Wochenrückblick

Septembergelb

31. August 2019

Ich liebe das Septembergelb,
den Morgentau auf Spinnenfäden,
das Blatt, das nichts am Baum mehr hält,
der kurze Tage stummes Reden.
Der Krähe Ruf, das Stoppelfeld –
mehr, als des Frühlings Drang und Hast,
ist es der Herbst, der zu mir passt.

Best I love September’s yellow,
Morns of dew-strung gossamer,
Thoughtful days without a stir,
Rooky clamours, brazen leaves,
Stubbles dotted o’er with sheaves, –
More than Spring’s bright uncontrol
Suit the Autumn of my soul.

 
Alexander Smith (1829 – 1867)

 

Die Woche, in der sich der August verabschiedete

GESCHWITZT: habe ich noch einmal tüchtig in dieser letzten Woche des Sommers. Aber bei uns war es längst nicht so warm wie andernorts.

GEMOCHT: wie immer die grandiosen Sonnenuntergänge des Spätsommers. Hoffentlich verwöhnt uns der  junge Herbst auch damit. Wir schätzen sehr unsere beiden Lieblings-Abendrunden mit dem Lockenhund. Auf einer dieser Strecken ist das Titelfoto entstanden. Irgendwie versucht das Wolkenwesen die Sonne noch schnell einzufangen, meint Ihr nicht auch?

 

GESCHAUT: zu den sich verabschiedenden Rosen. Sie haben etwas leicht Melancholisches, finde ich.

GESPUCKT: hat der arme Lockenhund am letzten Wochenende. Sie war wirklich ein Bündel Elend. Es war so heftig, dass wir für sie 24 Stunden Fasten angesetzt haben. Kein Wunder, dass der Hund glaubte, die Welt ginge unter (Retriever eben…). Dann war erst einmal Schonkost für zwei Tage angesagt. Reis und Gemüse an gekochtem Hühnchen hört sich ja nicht schlecht an, oder? Da ist die Welt dann auch wieder in letzter Sekunde gerettet…

GEDACHT: dass der Hund diese schlimmen Sachen immer dann terminiert, wenn das Wochenende anbricht und die Tierärztin sich gerade eben in den Urlaub verabschiedet hat.  Das ist bei Kindern ja exakt genauso (demnach ist der Hund wohl doch unserer Ersatz für die flügge gewordenen Kinder, hahaha!)

 

GESTANDEN: morgens im Nebel auf dem Weg zur Blumeninsel. Ach, ich liebe diese Stimmungen.

GEBADET: in den Farben der Dahlien. Die auf dem Foto unten heißt übersetzt „Zuckerschnute“…

 

unaufgeforderte Werbung, da Nennung von Namen und Buchtiteln

GELESEN: den zweiten Band der Fantasy-Triologie „Die Rabenringe“ von Siri Pettersen. Mir hat der erste Band „Odinskind“ ja wirklich sehr gefallen. Aber der zweite Band „Fäulnis“ ist einfach nicht mein Fall. Deshalb verzichte ich auf den dritten Teil.
Das neue Jugendbuch der Norwegerin Maja Lunde: „Über die Grenze“ machte mich sehr neugierig, da ich ihr Buch über die Bienen sehr mochte. Nun erzählt sie  das Schicksal von vier norwegischen Kindern während des Zweiten Weltkriegs. Der Roman lässt sich sehr gut an. Ich werde auf jeden Fall berichen.

 

GELACHT: über eine wandernde Touristengruppe, die im Vorbeigehen darüber fachsimpelte, dass ich einen Labradoodle an der Leine führen würde. Ich hab schon überlegt, ob ich meinem armen Curly Coated Retriever die Ohren zuhalten sollte. Aber mit 10 Hundejahren ist man abgeklärt und so lachten wir gemeinsam drüber…

GESCHNATTERT: hat die Wildgänsegruppe, die über den Mindelsee zog. Sehr praktisch, diese Geschwätzigkeit, da konnte ich schnell noch die Kamera aus der Tasche ziehen.

 

GEWUNDERT: über die vielen Herbstboten in dieser Woche: Morgennebel, Wildgänsezug, Spinnennetze, große Mengen von Fliegenpilzen, die ersten gelben Blätter…

GENÄHT: am ersten Herbströckchen

GEÄRGERT: kaum ist der größere Nachbarort in diesem Jahr wieder direkt erreichbar, muss doch gleich wieder eine neue Baustelle und Sperrung eingerichtet werden. Wenigstens wird sie Anfang Oktober wieder aufgehoben, eine Herbstbaustelle also.

 

GEKAUFT: einen tollen Jerseystoff einer deutschen Designerin, der den Schutz der Ozeane zum Thema hat. Den haben sich die beiden amerikanischen Lockenmädchen gewünscht. Daraus werde ich jetzt eine Runde Herbstshirts für die ganze Enkelschar nähen.

GEFREUT: habe ich mich sehr über Eure lieben Beiträge zu meinem Monatsmotto „Weniger ist mehr“ . Ich habe es wohl eher umgesetzt in weniger bloggen, mehr ausmisten…

GERÄUMT: habe ich so manches aus Wohn-, Ess- und Kochbereich in dieser Woche. Das Monatsmotto werde ich für mich persönlich (nicht für den Blog) auch noch auf den nächsten Monat ausdehnen. Denn dann werde ich mir Schlaf- und Nähzimmer vorknöpfen.

Auf jeden Fall ist jetzt schon eine deutliche Übersichtlichkeit und innere Leichtigkeit zu spüren, hach!

