Wochenrückblick

Loslassen

24. August 2019

Wenn du loslässt, hast du zwei Hände frei.

Chinesisches Sprichwort

Meine hellgraue Augustwoche

Ich musste unbedingt noch mal zur Seidenakazie, solange sie noch so schön blüht. Meine Entdeckung im August…

GEZÄHLT: habe ich die Schmetterlinge nicht, aber es waren eindeutig viel weniger als im letzten Jahr. Kaisermäntel gab es im letzten August so reichlich! Diese Woche war ich froh, mal einen zu entdecken.

GESTOCHEN: (GEBISSEN heißt es nämlich nicht. Hab mich schlau gemacht 😉 ) hat mich am Wochenende eine Zecke in unmittelbare Augennähe. Die Augenpartie schwoll natürlich an und juckte ziemlich… Na lustig. Wenigstens bin ich gegen FSME geimpft.  Wegen der Schwellung ließ ich nochmal einen Arzt drauf schauen.

GEWESEN: faul in Bezug auf das Schreiben von Blogbeiträgen. Dass muss sich ändern.

GESCHAUT: gen Himmel, ob mal die Sonne rauskommt. Bei uns  musste sie sich immer erst durch den Hochnebel kämpfen. Dazu brauchte sie bis mittags. Deshalb gibt es heute leider nur ein graues Morgenfoto vom See, dafür ist es typisch für diese Woche.

GEFROREN: habe ich morgens deshalb ein bisschen.  Das wirkt schon ein wenig herbstlich.

GETRAGEN: Regenmantel und Regenschirm

 

GESEHEN: eine ganz tolle Raupe auf dem Blumen-Selbstpflückfeld. Natürlich lagen Kamera und Handy im Auto…

GEKAUFT: einen neuen großen (!) Briefkasten. Den kann sogar der Aushilfszeitungsbote nicht mehr übersehen.

GENÄHT: die letzte Kissenhülle.

GERÄUMT: Schränke aus und wieder ein. Ich bin ganz fassungslos, was sich da alles angesammelt hat. Irgendwie muss an uns vorbeigegangen sein, dass die Töchter mittlerweile alle ausgezogen sind. Ja, jetzt ist wirklich loslassen angesagt…

GEWUNDERT: beim Ausmisten, was wir an überflüssigem Zeugs haben, von dem ich gar nichts mehr wusste. Allerdings haben wir auch den ein oder anderen kleinen Schatz geborgen, den wir längst vergessen hatten.

GELACHT: über das kecke Eichhörnchen. Die Eichhörnchen sind gerade sehr aktiv, eigentlich hüpfen mir und dem Lockenhund gerade ständig welche über den Weg.

 

Unbezahlte und unaufgeforderte Werbung da Nennung von Buchtiteln und Namen

GELESEN: jeden Abend zwei, drei Briefe aus „Letters of note, Briefe, die die Welt bedeuten“ gesammelt und präsentiert von Shaun Usher. Was für interessante und oft auch inspirierende Briefe darunter sind. Als würde man sich jedes Mal auf eine kleine Zeitreise begeben.
Ganz speziell ist auch der zweite Band der Fantasytrilogie „Die Rabenringe – Fäulnis“ von Siri Pettersen. Ein Buch, in das man ganz abtauchen kann.

GEMOCHT: dass jetzt die Zeit der Dahlien anbricht

GEPIEKST: worden ist der Lockenhund mal wieder bei der Akupunktur. Mal sehen, ob es uns wirklich weiter bringt.

GEPFLÜCKT: Brombeeren, vom Strauch gleich in den Mund. Und Blümchen, na klar…

 

GENERVT: über die  viele Radfahrer. Klar, während des Sommers wälzen sich Horden von Radfahrern rund um den Bodensee und in der Umgegend. Leider gelten für Radfahrer*innen offensichtlich keine Verkehrsregeln.
Auf andere Rücksicht zu nehmen, ist ja eh uncool und spießig. Also fährt man z.B.  auch (verbotenerweise) durch die Uferanlagen in Seenähe. Die Spaziergänger, Eltern mit kleinen Kindern, Hundebesitzer mit artig angeleinten Hunden, Rollatorfahrer*innen, Senioren etc. können ja zur Seite springen… Passt schon.
Echt jetzt, geht’s noch? Bislang waren es nur Adrenalinjunkies auf ihren zweirädigen Sportgeräten, die einen übel beschimpfen, wenn man ihnen im Weg ist. Ihr seid hier nicht im Wilden Westen und das ist ein Verkehrsmittel und kein Mustang. Menno.

