Bücher

Meine Bücher des Monats Januar

29. Januar 2019

Unaufgeforderte und unbezahlte Werbung, da Nennung von Buchtiteln und Autoren

Der zufällige Zusammenhang der Januarbücher

Im Januar hatte ich erst im Krankenhaus und dann auf dem Sofa ziemlich viel Zeit zum Lesen. Im Rückblick ist mir aufgefallen, dass ich zum einen, ohne es zu planen, zwei französische Bücher, die sich mit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und Familiengeschichten befassen, und zwei Bücher, die sich um die Farbe Blau drehen, ausgewählt habe. Doch die Bezüge hörten nicht auf.
Das Gemälde „Der Distelfink“ von Carel Fabritius aus dem Jahr 1654 steht im Zentrum des Romans von Donna Tartt und taucht im Roman „Nachtblau“,  im Delft des 17. Jahrhunderts  auch wieder auf. Das nenne ich ein unverhofftes Wiedersehen…

Die Kurzvorstellungen leite ich mal mit dem jeweiligen ersten Satz des Buches ein. Mal sehen, welche Motive darin gleich schon anklingen.

Lori Nelson Spielman: Morgen kommt ein neuer Himmel

Stimmengemurmel dringt durch das Treppenhaus hinauf, undeutlich, irritierend, fern. Mit zitternden Händen schließe ich die Tür hinter mir.

Meine Krankenhauslektüre auf dem E-Book Reader … Ja, stimmt, die Protagonistin, eine junge Frau, ist ziemlich durch den Wind. Sie wird gleich erfahren, dass sie nun nach dem Tod ihrer Mutter eine Liste abarbeiten muss. Auf dieser hat sie selbst als Jugendliche ihre Lebensziele aufgestellt. Ihre Mutter war der Meinung, dass es nun an der Zeit wäre, diesen näher zu kommen… Sehr unterhaltsam.

Donna Tartt: Der Distelfink

Noch während meines Aufenthaltes in Amsterdam träumte ich zum ersten Mal seit Jahren von meiner Mutter.

Der dreizehnjährige Theodore verliert seine Mutter durch einen Terror-Anschlag auf ein New Yorker Museum. Warum er während der Wirren nach dem Anschlag das niederländische Gemälde „Der Distelfink“ einfach an sich genommen und danach behalten hat, ist ihm selbst nicht klar. Aber es begleitet ihn durch seine nächsten Lebensjahre, die zusehends chaotischer werden und sich in einer Abwärtsspirale bewegen.
Kaum glaubt man, dass das Leben des Jungen nun in ein gewisses Fahrwasser geraten ist, wird das Steuer wieder unerwartet herum gerissen. Stets gelingt es ihm bei den Wendungen, das Päckchen mit dem gestohlenen Bild zu retten und zu verstecken. Doch es spendet keinen Trost, sondern zieht ihn eher in kriminelle Kreise. Ich fand den Entwicklungsgang des Jungen und die Geschichte sehr spannend.

Simone van der Vlugt: Nachtblau

Eine Woche nach dem Begräbnis verspüre ich noch immer vor allem Erleichterung.

Diese Erleichterung spürte die Ich-Erzählerin Catrijn, die nicht ganz unschuldig am Ableben ihres gewalttätigen Mannes ist. Kein Wunder, dass sie rasch das kleine holländische Heimatdorf verlässt und sich in das Abenteuer der großen Stadt wagt. Das Schicksal verschlägt die tatkräftige junge Frau über Amsterdam nach Delft, wo endlich ihre künstlerische Veranlagung Anerkennung findet. Es ist die Zeit, in der das Delfter Porzellan berühmt wird. Die Autorin hat sehr gut recherchiert, so dass das Lesen doppelt Spaß macht. So trifft Catrijn doch tatsächlich in Delft auf den Maler des „Distelfink“, Carel Fabritius, und erzählt auch von dessen weiterem Schicksal.  Der Roman führte mich in das goldene Zeitalter Hollands ein und war sehr unterhaltsam zu lesen.

Cath Crowley: Das tiefe Blau der Worte

Um Mitternacht öffne ich die Augen, geweckt vom Rauschen des Meeres und vom Atmen meines Bruders.