 

GEWÄHLT: habe ich bereits ein neues Monatsmotto, das ich Euch am Montag vorstellen möchte.

GEBEBT: hat am Donnerstagnachmittag in direkter Nachbarschaft hier am Bodensee wieder die Erde mit der Stärke 3,5. Um diese Uhrzeit (16.22 Uhr) standen wir gerade im Hausflur und haben rein gar nichts gespürt. Kein Wackeln, kein Gläserklirren, nix. Aber es ist wirklich erstaunlich, was andere Leute so wahrgenommen haben.
Nein, nein. ich bin gar nicht scharf auf ein stärkeres, deutlich spürbares Beben. Muss nicht sein, geschenkt!

 

Das Wochenende

Passend zum Titel meines heutigen Wochenrückblicks werde ich mir heute eine septembergelbe Hose kaufen. Damit werde ich dann mal den Herbst einläuten. Vorher geht es natürlich wie immer auf den Wochenmarkt.

Auf dem Nähtisch liegt schon ein zugeschnittenes Trägerröckchen. Ab Sonntag ist mein Nähzimmer unterm Dach hoffentlich wieder nutzbar.

Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch!!

Verlinkt bei Andreas Samstagsplausch (Karminrot-blog), wo wir unsere Wochenrückblicke austauschen dürfen.

 

9 Kommentare

  • Antworten frau nahtlust 31. August 2019 at 7:30

    Ach liebe Andrea, ich spüre auch, wie der Sommer sich nochmals fulminant verabschiedet und langsam weiterziehen mag. Der Herbst steckt uns bereits in den Knochen. Und auf ihn freue ich mich ebenso wie auf jede andere Jahreszeit. So viel schönes wieder zu sehen, entdecken, essen… 😃
    Genieße die Hunderunden, die Abendstunden, das Nähen und die Marktbesuche! Ich freue mich auf das nächste Monatsmotto!
    LG. Susanne

  • Antworten ninakol. 31. August 2019 at 7:36

    Ein Wochenrückblick, der mich aufseufzen lässt: ja, da geht er hin, der August, der Sommer – aber der Altweibersommer hat auch so schöne Seiten. Was ich nur schon jetzt vermisse, ist das Licht, es wird schon früh dunkel (also gefühlt) und wenn ich morgens wach bin, denke ich immer erst, es wäre schlechtes Wetter, weil es noch so grau ist, dabei kommt dann die Sonne wunderschön goldgelb. Ein weiterer Seufzer erzeugten Deine ganz besonders schönen Fotos. Zeigst Du uns die neuen Shirts mal? Bin schon sehr gespannt auf Dein neues Motto. (War ja auch wenig digital die letze Zeit unterwegs, ist schon mal so, außerdem … Sommer)
    Schönes Wochenende und liebe Grüsse
    Nina

  • Antworten Miuh 31. August 2019 at 8:05

    Ein schöner Post mit Wunderbaren Fotos – den beginnenden Herbst gut eingefangen. Nach meinem Gefühl hier im Garten und vom Wetter her, wurde es so früh herbstlich, wie noch nie… In den vergangenen Jahren habe ich mich jeweils im August noch strikt an den Sommer gehalten, das ist mir nun mit Nebel am Morgen, goldenem Licht, gedeckten Farben im Garten und früh sterbenden Tomatenpflanzen nicht gelungen… Nun ja, ein schöner Herbst ist auch etwas schönes… aber etwas wehmütig bin ich schon gerade. Liebe Grüsse, Miuh

  • Antworten illy 31. August 2019 at 10:41

    Hi,
    tolle Bilder hast Du da wieder gemacht….
    Ein wunderbares Wochenende mit viiiiiel Nähzeit 😉
    LG
    illy

  • Antworten Pia 31. August 2019 at 10:54

    Im Spätsommer passt das Gedicht von Alexander Smith zu mir, im Frühling ist es aber auch der Frühling der zu passt. So hat doch jede Jahreszeit seinen Reiz (Nur den Winter könnte man halbieren:-) Deine Bilder sind wunderschön mein Favorit ist das Nebelfoto zur Insel.
    L G Pia

  • Antworten Sylvia Dunn 31. August 2019 at 11:23

    Liebe Andrea, ja auch ich verspüre in der Großen Stadt die Vorboten des Herbstes
    Und Baustellen haben wir auch wieder dazu bekommen. Ich wünsche Dir viel Spaß beim nähen und ein schönes Wochenende. Lieben Gruß Sylvia

  • Antworten mano 2. September 2019 at 17:21

    ich bin noch gar nicht so bereit für den herbst, auch wenn ich die grässlichen hitzetage nicht vermissen werde. aber einen sommer, den man nicht wegen 33 grad drin tagsüber verbringen muss, sondern vieles draußen machen kann, den hätte ich gerne noch. vielleicht ist uns ja der herbst gnädig und schenkt uns noch viele angenehme tage!
    schöne fotos zeigst du wieder!
    liebe grüße
    mano

  • Antworten Claudia 5. September 2019 at 6:26

    Liebe Andrea,
    herzlichen Dank für die wunderbaren Bilder!
    Hab einen wunderschönen Tag!
    ♥️ Allerliebste Grüße, Claudia ♥️

  • Antworten Andrea Karminrot 6. September 2019 at 20:55

    Du hast immer so schöne Wochen!
    Ausmisten müsste ich auch endlich mal.
    Schön dass ihr lachen könnt, du und der Lockenhund.
    Lieben Gruß
    Andrea

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