GENOSSEN: die tollen Sonnenuntergänge.  Diese Abendrunden mit dem Hund sind so schön, die muss man wirklich genießen, denn die Tage werden merklich kürzer.

 

Heute morgen bin ich wieder auf dem Wochenmarkt unterwegs. Gestern habe ich im Radio gehört, dass es für die meisten Bundesbürger immernoch am wichtigsten ist, dass die Lebensmittel billig sind.

Mir persönlich sind Geschmack und Qualität eigentlich wichtiger. Lieber weniger (z.B. Fleisch und verarbeitete Lebensmittel), dafür mehr gute, natürliche, geschmackreiche Lebensmittel. (Monatsmotto!)  Ich bin froh, dass wir auf dem Wochenmarkt viele regionale Erzeuger finden und in der Stadt einen wirklich guten Bäcker. Dafür laufe ich auch gern ein bisschen mehr und länger.
An der Art unserer Landwirtschaft wird sich nichts ändern, wenn bei uns Konsumenten nur das Argument „billig“ zählt.

Was denkt Ihr darüber?

verlinkt beim Samstagsplausch der Berliner Andrea (Karminrot-blog)

 

15 Kommentare

  • Antworten Astridka 24. August 2019 at 8:08

    Ach ja, Radfahrer, Pfennigfuchser, ( aber auch die bei dir nicht erwähnten ignoranten & oberflächlichen Mitbürger ) gehen mir ordentlich auf den Keks. Momentan verabschieden sich Vernunft, Verstand und Gemeinschaftsgefühl aus unserer Welt, zumindest bekommt man diesen Eindruck. Ich wähnte die Menschheit mal auf einem anderen Weg…
    Zecke am Auge wäre bei mir glatt ein Grund für eine Panikattacke. Zum Glück habe ich in dieser Woche nur mit anderen, weniger gefährlichen Tierchen zu tun gehabt.
    Vermisst habe ich dich und deine Beiträge tatsächlich ! Aber vermutet, dass dich anderes abhält…Leben geht vor.
    Ich wünsche dir weniger Hochnebel in den nächsten Tagen.
    Herzlich
    Astrid

  • Antworten Sylvia Dunn 24. August 2019 at 9:08

    Guten Morgen liebe Andrea, ja das mit dem weniger ist mehr beim Einkaufen der Lebensmittel bin ich ganz bei Dir. Ich gehe auch bei uns auf dem Markt, aber nicht weil es billiger ist sondern es für mich bessere Ware gibt. Und es ist ein schöner Abschluß der Woche.
    Auch ich finde, dass die Radfahrer /innen immer rücksichtsloser werden. Da wird geschnitten, wird man angblafft wenn man nicht so wie ein Rennradfahrer durch die Strassen heizt. Und ich bin selber ein Radfahrer. Das ist schon ziemlich erschreckend und schlimm.
    Ich mag Deine Bilder, die sind immer wieder toll. Schöne kräftige Farben in den Blumenbilden.
    So nun wünsche ich Dir gute Besserung für Deinen Zeckenbiss, auch ich hätte da etwas Panik.
    Hab ein schönes Wochenende. Lieben Gruß Sylvia

  • Antworten Pia 24. August 2019 at 10:26

    Über die Radfahrer schreibe ich jetzt nichts, weil ich mich schon täglich aufrege. Aber über Billig Lebensmittel die auch bei uns produziert werden mit viel Treibmittel und Nährlösung mache ich mir immer wieder Gedanken und staune was alles erlaubt ist. In unserer Gegend gibt es ja viele Grossproduzenten, sei das mit Gemüse, Beeren oder Obst, da stehen mir öfter die Haare zu berge wenn ich das mitansehen muss was da alles geschieht. Das gibt mir sehr zu Denken wie Raubbau betrieben wird an der Natur bis hin zu den Erntehelfern. Unser Gemüse im Garten wächst doppelt so lange bis zur Ernte und sieht nicht immer so schön aus, aber es ist Gesund hat Eigengeschmack und vor allem ist es Bio. Zum Glück haben wir immer genug davon für uns.
    L G Pia

  • Antworten ninakol. 24. August 2019 at 11:18

    Ja, manchmal kommt man einfach weniger zum Bloggen, ist aber auch manchmal vielleicht nötig. Und reales Leben ist immer wichtiger!
    Dein angekündigtes neues Motto finde ich Klasse. Gerade jetzt zur Erntezeit. Und zum immer wieder (auch sich selber) vor Augen halten!
    Das mit den Zecken ist wirklich ekelig und gefährlich, ich bin froh, das wir (noch ) nicht FSME hier haben. Aber dafür gibt s hier die Rötelmaus als Bietenschleuder und die ganzen neuen exotischen Stechinsekten lassen meine Haut gerade nur beim dran denken schon wieder jucken. Außerdem habe ich wirklich Sorge, mir Borreliose zu holen. Gute Genesung jedenfalls an Dich und den Lockenhund sowieso
    Schönes Wochenende und liebe Grüße
    Nina