Bevor die junge Rachel mit Mutter und Bruder ans Meer gezogen ist, steckte sie einen Liebesbrief in das Lieblingsbuches ihres besten Freundes Henry. Denn sie traute sich nicht, ihm ihre Liebe zu gestehen. Als Bücherwurm und „lebendes Mobiliar“der Secondhand-Buchhandlung seiner Eltern blättert er doch täglich darin. Doch auf die rasche SMS als Antwort hoffte Rachel vergeblich, so dass sie den Kontakt versanden ließ.
Nun kehrt sie nach drei Jahren zurück in die alte Heimat. Ihre Welt hat sich dramatisch verändert, sie ist traumatisiert. Ihr früherer Freund Henry pflegt immer noch dieselbe On- und Off-Beziehung mit der anderen. Doch auch sein Leben, das der Familie und der Buchhandlung steht vor einem Umbruch.
In diesem Buch geht es um Liebe, ganz grundsätzliche Lebensfragen, persönliches Leid und die Wunder der Literatur. Eigentlich ist es ein Jugendbuch, das aber auch wunderbar lesbar für Erwachsene ist. Gäbe es diese zauberhafte Buchhandlung aus dem Roman in meiner Nähe, wüsstet Ihr, wo Ihr mich zu suchen habt.

Hélène Gestern: Der Duft des Waldes. Über dieses Buch habe ich schon hier ausführlich berichtet.  Ich habe es als mein Buch des Monats Januar ausgewählt

Pierre Lemaitre: Die Farben des Feuers. Für Anfang Februar habe ich eine ausführliche Rezension geplant.

Thomas Pierce: Das Leben danach habe ich gerade erst begonnen. Darüber erzähle ich auch im Februar.

Habt Ihr schon eines dieser Bücher gelesen? Wie hat es Euch gefallen?
Was war Euer Buch des Monats?

verlinkt bei ‚Mein Buch des Monats“ in Andreas karminrotem Lesezimmer 

  • Ein Garten in der Steiermark 29. Januar 2019 at 8:08

    Was für eine tolle Auswahl. Ich habe noch keines der Bücher gelesen, sie klingen allerdings alle sehr spannend. Ich habe im Jänner von Umberto Eco „Die Insel des vorigen Tages“ gelesen – ein wirklich wundervolles, wundervolles Buch voller Poesie…

  • ninakol. 29. Januar 2019 at 8:35

    Hui, Du warst wirklich sehr fleissig. Gelesen habe ich keines Deiner Titel, neugierig hat mich das Buch Nachtblau. Mein Buch des Monats war keine Belletristik, sondern ein Comic, *Nieder mit Hitler“, vor allen Dingen, weil das Buch den Bogen weiter in die jüngere deutsche Vergangenheit spannt!
    Liebe Grüsse
    Nina

  • Astridka 29. Januar 2019 at 10:00

    Wenn ich denn Zeit zum Lesen neben meinem straffen Frauen-Programm hätte, würde ich auf eines deiner Bücher zurückgreifen! Du hast einfach immer eine persönliche Auswahl abseits vom sonst Empfohlenen.
    LG
    Astrid

  • eva 29. Januar 2019 at 12:25

    Liebe Andrea,
    diese Welt ist nicht so die meine, ich lese halt ein wenig anderes, aber das ist Jedermann Sache.
    ABER, ich bin immer noch begeistert von deinem Pinguin-Buch das ich jetzt schon so oft weiterempfohlen habe.
    Super.

    Lieben Gruß eva

  • Magdalena 29. Januar 2019 at 13:38

    Das ist auf jeden Fall eine interessante Auswahl. Da werde ich mir wohl auch was vornehmen. Ich hoffe, der Krankenhausaufenthalt hat was gebracht.
    LG
    Magdalena

  • Claudia 30. Januar 2019 at 6:28

    Eine tolle Auswahl, die Beschreibungen klingen gut, ich kenne leider keins von diesen Büchern. Mir fehlt aber auch die Zeit, viel zu lesen. Ich muss aber auch gestehen, daß das nicht so ganz meine Richtung ist, was Du hier vorstellst …
    Ich wünsche Dir einen zauberhaften Wochenteiler!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  • swig – filz felt feutre 31. Januar 2019 at 14:26

    Ich habe gerade“ Deutsches Haus“ gelesen. Nicht schlecht, unterhaltsam aber nicht absolut notwendig (was ich bedauere, denn die Serien der Autorin (Weissensee und Ku’damm 56 und 59) habe ich sehr gemocht). Der Distelfink liegt seit Ewigkeiten auf einem meiner Bücherstapel… mhmm, mal sehen.
    Liebe Grüße und danke für Deine Auswahl

  • mano 1. Februar 2019 at 9:00

    den „distelfink“ hab ich irgendwann mal abgebrochen, weiß aber gar nicht mehr warum. ich werde ihn nochmal zur hand nehmen. die anderen titel sind notiert, ich freue mich nämlich immer sehr über deine empfehlungen!
    mein buch des monats ist ein kochbuch, das ich sehr toll finde: „mittagstisch“ von eschi fiege – wunderschön aufgemacht und bebildert und mit „leidenschaftlich vegetarischen“ rezepten.
    liebe grüße
    mano