tatsachen, da dreht sich manches Mal der Magen fast um.
    Und dann diese Weltbilder! Hier hat die Polizei ein Lokal zugemacht, dass angeblich auf dem Grund des Königreiches Deutschlands stand und wo eigene Gesetze galten ( also keine Masken z.B. ) Das ging so weit, dass auch keine Gewerbe- & Ausschankkonzession vorhanden war. Hätte man besuchen sollen und nicht zahlen, die Polizei hätte sich ja dann auch nicht um die Zechprellerei im Königreich kümmern müssen. Inzwischen gibt es solche Lokale übrigens auch in anderen Teilen der Republik, die entsprechende Bekundungen auf ihre Kassenbons drucken.
    Die Menschen könnten einem fast leid tun. Wie sagte ein texanischer Arzt in einem Video? Die Pandemie ist schlimm, die kann ich aber bekämpfen, aber noch schlimmer ist die Dummheit….
    Dennoch: Ein schönes Wochenende!
    Astrid

  • Magdalena 1. August 2020 at 11:46

    Ach ja, was wären die Deutschen ohne ihr Gemotze und ihr Selbstmitleid? Dein erstes Bild gefällt mir sehr. Die intensive Farbe beeindruckt mich. Ich würde auch eher nach Island als nach Italien auswandern. Außerdem gibt es da schönere Pullover. Viel Spaß beim Nähen!
    Magdalena

  • Ursula 1. August 2020 at 13:32

    Ja das Gemotze regt mich auch auf und die Ignoranz. Raffen die es denn nicht, denn nochmal ein Lockdown dann ist alles hinüber…. die sollen alle dankbar sein, dass sie in Deutschland leben.
    Und stimmt der Müll mir kommt es so vor mehr Müll und Dreck als vor C. Aber schlimmer der Dreck in den Medien.
    Friseurtermin hatte vor 2 Tagen. Eben ja mit Maske und was ich klasse finde er Inhaber gibt die Mehrwersteuersenkung voll an seine Mitarbeiter weiter.

    Und ja die Fahrradfahrer die ärgern mich rücksichtslos, als ob sie die Herren der Straße wären.

    So jetzt genug geschimpft. Wir haben heute unsere neuen Matratzen geliefert bekommen. Werd mich jetzt mal im Schlafzimmer nützlich machen.

    Freu mich auf den neuen Liegecomfort.

    Schönes Wochenende.

    Liebe Grüsse Ursula.

  • Karin Be 1. August 2020 at 13:58

    Gestern habe ich einmal wieder den Müll rund um den Schulgarten aufgesammelt. Ein ganzer Eimer voll kam zusammen, obwohl in unmittelbarer Nachbarschaft ein Mülleimer hängt. Inzwischen bin ich schon zufreiden, wenn bloß nichts kaputt gemacht wird.
    Da die Infektionen im Kreis im Verhältnis zum Bundesgebiet geringer ausfallen sind steigt die Nachlässigkeit der Menschen und langsam wieder die Kurve an Neuinfektionen. Mal sehen, wie es nach den Sommerferien sein wird. Ich bleibe auf jeden Fall zuhause und gehe nur dorthin, wo ich mit gutem Gefühl verweilen, wie einkaufen kann – in jeder Tasche eine Maske, für alle Fälle.
    Vielleicht treibt es mich irgendwann an irgendein Wasser, zu ganz frühen Morgenstunden, das ich schnell wieder verlassen kann, wenn alle ausgeschlafen haben.
    Mit vielen lieben Grüße,
    Karin

  • Frau Pratolina 1. August 2020 at 14:37

    Liebe Andrea,
    Manchmal frage ich mich, ob ich die einzige bin, die noch vorsichtig ist. Dann lese ich einen deiner Blogbeiträge und bin wieder beruhigt. Man hat doch das Gefühl, es gibt nur noch diese Coronaleugner. Aber das liegt vielleicht daran, dass ich bei Berlin wohne und sich dort heute Massen an dummen Menschen treffen möchten.
    Liebe Grüße
    Steffi

  • illy 1. August 2020 at 20:00

    Hallo,
    hättest Du was gesagt, hätte ich Dir im Sauerland bei der Durchfahrt gewunken ;-). Und ja, die Wälder sind hier arg in Mitleidenschaft gezogen. Derzeit werden Fichten gefällt wie verrückt. Obs der Käfer ist oder die Trockheit, vielleicht eine Mischung…Bin gespannt, was jetzt gepflanzt wird oder wachsen darf.
    Oje.. was ist denn mit dem Lockenhund, dass treppauftreppab tragen notwendig ist? Gute Besserung von hier.
    Wünsche viel Spass beim Nähen
    Liebe Grüße
    illy

  • mano 2. August 2020 at 3:35

    dein schock über das waldsterben würde wohl noch viel größer werden, wenn du in den oberharz kommen würdest. ein wirklicher alptraum!! aber in den harz sollte man zur zeit sowieso nicht fahren und schon gar nicht an die hotspots. was sind masken? was ist abstand? was ist rücksichtnahme? ich bin inzwischen dafür, die regeln wieder massiv zu verschärfen – soviel unvernunft angesichts der überall steigenden zahlen ist schier unglaublich.
    aber ich freue mich sehr angesichts deiner schönen bilder – die sonnenblumen und das reh haben es mir heute besonders angetan!
    liebe grüße und bleib gesund!!
    mano

  • nina. aka wippsteerts 2. August 2020 at 9:06

    Hey. Jetzt muss ich mich doch ganz kurz süß dem Urlaub melden, weil ich lese, dass Du durch die (Geburts) Heimat gefahren bist. Ja, der Käfer und dazu die Trockenheit… Sie kommen mit dem Fällen der Betroffenen Bäume gar nicht hinterher, aber nur so kann der Käufer akut eingedämmt werden. Zusätzlich werden Fallen aufgestellt. Gepflanzt wird danach verschiedenes an Bäumen, dass hat man schon nach den letzten Stürmen angefangen.
    Und was die Dummheit der Menschen angeht… Wenn doch alles so einfach zu lösen wäre. Nur etwas Abstand und eine Maske… Oder seinen Müll entsorgen.
    Ganz liebe Grüße aus dem viel kühleren Norden
    Nina