  • Antworten Lydia 24. August 2019 at 13:58

    Liebbeidrea,
    spannend, hier im Norden sind zur Zeit mehr Schmetterlinge als im vergangenen Jahr. Da ich sehr ländlich wohne sind Radfahrer kein Problem. Doch wenn ich mit meiner Waldkitagruppe unterwegs bin, muss ich mich oft über die Rücksichtslosigkeit wundern. Wir haben uns angewöhnt umsichtige Radler zu loben. Vielleicht trägt es ja Früchte.
    Wir kaufen fast ausschließlich Biolebensmittel und ich bin gern bereit dafür mehr zu bezahlen, denn ich bekomme dafür ein mehr an Geschmack &Umweltverträglichkeit. Der erhöhte Arbeitsaufwand, den nachhaltigeres Bewirtschaften der Felder mit sich bringt, bin ich gern bereit zu bezahlen.
    Ich wünsche dir eine gute Zeit und sende liebe Grüße aus dem hohen Norden,
    Lydia

  • Antworten Margot 24. August 2019 at 18:58

    Liebe Andrea,
    Zecken sind echt fiese Viecher. Mein dritter Sohn hatte einmal einen Stich im Nabel und einen am Hodensack.
    Sehr schöne Fotos hast Du wieder gemacht.
    Es gibt leider auch Menschen, sie sich Biogemüse und hochwertige Lebensmittel nicht leisten können, das macht mich traurig.
    Loslassen – großes Thema. Nicht nur Dinge loslassen.
    viele Grüße Margot

  • Antworten niwibo 24. August 2019 at 19:29

    Hallo liebe Andrea,
    über die Radfahrer habe ich mich heute auch geärgert.
    Wir sind eine schöne Runde um einen See gelaufen durch den Wald und immer wieder das Klingeln hinter uns.
    Manchmal musste ich ganz schnell zur Seite hüpfen…
    ich hoffe, Dein Zeckenbiss ist wieder abgeschwollen.
    Das Jucken von Stichen finde ich am Schlimmsten.
    Dir wünsche ich einen schönen Abend, lieben Gruß
    Nicole

  • Antworten swig – filz felt feutre 24. August 2019 at 19:42

    Oh, frieren würde ich auch gern ein bisschen 😉
    und Deine Woche erscheint mir viel bunter als hellgrau… und auf alle Fälle schön.
    Wir sind wieder zurück in der Stadt, leider!
    Herzliche Grüße

  • Antworten Ein Garten in der Steiermark 24. August 2019 at 20:16

    Ein schönes Sprichwort. Es berührt mich sehr. Die Bilder sind wieder sehr schön. Das Eichkätzchen ist entzückend…

  • Antworten Karin Be 25. August 2019 at 0:55

    Ich hatte die Woche zum ersten Mal wieder kräftig Halsschmerzen, nachdem ich falsch angezogen ordentlich nass geworden war. Mein Fehler.
    Radfahren ist für mich auch ein Fortbewegungsmittel, wenn ich in der Nähe schnell von A nach B kommen möchte. Aber wenn ich mich zu Fuß im Schönbuch unterwegs bin frage ich mich angesichts der Horden an Radfahrern was sie dazu bewegt durch dieses Gebiet zu fahren. Die Natur kann es nicht sein, denn die kann ich bei dem Tempo nicht erfassen, schon gar nicht genießen.
    Zecke am Auge – grusel
    Und jetzt weiß ich wo mein Eichhörnchen-Erich ist. Er ist ausgewandert 😉
    Viele Grüße,
    Karin

  • Antworten illy 25. August 2019 at 8:08

    Hallöchen,
    hm.. viel grau seh ich nicht 😉
    Ein paar der fehlenden Schmetterlinge sind vermutlich grad bei uns und umschwirren den Flieder..
    Alles Gute für Dein Auge. Und natürlich den Lockenhund.
    Liebe Grüße
    illy

