Wochenrückblick

Hummelflügelchen

30. Mai 2020

Fame is a bee.
It has a song —
It has a sting —
Ah,too, it has a wing.

Emily Dickinson (1830-1886)

Geflügelte Maiwoche

GEMOCHT: die gelben Iris am kleinen Biotop

GESUMMT: die ganze Mohnwiese summte schier vor lauter Bienen und Hummeln

GEWUNDERT: Derzeit ist ja viel los im Wald. Sowohl zu Fuß als auch auf dem Rad tummelt sich das Volk, oft vollkommen planlos und ortsunkundig. Als Hundebesitzer/in ist man da gelegentlich Anlaufstelle, wenn Leute mitten im Wald den Weg zu weit entfernten Ziel- oder Ausgangsorten erfragen möchten.
Ich wundere mich dabei immer wieder, wie man sich so gänzlich ohne Karte oder bar jedes Orientierungssinnes in die Pampa wagt.
Also: ärgert keinen Hundebesitzer, der kennt Waldgebiete, aus denen ihr alleine nie wieder rausfindet (denkt an Hänsel und Gretel…).

 

GELACHT: über die kreativen Häkelmasken.

GETESTET: meine beiden neuen Spargelschäler. Der eine schält gleich von zwei Seiten, der andere ist auch perfekt für dünnere Spargelstangen und sauscharf. Jetzt macht das Spargelrüsten wieder Spaß.

GEKAUFT: Stoffe, Nähutensilien und eine dünne Sommerhose. Einen Blusenschnitt für mich selber

GEPLANT: Nähprojekte. Shorts für die Kids, Schwangerschaftsshirts für die Tochter und eine Bluse für mich und und…

 

GEPFLÜCKT: einen Wiesenblumenstrauß

GEFREUT: auf dem weniger stark besuchten Wochenmarkt am Mittwoch einen Strauß mit Pfingstrosen zu ergattern.

(Unbeauftragte und unbezahlte Werbung, da Nennung von Namen und Buchtiteln)

GELESEN: Ich glaube nach Pfingsten werde ich Hilary Mantels „Wölfe“ beendet haben.  Parallel dazu beginne ich gerade mit einem Kinderbuch, eine Abenteuergeschichte  über die Suche nach Heimat. Naja, eine gewisse Verwandtschaft vom Titel ist jedenfalls gegeben –  Rosanne Parry: „Als der Wolf den Wald verließ“.
Zur Entspannung gibt es zu Kaffee oder Tee immer wieder ein Geschichtchen aus dem Coffeetable-Buch  „Pippi Langstrumpf. Heldin, Ikone, Freundin“. 

GESEHEN: eine Blindschleiche auf dem Waldweg

GESCHÄMT: das ich den Geburtstag einer guten Freundin übersehen habe. Aber seit Wochen gleitet die Zeit irgendwie dabei und ich muss ständig überlegen, welchen Wochentag wir gerade haben.

GESCHMUNZELT: in der Dämmerstunde: mein Hund hat eine Corona….

GEFUNDEN: immer mal wieder (tote) Zecken beim Hund. Allerdings mögen die wohl die Locken weniger. Sie suchen sich lieber die glatthaarigen Stellen am Kopf oder den Innenseiten der Ohren. In dieser Woche hatte sich sogar eine in meinen Hals gebohrt, argh!!

GESCHNITTEN: die Haare, denn beim Friseur war ich in dieser Woche auch. Alles lief vorbildlich ab, man konnte sich entspannt mit einem guten Gefühl zurücklehnen

GESCHOCKT: über die Auswüchse des Hasses, der Egoismen und der Verschwörungsdämonen in unserer Gesellschaft.

 

GEWARTET: auf die Blüte der Esparsetten. Mittlerweile weiß ich auch, dass sie früher als Futter für schwer arbeitende Pferde genutzt wurden. Nachdem diese von den Traktoren verdrängt wurden, baute man seltener Esparsetten an. Schade, denn Esparsetten sind eine sehr gute Bienenweide und Futterpflanze des seltenen Esparsetten-Widderchens. Den Boden verbessern sie auch noch. Wie schön, dass sie bei uns wieder öfter zu sehen sind.

GETRAUT: mir eine kleine Orchidee zu kaufen. Ob das gut gehen wird?

GESKYPT: mit meiner Tochter und erfahren, dass in ihrem US-Bundesstaat der Lock-down um einen Monat verlängert wurde. Dabei gehört er wirklich nicht zu den stark betroffenen. Die Schule beginnt sowieso frühestens im September wieder.

GEWINKT: rüber zum Säntis auf der Schweizer Seite, der so schön in der Abendsonne leuchtet.

