Monatsmotto Nachdenkenswert

Monatsmotto – Nachhaltigkeit I {Lebensmittel einkaufen}

8. Juni 2018

Mein Monatsmotto „Nachhaltigkeit“ begleitet mich im Juni durch meinen Alltag. Heute schaue ich mal meinen Einkauf von Lebensmitteln unter diesem Gesichtspunkt an. Ich bin da noch nicht wirklich zufrieden…
(Falls Du einen Beitrag zu diesem Thema verlinken möchtest, kannst Du das hier tun.)

Ernährung

Wir essen sehr selten Fleisch (ca. einmal im Monat), einmal die Woche Fisch. Ansonsten genießen wir gezwungenermaßen laktosefrei. Da mich leider noch andere Unverträglichkeiten plagen, gehört der Blick auf das Etikett für mich stets dazu. Viele verarbeitete Lebensmittel fallen deshalb eh häufig flach. Vermissen tue ich sie nicht.

Dass vegane Produkte gerade en vogue sind, ist für uns natürlich sehr praktisch.

Unser Garten ist sehr klein, aber auf unserer Terrasse und im Hochbeet wachsen gerade Tomaten, Möhren, Radieschen, Salate, Kräuter… Selber Gezogenes zu ernten ist natürlich das Allerbeste.

Beim Einkaufen von Lebensmitteln beachte ich:
  • Grundsätzlich Einkaufstaschen mitführen. Für unerwartete Einkäufe eine kleine, zusammenfaltbare Einkaufstasche in der Handtasche bereit halten.
  • Obst, Gemüse (und ab und an mal Fleisch beim Biometzger) auf dem Wochenmarkt kaufen
  • beim Kauf von Obst und Gemüse immer Stofftütchen verwenden
  • Behältnissen aus Glas immer den Vorzug vor Konservendosen oder Plastikverpackungen geben
  • stets mit Einkaufszettel einkaufen gehen
  • auf saisonale, regionale und ökologische Ware achten
  • Fertiggerichte  vermeiden

Eigentlich gehe ich immer mit einem Einkaufszettel in die Läden oder auf den Markt, denn ich überlege mir stets vorher, was ich in der Woche kochen werde. Deshalb wird eigentlich kaum mal etwas gekauft, was nicht verwertet wird.

Der samstägliche Einkauf auf dem Wochenmarkt gehört bei uns eigentlich schon seit Jahrzehnten zum Ritual. Wir haben hier viele Biostände und hauptsächlich Anbieter aus der direkten Region.

Alles bereit zum Besuch des Wochenmarktes.

Bin ich in Supermärkten oder Bioläden unterwegs, begleiten mich seit einem knappen Jahr selbstgenähte Tütchen aus Tüll u.ä., um Obst oder Gemüse dort einzupacken und abzuwiegen.

Als unsere Kinder klein waren, haben wir mit anderen Kindergarteneltern eine Einkaufsgruppe gegründet. Da wurden Großgebinde z.B. Bioreis in Säcken gekauft und wir teilten sie dann bei einem gemütlichen Treffen auf – jeder hatte seine eigenen Stoffsäckchen dabei. Schön finde ich, dass es soetwas bei meiner Tochter in Vermont auch noch gibt.

(Nähanleitungen für diese leichten Stoffsäckchen gibt es reichlich im Internet, hier habe ich ein paar gesammelt). Meine sind aus Tüll mit Wiener Nähten. Damit Preisetiketten gut kleben bleiben, habe ich vor dem Zusammennähen Materialreste eines alten weißen Duschvorhanges aufgenäht. Das funktioniert perfekt. Für NichtnäherInnen bieten viele Bioläden, die Schweizer Migros und Online-Händler solcherart Tütchen zum Verkauf an. Schön wäre es, wenn Supermärkte da endlich nachziehen würden!!)

Was mir fehlt, was mich stört

Ich würde gern viel öfter zu milchalternativen Produkten im Glas greifen. Leider gibt es z.B. Joghurt in der Regel so gut wie gar nicht in der laktosefreien Variante, oder auf  Soja-, Mandel-, Kokos- etc. basis im Glas.

Mir fällt auf, dass es heute sehr viel mehr verarbeitete Lebensmittel als früher in Bio-Supermärkten und -läden angeboten werden. Auch der Anteil an Plastikverpackungen unterscheidet sich überhaupt nicht von ganz normalen Supermärkten.

