Kreatives Monatsmotto

Märchenbücher selber herstellen

24. Februar 2019

Zum Abschluss meines Monatsmottos „Märchenhaft“  blättere ich mit Euch einmal in einem ganz besonderen Märchenbuch und zeige Euch ein paar Seiten daraus.

Das selbstgemachte Märchenbuch

Zwischen unseren Märchenbüchern steht nämlich noch ein kleiner persönlicher Schatz, der eigentlich meiner mittleren Tochter in Vermont gehört. Ich habe  ihr dieses Büchlein vor vielen, vielen Jahren, als sie im Kindergartenalter war, selber gemalt, gebastelt, gebunden und zum Geburtstag geschenkt. Heute hat sie selber drei kleine Kinder, lang ist’s her…

Auf den linken, farbigen Seiten habe ich den Text geschrieben, die rechten sind malerisch gestaltet.   Zum Malen benutzte ich Wachsmalkreiden. Jede Seite hat 2-3 Ebenen, die übereinander gelegt wurden, so dass bewegliche Pappfiguren fast unsichtbar auf dem Gemalten geführt werden können. So wird die Geschichte beim Erzählen lebendig.  (Auf den Fotos ist dies deutlich zu sehen, wie es funktioniert).

Die kleinen Pappfiguren sind beidseitig gemalt, so dass sie in zwei Richtungen geführt werden können. Das kleine Mädchen und die Eltern gibt es gleich in verschiedenen Variationen, passend zum Märcheninhalt.

Ich staune selber, wie ich das Buch dann auch noch eigenhändig gebunden hatte. Auf jeden Fall wurde das Buch sehr geliebt und oft hervor geholt. Der Einband weist eindeutige Gebrauchsspuren auf. Aber alle Figuren sind noch vorhanden, unbeschädigt und heil.

Ein paar ausgewählte Seiten zeige ich Euch zur Illustration. Unten seht Ihr den Einband, oben im Titel die erste Seite.

Die wilden Schwäne

ist ein russisches Märchen (nicht zu verwechseln von dem gleichnamigen Kunstmärchen von Hans Christian Andersen).

 

 

Das Märchen erzählt, wie das kleine Brüderchen des Mädchens von wilden Schwänen entführt wird. Die Eltern waren nämlich fort gegangen und hatten die große Schwester gebeten, auf den kleinen Bruder acht zu geben.
Doch das Mädchen hatte ihn wegen eines Spieles allein gelassen. Diesen unbeaufsichtigten Moment haben die Schwäne ausgenutzt. Natürlich versucht das Mädchen ihr Brüderchen zu retten. Bei der Verfolgung der Schwäne kommt sie an drei Stationen vorbei: einem großen Backofen, einem Apfelbaum und einem Milchfluss. Sie bittet diese um Hilfe und Hinweise. Doch da sie die Anweisungen und Aufgaben, die ihr der Ofen, der Baum und der Fluss geben aus Hochmut nicht befolgt, erhält sie keinerlei Unterstützung.

[zu jeder Station gibt es in dem Buch eine eigene Seite mit Bild]

 

 

Am Abend gelangt das Mädchen schließlich an die Hütte der Hexe Baba Jaga. Von einem kleinen Mäuschen, dem sie ein Stückchen Brot zusteckt, erfährt sie, dass die Schwäne im Auftrag der Baba Jaga das Brüderchen entführt hatten. Außerdem warnt die Maus sie, dass die Hexe sie fressen will. Mit Hilfe der Maus gelingt dem Mädchen die Flucht mit dem Brüderchen. Jedoch werden sie von den Schwänen der Hexe verfolgt.

 

 

 

Wieder passiert das Mädchen mit dem Kleinen auf dem Arm den Milchfluss, Apfelbaum und Ofen. Dieses Mal erhält sie aber Unterstützung von ihnen. Sie hat durch ihre Erfahrungen gelernt, ihren Hochmut abgelegt und erfüllt die Anweisungen. So gelingt es ihr, das schützende Heim zu erreichen, wo ihre Eltern sogleich wieder eintreffen.

 

(unbezahlte, unaufgeforderte Werbung  da eingefügter Link)

Auf dieser Seite kann man das ganze Märchen im ausführlicheren Originaltext lesen.

Habt Ihr auch schon einmal ein Märchen illustriert oder ein bewegliches Bilderbuch gestaltet? Ich kann mir vorstellen, dass man gemeinsam mit Kindern einzelne Seiten malen und in Schichten am Rand zusammenkleben kann.

Jetzt bin ich gespannt auf Eure märchenhaften Dinge. Noch vier Tage lang könnt Ihr Eure Beiträge im Monatsmotto „Märchenhaft“ verlinken.