Angenehm warm, aber nicht heiß soll es über Pfingsten werden. So mag ich das. Mal sehen, was ich in den nächsten Tagen im Nähzimmer geschafft bekomme. Ich glaube, meine Planungen waren sehr optimistisch und reichen ohne Probleme für mindestens eine ganze Woche. Denn ich möchte ja auch noch Zeit draußen in der Natur und im Garten verbringen.

Wie werdet Ihr das Pfingstwochenende verbringen? Schaut doch mal bei Andreas Samstagsplausch (Blog Karminrot) vorbei.

Vergesst nicht zu lüften. Die Räume, die Gedanken, die Seele.

  • frau nahtlust 30. Mai 2020 at 7:38

    Vergesst nicht zu lüften! Eine wunderbare Aufforderung, liebe Andrea. Der komme ich gerne nach, denn ich habe eine herrliche Woche Ruhe vor mir. Wie schön! Ansonsten lief hier alles seinen gewohnten Gang. Ich freue mich über ein paar Wanderungen demnächst (hoffe ich) und werde mit Karte ausgerüstet sein 😉 Genieße das Wochenende und deine Projektvorhaben und hab auch du eine gute Lüftung! LG. Susanne

  • Kunzfrau 30. Mai 2020 at 8:12

    “ …Auswüchse des Hasses, der Egoismen und der Verschwörungsdämonen in unserer Gesellschaft…“ Das schockt mich auch immer wieder. Und ich bin total fassungslos!
    Und wie sieht mein Wochenende aus. Heute bekomme ich Klöppelbesch. Ich habe bei meinen Freundinnen eine Anfängerin und diese weise ich nun in die Geheimnisse der Klöppelei ein. Ich muss sagen, das macht sie sehr gut.
    Und morgen werde ich mich mit einer Freundin treffen. Wir wollen einen Streifzug durch Berlins Mitte machen. Die City ist so angenehm leer!

    Gruß Marion

  • nina. aka wippsteerts 30. Mai 2020 at 8:18

    Ach, eine Schleiche, wie wunderbar und das Foto von der Hummel ist „der Hammer“. Wie Du die schwirrenden Flügelchen eingefangen hast!
    Ja, die Ausflüge und Feierein im Wald nehmen hier teilweise Ausmaße an… (mit Alkohol und Knallern) meine Mutter weiss da Sachen zu berichten. Und auch hier ist manchmal ein Volk unterwegs
    Esparsetten sind mir gänzlich unbekannt, erinnern mich etwas an Lupinen, die wurden hier früher als Futter angebaut (und sind ja auch heute wieder gefragt, wenn auch eher als Fleischersatz oder zum Backen – und lecker) Auch sie sind Bodenverbesserer und Bienenweide.
    So, wir düsen gleich ab, zum aller ersten Mal besuchen wir über das Wochenende sowohl die Schwiegereltern als auch meine Mutter. Sind so froh. (und natürlich nur draußen und mit Abstand, mögliche Risikopatienten lassen einen da noch vorsichtiger agieren)
    Hab eine schöne Pfingstzeit, vielleicht erleuchtet ja der hl Geist ein paar der Jecken
    Liebe Grüsse
    Nina

  • Pia 30. Mai 2020 at 10:08

    Immer wieder lese ich bei dir von Hr. Dickinson und seinen treffenden Worten. Auch bei mir kommen die Wochentage durcheinander, aber noch mehr Mühe habe ich mit dem jeweiligen Datum. Vor einem Jahr war ich auch fleissig am Umstandskleider nähen, jetzt trägt sie eine Freundin der Tochter, ist auch schön. Die Frequenz von Ortsunkundigen Radfahrern hat auch bei uns stark zugenommen, wie das wohl sein wird wenn erst die Grenzen wieder offen sind.
    Wünsche dir ein schönes langes Pfingstwochenende.
    L G Pia

    • Andrea 30. Mai 2020 at 10:41

      Hallo Pia, das ist nicht Herr, sondern Miss Dickinson. Eine sehr interessante spannende Frau. Sie war mit ihrer Lyrik ihrer Zeit wahrhaft voraus.
      Liebe Grüße
      Andrea

  • Ursula 30. Mai 2020 at 10:24

    Lüften Andrea ein toller tipp, aber da sollten mal einige andere ihren Kopf, Gedanken lüften ich meine da im speziellen, die Verweigerer, die Verschwöhrungsdingenser, etc.
    Du hast wieder so wunderschöne Fotos gemacht.
    Schöne Pfingsten. Ich hoffe die Touris überrennen euch nicht.

