Genähtes Kreatives Monatsmotto

Märchenhaft kreativ sein: Die Prinzessin auf der Erbse {Monatsmotto}

14. Februar 2019

Die Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen haben es mir schon immer angetan. Kein Wunder, dass ich mir eines seiner Werke auswählte, um mein Monatsmotto „Märchenhaft“ kreativ auszuleben.

Die Prinzessin auf der Erbse

Dieses recht kurze Märchen erschien 1837 in einer Märchensammlung Andersens unter dem dänischen Titel „Prinsessen på ærten“. 

Ein Prinz macht sich vergeblich auf die Suche nach einer wirklichen Prinzessin, die er heiraten könne. Der Misserfolg stimmt ihn traurig. Eines Abends während eines Unwetters steht ein vollkommen durchnässtes Mädchen vor dem Tor. Sie behauptet, eine Prinzessin zu sein, was man ihr wahrlich nicht ansieht. Die Königinmutter unternimmt im Geheimen eine Prüfung, indem sie eine Erbse unter die Vielzahl von Matratzen und Daunendecken des Bettes legt. Die Prinzessin besteht den Test, denn sie hat daraufhin in der Nacht kaum ein Auge zumachen können. So kann der Prinz endlich seine wirkliche Prinzessin heiraten.

Andersen (1805-1875) ist zwar in ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsen, konnte aber durch die Unterstützung des Königs Friedrich VI, dem seine Begabung aufgefallen war, zu Schul- und Universitätsausbildung gelangen. Seine eigene Prinzessin (oder seinen Prinzen, den es wird kontrovers diskutiert, ob er evtl. homosexuell war) hat er nie bekommen, und blieb bis ans Lebensende ungebunden.

Bestimmt kennt Ihr die  „Prinzessin auf der Erbse“ als geflügeltes Wort für empfindliche Person.
Die Möglichkeiten der Interpretationen sind weit gefächert, von der Sozialkritik am Adel bis zur Empfindsamkeit Andersens selber. Man kann die Empfindlichkeit des Mädchens aber auch als ein Zeichen von Hochsensibilität deuten.

Meine Umsetzung

Ich hatte gleich mehrere Ideen, dieses Märchen umzusetzen und legte erst einmal spontan los. Die Erbse stand natürlich Patin für die Farbe Grün, die immer wieder auftauchen sollte. Mit dem Karton mit den grünen Stoffresten an der Seite entstand rasch ein Patchworkmotiv der gestapelten Matratzen, auf die ich dann die Prinzessin applizierte. Wenn schon Patchwork, warum nicht gleich Quilten?

Also setzte ich ein Reststück eines Quiltvlies drunter, erstellte ein Quiltsandwich und quiltete munter drauf los. Nach dem Waschen versah ich das Quiltquadrat mit einer Rückseite. So entstand eine Art Kissenhülle oder kleine Tasche mit hinterem Reißverschluss.

Inzwischen sind beim Nähen noch andere Ideen dazu gekommen. Warum nicht ein kleines Spiel in dieser Hülle aufbewahren? Aus weiteren grünen Stoffresten entstanden ein paar Mini-Matratzen, die ich mit unterschiedlichen Materialien füllte: Kichererbsen, Erbsen, Linsen, Wolle, Lavendelblüten, Knisterfolie. Ja, das schreit nach kleinen Kinderfingern, die sich im Tasten und Stapeln üben, ganz richtig.

Kleine Kinderfinger, die die Matratzen aufeinander legen und – klar, eine Prinzessin darauf zum Schlafen legen. So hieß es dann zum Abschluss noch, eine schlafende Prinzessin herzustellen.

 

Eigentlich fehlt noch die Märchenerbse unter der Matratze, da habt Ihr recht. Die wird dazu kommen, wenn das kleine Mädchen, zu der die Prinzessin auf der Erbse reisen wird, nicht solche Kleinigkeiten in Mund, Nase oder Ohren stecken möchte…

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So habe ich jetzt etliche kleine Stoffreste verwertet – auch der grüne Prinzessinnen-Nicki war so ein Restchen – und gleichzeitig ein kleines märchenhaftes Kinderspiel hergestellt. Ich bin gespannt, wie es der kleinen pausbäckigen Prinzessin gefallen wird.

Die Matratzen und die Erbsenprinzessin können in der Quilthülle aufbewahrt werden, diese hat aber auch die Größe, dass sie als Kissenhülle dienen kann.

 

Falls Ihr auch noch eine märchenhafte kreative Idee oder eine andere Umsetzung des Themas habt, könnt Ihr sie gerne beim meinem Monatsmotto Märchenhaft verlinken.

 

  • frau nahtlust 14. Februar 2019 at 6:33

    Das ist dir absolut entzückend gelungen, liebe Andrea! Ein feines Prinzesschen und ein schöner Spruch, der zum Glück seinen WEg in den Alltag gefundne hat – wie so mancher Satz aus Märchen (sitze gerade am Nadelbrief für nächste Woche mit dem Schneiderlein, da sind die Sieben auf einen STreich auch alltagstauglich geworden!).
    Märchenhafte Morgengrüße
    Susanne

    • karola jaeger 16. Februar 2019 at 16:56

      liebe Frau nahtlos -bitte was ist denn ein Nadelbrief ? das hört sich spannend an!
      ich werd gleich mal meine kreuzstichmuster durchsuchen ob ich einen märchenhaften „Nadelbrief“ finde!
      viel spass beim Nadeln….egal mit welcher Technik#

  • eva 14. Februar 2019 at 8:04

    Das ist dir ganz zauberhaft gelungen.
    Ich habe das Märchen immer so empfunden, dass das Mädchen so sensibel war, dass es diese Erbse gespürt hat.
    Ja, man kann es imme wieder anders deuten und jeder wird es auch tun.