  • Antworten kleiner-staudengarten 25. August 2019 at 9:04

    Guten Morgen Andrea,
    wie fies …eine Zecke am Auge – mich hat es Ende Juli innerhalb einer Woche zweimal erwischt, allerdings nicht an dramatischen Körperstellen. Alles Gute für dich und dass die Akupunktur beim Lockenhund hilft. Ein Freund hat als Tierarzt gute Erfahrungen mit Aku und Homöo gemacht…zumindest habe ich das bei unserem Kater damals auch erfahren, wie es wirkt. Sowieso hab ich es mit Homöo und für die ganze Familie gute Erfolge erzielt.
    Loslassen…auch ein perfektes Thema für dein Monatsmotto – dein Sonnenuntergangsfoto ist brilliant.
    Hab einen feinen Sonntag, Marita

  • Antworten Ingrid Mörke 25. August 2019 at 10:26

    Seeblick ist doch immer schön auch mit Hochnebel…Zeckenbiss oh je, das würd mich sehr belasten…aber du bist ja geimpft, das ist vernünftig. Ich verstehe eh nicht, warum heute so viele Menschen gegen impfen sind…
    und ja, lieber weniger und besser essen…ich gehe fast jeden samstag auf den örtlichen Wochenmarkt…er ist klein aber fein und ich treffe immer liebe Freundinnen auf einen schnak…
    einen schönen Sonntag
    wünscht Agusta

  • Antworten mano 26. August 2019 at 17:55

    hier ist es gerade mal wieder extrem hochsommerlich, die straßenbäume haben starke hitzeschäden, die pflanzen brauchen alle dringend wasser. schmetterlinge sind auch hier selten, ich habe tatsächlich auch nur einen kaisermantel (!) und einen (!) admiral gesehen.
    ausmisten ist hier auch wieder angesagt, aber dazu muss es einfach kühler werden.
    liebe grüße und gute besserung für den lockenhund und deine augenschwellung !
    mano

  • Antworten Bienenelfe Helga 27. August 2019 at 21:07

    von Helga:

    Liebe Andrea,

    mal abgesehen jetzt vom Plastik, lese ich gerade von Bodenseeufer- Radfahrern und daß Du in Allensbach wohnst.
    Ach was haben wir da für eine wunderschöne Erinnerung. Es war noch die Zeit ohne Massenradeln, mit E Bikes und Scootern.
    Also schön der Reihe nach. Unsere Urlaube verbrachten wir fast ausschließlich am Bodensee. Angefangen hatte alles in den 1970iger Jahren und endete mit einem Herzinfarkt meines Mannes 2013. (Hat aber überlebt)
    In Nonnenhorn waren wir immer stationiert, unser Sohn lernte schwimmen im See und bastelte sich einen Katermeran. Später als die Kinder dort nicht mehr hin wollten, zog es uns mit dem Radträger auf dem Autodach immer wieder da hin. Zum 1.Mai und zur Apfelblüte wenn die Plantagen weiß trugen, meinte man jetzt heiratet im Moment die ganze Welt. Es war ein berauschendes Gefühl und es kommt alle Jahre wieder. Die Orte wechselten wir kaum, nur einmal machten wir spotan zur Apfelernte im Sept. eine Fahrt nach Eriskirch, weil es uns dort so gut gefiel, es war so ein ruhiger Ort und man bot uns eine kleine Ferienwohnung an. Der Mai in weiß, hatte sich im Laufe des Sommers in ein Meer von knackigen, rotbackigen Äpfeln verwandelt.
    Ich wollte schon immer zur Reichenau und genau das machten wir 2010. Oft gab es bei uns Gurken von dort zu kaufen, aber nur eine ganz kurze Zeit. So fuhren wir mit dem Auto nach Allensbach parkten dort und fuhren mit unserem Radl zur Insel. Ich hab so schöne Bilder von der Allee, ich träume immer noch davon und jetzt komme ich nicht mehr hin.
    Das kennst Du alles selbst aus dem ff, ich finde die Insel persönlich viel schöner als die Mainau. Wundervolle, riesige Fuchsien, die auch dort im Winter bleiben können haben wir gesehen. Die Insel sind wir abgeradelt und dann wurde das Wetter trübe, ein Gewitter und Regen ereilte uns. Für einen Kaffeeschwenk reichte es gerade noch und dann wurden wir naß. Radfahrer mit Regenschirm hihihi. In Allensbach dann schnell in den Einkaufsmarkt hinein, denn eine Bodenseebutter mußte immer mit.
    Mehr Reisebeschreibung mute ich jetzt keinem mehr zu, aber wo dein Herz zu Hause ist, geht eben die Erinnerung auch nicht aus.
    Grüß mir die Reichenau und ihre Freilandtomaten, die wieder gerade jetzt ihre Röte zeigen. Ich war wieder mal da und hab mich so gefreut.

    Mit lieben Grüßen Helga

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