    LG
    Ursula

  • Astridka 30. Mai 2020 at 10:28

    Ach, Kindheitserinnerungen: Die Ringelnatter! Die Esparsetten-Widderchen ( mein erstes Entomologen- Erlebnis )! Die Zecken ja die auch ( ich hoffe, die erobern nicht auch noch kölsche Gärten )! Da fühle mich mich auf die Hochfläche hinterm elterlichen Hang versetzt, sechzig Jahre zurück…
    Dein Nähprogramm ist ja noch ehrgeiziger als meines. Da wünsche ich moderate Temperaturen im Nähzimmerchen!
    Was die Mitmenschen anbelangt, meide ich möglichst alles, was nervt ( was leider in Bloggerland dann indirekt auch schon mal passiert ).
    Ich wünsche dir ein schönes Pfingstwochenende!
    Astrid

  • Centi 30. Mai 2020 at 11:34

    Hummeln sind einfach so sympathisch. Man muss die doch mögen, das geht doch gar nicht anders. Die Blindschleiche hast du auch schön „erwischt“!
    LG
    Centi

  • // Heidrun 30. Mai 2020 at 12:11

    Mahlzeit! Nach dem Essen, es gab LachsSpaghetti, kann ich gestärkt Bloghopping betreiben und zum Plausch beitragen…

    Zeckenstiche sind kein Spaß. Unser kleines Raubtier bringt sie mit. Oder auch der arme Nachbarskater – den mein Mann dann davon befreit. Deine Bilder sind sehr stimmungsvoll.

    …in diesem Sinne, bleib gesund und munter.
    Schöne Pfingstfeiertage, wünscht Dir, Heidrun

  • illy 31. Mai 2020 at 7:37

    Hihi, bei Dir Hummeln im Mohn.. ich hab sie gestern im Rhodondendron entdeckt.. der ganze Busch ist voll mit Hummeln.
    Zecken sind igitt. Egal wo.
    Deine Nähpläne lesen sich wie meine Strickprojekte-Liste… wäre ja langweilig ohne, oder?
    Dann wünsch ich uns mal schönes Wetter.. ob es dann für Garten oder Nähzimmer ist, ist ja dann unwichtig 😉
    Ich lüfte dann jetzt mal, ist grad noch schön frisch draussen
    Liebe Grüße
    illy

  • Karin Be 31. Mai 2020 at 17:50

    Frohe Pfingstenund gutes Gelingen in Deiner Nähstube.
    Viele Grüße,
    Karin

  • Ivonne 31. Mai 2020 at 19:41

    Ah, gelüftet habe ich mich wirklich täglich in dieser Woche und es hat so gut getan ♥ Bist du sicher, das es eine Ringelnatter ist? Ich hätte vom Foto her auf eine Blindschleiche getippt. Man sieht so gar kein Muster *grübel
    Auf jeden Fall habe ich deine Fotos wieder sehr genossen.
    Liebe Grüße und hab eine schöne Woche
    Ivonne

    • Andrea 31. Mai 2020 at 23:12

      Hallo Ivonne, du hast vollkommen recht. Ich verbessere es gleich.
      Liebe Grüße
      Andrea

  • niwibo 1. Juni 2020 at 20:02

    Liebe Andrea,
    auf die Blindschleiche hätte ich verzichten können, auf den Wiesenblumenstrauß nicht.
    Und Zecken mag ich so gar nicht.
    Schön, dass der Friseurbesuch gelungen war.
    Und Pfingstrosen müssen zur zeit einfach sein.
    Dir einen schönen Abend, lieben Gruß
    Nicole

  • mano 3. Juni 2020 at 6:07

    ein zauberhafter kleiner wiesenblumenstrauß, esparsetten (hier nicht zu entdecken, ich suche noch…), eine blindschleiche und lockenhunds corona – ich hab mich über alles gefreut. geschockt bin ich auch über die dummheit und den hass einiger menschen. froh hingegen, dass es nur ein bruchteil der gesellschaft ist, die da herumschreien – und damit leider viel zu viel aufmerksamkeit bekommen.
    liebe grüße
    mano

  • Heidemarie Traut 12. Juni 2020 at 1:29

    Liebe Andrea,
    Du bist eine ganz großartige Fotografin, aber dieser Post lebt nicht nur von Deinen herrlichen, stimmungsvollen Bildern, sondern auch von viel Nachdenkenswertem…
    Die fast vergessene Esparsette ist wohl die hübscheste Gründüngung, die ich kenne. Vielleicht verwendest Du sie ja auch einmal in Deinem Garten…Man sollte ihre Saat nur nicht vor und nach Bohnen und Erbsen ausbringen.
    Wo ich Dir auch unumwunden zustimme und Dein Gefühl teile, ist bei dem Geschocktsein über die Auswüchse des Hasses, der Egoismen und der Verschwörungsdämonen in unserer Gesellschaft…
    Bei solchen Auswüchsen und Ideen fallen mir immer wieder die Worte von Albert Einstein ein:
    „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
    Hab dennoch eine gute Zeit!
    Alles Liebe
    Heidi