  • ninakol. 24. Februar 2019 at 6:19

    Ich bin ganz begeistert von Deinem wunderbaren selbstgemachten Märchenbuch! So ein schönes Märchen und die beweglichen Figuren und man sieht, dass es oft angesehen wurde. Ein echter Schatz mit ganz viel Liebe und Wertschätzung.
    Liebe Grüße
    Nina

  • Ein Garten in der Steiermark 24. Februar 2019 at 6:30

    Was für ein tolles Geschenk! Dein Märchenbuch sieht sehr schön aus… Seine Tochter kann ihren drei Kinder daraus vorlesen und weitergeben. Ein richtiger Schatz!

  • eva 24. Februar 2019 at 6:55

    Da ist ja hübsch.
    Ich kann auch ganz gut malen und erst meine Schwiegertochter, die malt dem Enkel auch zur Zeit einiges.
    Das wäre auch mal eine Idee.

    Das ist wirklich ein Schatz.
    Hab einen schönen Sonntag.

    Lieben Gruß Eva

    • Astridka 24. Februar 2019 at 8:31

      Was für ein Kleinod! Und dass es die Zeiten überstanden hat! Die Verwendung von Wachskreide erinnert mich an ähnlich gestaltete anthroposophische Bücher. Das Märchen kenne ich allerdings nicht.-
      Ich habe regelmäßig mit allen meinen Zweiten Klassen einen Märchenkalender gemacht, da war das Blatt zu Rotkäppchen mit einer solch geführten Figur versehen ( natürlich das Mädchen, das durch einen märchenhaften Wald als Hintergrund ging ). Ob die Kinder oder deren Eltern die kleinen Kunstwerke noch haben? Ich weiß nicht mal, ob ich noch Fotos davon besitze…
      Zu Beginn meines Kunststudiums hatte ich eigentlich vor, Illustratorin zu werden und mich mit einer Arbeit zur kleinen Meerjungfrau beworben in Mischtechnik. Solche Erinnerungen weckst du heute ( und das Bewusstsein, dass alles lange hinter mir liegt und ich alt geworden bin ).
      Einen schönen Sonntag!
      Astrid
      .

  • Varis 24. Februar 2019 at 9:45

    Das ist ein wahres Unikat, liebe Andrea! Wunderschön gestaltet.
    Dir einen schönen Sonntag.
    LG, Varis

  • Margot, die Judika 24. Februar 2019 at 11:05

    Liebe Andrea,
    Dein Märchenbuch ist ein unbezahlbarer Schatz. Deine Töchter haben es sichtlich gut behandelt und wenn Deine Enkel mal wieder im Lande sind, dürfen sie sicherlich auch darin blättern. Dieses Märchen kenne ich nicht, es sind jedoch ähnliche Motive wie man sie von deutschen Märchen kennt.
    herzlich Margot

  • Buchbahnhof 24. Februar 2019 at 16:13

    Liebe Andrea,
    das ist wirklich ein unbezahlbarer Schatz! Wunderschön gestaltet und so liebevoll, individuell gefertig.
    ganz große Klasse.
    LG
    Yvonne

  • Sandra 24. Februar 2019 at 22:27

    Unglaublich – das ist ja zauberhaft !!!
    Sandra

  • nic 24. Februar 2019 at 22:33

    Ja, die haben wir damals alle auf dem Adventsbazar verkauft – eine Freundin hat noch eins von diesen Zeiten. Du weckst in der Tat Erinnerungen heute. 😀 ♥nic

  • Lina 25. Februar 2019 at 7:50

    Ich erinnere mich an jedes einzelne Bild davon!
    Das Buch ist sooooo toll!!!
    Danke Mama <3

  • Pia 25. Februar 2019 at 9:15

    Ein unbezahlbarer Familienschatz den du da gestaltet hast. Mit so liebevollen Details.
    Ich habe für meine Kinder ein Stoff Bilderbuch genäht mit verschiedenen Techniken für die kleinen Hände. Wo ich das wohl versorgt habe.
    L G Pia

  • Ivonne 25. Februar 2019 at 20:08

    WOW! Das ist echt wunderschön und ein wahrer Schatz.
    Liebe Grüße
    Ivonne

  • Karin Be 25. Februar 2019 at 20:56

    Das ist wirklich ein ganz besonderer Schatz!
    So schön, und dazu die Erinnerung.
    Ich erinnere mich, dass Du vor einiger Zeit noch so wunderhübsch eine Geschichte bebildert hast.
    Viele liebe Grüße,
    Karin

  • Friederike 27. Februar 2019 at 16:28

    wunderschön!! Ein richtiger Schatz für deine Kinder!
    Mein Großvater hat seinen Kindern und später auch mir selbst erfundene Märchen erzählt und hat währenddessen gezeichnet. Ist Jahrzehnte her und ich weiß nicht, ob Zeichnungen von ihm noch vorhanden sind…