    Mit lieben Grüßen Eva

  • swig – filz felt feutre 14. Februar 2019 at 15:41

    Wunderbar! und so herrlich unrosa (für eine Prinzessin 😉
    Liebe Grüße!

  • Margot, die Judika 14. Februar 2019 at 16:19

    Liebe Andrea,
    Deine Mini-Enkeltochter wird sich ganz sicherlich über dieses individuelle Geschenk freuen.
    viele Grüße Margot

  • frau mo 14. Februar 2019 at 16:32

    So schön, wie du das Märchen umgesetzt hast. Da wird sich das kleine Mädchen aber freuen!
    Mit Hans Christian Andersen hast du mich an ein anderes Märchen erinnert. Ein sehr trauriges. Vielleicht schaffe ich es noch, einen Post dazu zu verfassen.
    ♥ Monika

  • Astridka 14. Februar 2019 at 19:13

    Süß! Wobei mir die Applikationen noch mehr zusagen. Es ist ein Märchen, das geradezu nach einer bildnerischen Umsetzung verlangt, finde ich.
    Ich selbst habe das Motiv als Weißstickerei auf Kopfkissenbezügen für meinen Mann und mich umgesetzt. Und von meiner Tochter gibt es noch einen Kissenbezug aus Seidenmalerei. In meiner Kindermodenzeit habe ich auch einmal ein Druckmotiv für ein Sweatshirt entworfen, das sehr gut ankam.
    Mit den Schülern war es auch immer ein schönes Thema für Mustererfindungen, gezeichnet mit Filz- oder Buntstift.
    Die Geschichte selbst hat mich immer weniger angesprochen, war wohl nicht mein Thema. Aber das Bildhafte scheint also immer eine Herausforderung gewesen zu sein…
    Und wer bekommt jetzt das Püppchen von deinen fünf Enkeln?
    LG
    Astrid

    • Andrea 14. Februar 2019 at 19:37

      Hallo Astrid, das kleine M. 😉
      Liebe Grüße
      Andrea

  • Magdalena 14. Februar 2019 at 20:05

    Das ist Dir großartig gelungen. Da wird die Freude groß sein und die Resteverwertung ist ja auch noch ein Pluspunkt.
    LG
    Magdalena

  • Andrea 14. Februar 2019 at 21:24

    Wie süß ist das denn! Besonders toll finde ich die Idee, die Matratzen mit verschiedensten Fühlmaterialien zu füllen!!! Ganz, ganz super! Ich bin entzückt. Liebe Grüße Andrea

  • ninakol. 14. Februar 2019 at 22:57

    Was für tolle Umsetzungen dieses schönen Märchens!
    Als ich die winzigen Matratzen sah, kam mir sofort das mit den unterschiedlichsten Füllungen in den Sinn…. Und tada! Du warst noch schneller.
    Auch die Decke ist so schön.
    Ich glaube, ich würde auch gern bei Dir Enkel sein wollen!
    Liebe Grüße
    Nina

  • Claudia 15. Februar 2019 at 6:28

    Liebe Andrea,
    was für eine zauberhafte Idee, ein Märchen so für ein kleines Mädchen zu gestalten! Ich bin total begeistert! auch mit den verschiedenen FÜüllungen, einfach toll! Das mit der Erbse verstehe ich. Könnte man nicht eine Stofferbse an der Schnur an einem der Kissen ( das denn halt immer unten liegen müßte ) befestigen? So wäre die Geahr, die kleine Erbse in den Mund zu stecken und zu verschlucken, weitaus geringer?
    Hab einen freundlichen Tag und einen guten Start in ein wundervolles Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  • mano 15. Februar 2019 at 8:29

    sowas von allerliebst aber auch!! ich bin beim betrachten richtig in verzückung geraten!!
    liebe grüße
    mano

  • Karin Be 15. Februar 2019 at 20:52

    Wie hübsch!
    Das Märchen. Die Idee dieses so umzusetzen und weiterzuspinnen! Allerliebst, die kleine Prinzessin zum Schluss. Ein herrliches Spielzeug für alle Sinne – wie passend!
    Liebe Grüße,
    Karin

  • dörte 16. Februar 2019 at 23:13

    Oh wie wunder wunder schön! Märchenhaft!
    Das muß hier auch einziehen.
    Verzauberte Grüße
    dörte

    die in den letzten Tagen ein märchenhaftes Rotkäppchenkostüm für ein kleines blondbezopftes Töchterchen genäht hat, welches dieses stolz wie Bolle gestern zum Fasching ausgeführt hat. Besonders wunderschön (pfui Eigenlob 😉 ) hat es sich inmitten all der gekauften Kostüme (auch an der Waldorfschule, wie schade) ausgenommen . Märchenfasching 1.Klasse.

  • Friederike 18. Februar 2019 at 13:17

    sooo lieb!!!!
    Du hast das Märchen ganz allerliebst umgesetzt, lg

  • eva 20. Februar 2019 at 18:52

    Wie süß! Ich bin sprachlos (fast) wunderschöne Ideen liebe Andrea!