Die hiesigen saisonalen Spargelhäuschen sind eigentlich wunderbar, weil man immer frischen Spargel und Erdbeeren aus der Region kaufen kann. Leider kommt kaum einer der Kunden auf die Idee, sich vor dem Kauf mit einem Beutel, Korb, Täschchen für den Spargel auszurüsten, oder wenigstens die Plastiktüten vom vorherigen Kauf wieder zu verwenden. Die Erdbeeren werden in Plastikschälchen verkauft. Da sehe ich auf dem Wochenmarkt, ja sogar im normalen Supermarkt doch wirklich nachhaltigere Verpackungen.

Eigentlich muss man sich nur mal eine halbe Stunde in die Gemüseabteilung eines Supermarktes oder neben das Spargelhäuschen zu stellen und die Plastiktütchen mitzuzählen, dass es einem die Tränen in die Augen treibt.

Was für Ideen setzt Ihr um, damit Nachhaltigkeit in den Alltag kommt?

Teilt sie mit uns, so motivieren wir uns gegenseitig und können Ideen austauschen. Beim  Monatsmotto Nachhaltigkeit könnt Ihr bis zum Monatsende Eure Beiträge (gern mehrere) verlinken. Gern auch Nähanleitungen, Rezepte etc.

 

 

 

 

 

 

11 Kommentare

  • Antworten Judika 8. Juni 2018 at 7:43

    Liebe Andrea,
    sehr schöner Post mit guten Ideen.
    Früher habe ich zum Wurst- und Käseeinkauf gerne eigene Kunststoffbehälter mitgenommen und an der Theke befüllen lassen. Heute bin ich Vegetarierin, Käse ist aufgrund meiner Histamin- und Laktoseunverträglichkeit tabu geworden, mein jüngster Sohn hat niemals Wurst und Käse gegessen.
    viele Grüße Margot

  • Antworten Nicole/Frau Frieda 8. Juni 2018 at 7:44

    Deine zarten Stofftütchen sind wunderbar, liebe Andrea! Vielen Dank für den Link, obwohl ich ja beim Nähen eine echte Niete bin. Mich stört es auch sehr, dass es in Bioläden immer noch so viel Plastik gibt. Was mich auch verwundert ist, dass hier bei uns beim „Fair-Handel“ es nicht um Bio-Produkte geht. Das müsste doch einhergehen, oder? Auf unserem Stadtteil-Markt gibt es keinen Biobauern und auch nur einen Bio-Bäcker – da beneide ich Dich sehr! Hab‘ ein schönes Wochenende, meine Liebe! Herzlichst, Nicole

  • Antworten die_Birgitt 8. Juni 2018 at 17:40

    …nähen kann ich ja nicht, liebe Andrea,
    und einen Biosupermarkt gibt es in der Nähe auch nicht…muß mal im Netz nach solchen Tüllbeuteln Ausschau halten, die finde ich nämlich gut…nur auf dem Wochenmarkt, da lege ich gleich alles in die Tasche oder den Fahrradkorb …

    liebe Grüße Birgitt

  • Antworten Astridka 8. Juni 2018 at 18:55

    Da habe ich doch den ganzen Tag drüber nachgedacht ( das Tagesgespräch bei WDR 5 war auch zum Thema ) und mir dem Herrn K. darüber gesprochen. Wir sind nur inzwischen in einer Situation, da muss man einiges abwägen, was geht und was nicht geht.
    Mal sehen, ob ich dazu noch was geschrieben bekomme. Habe mich heute wieder mit anderem verzettelt….
    GLG
    Astrid

  • Antworten Marion M 9. Juni 2018 at 19:17

    Also, Einkaufsbeutel habe auch ich immer dabei. Den Link für die feinen Genüse- und Obstbeutel schaue ich mir mal an. Mich stören die Platiktüten da auch. Für bestimmt Obst- und Gemüsesorten verwnde ich die gar nicht. Die Nheme ich lose mit. Für zwei Äpfel oder Bananen sind die echt total überflüssig.
    Bei andrer loser Ware würde ich mir wünschen, dass es wieder mer gestattet wird, dass man seine Behältnisser wieder mitbringen kann. Aber das ist offensichtlich nach wie vor nicht gestattet.
    Und was mich so richtig stört ist der Verkauf dieser großen Plastiktüten in den Supermärkten. Ich finde die noch immer zu billig. Ich wohne in einer sozial sehr schwachen Gegend. Und was muss ich im Supermarkt immer wieder beobachten??? Da gehen die Leute „zufällig“ einkaufen und brauchen dafür fünf dieser Tüten!!! Das begerife ich einfach nicht.

    Gruß Marion

  • Antworten :: Heidrun 10. Juni 2018 at 8:37

    Bestimmte gesundheitlich bedingte Lebensmittel wegen Unverträglichkeit zu ergattern ist wirklich nicht einfach!

    Liebe Andrea, in puncto Einkaufsverhalten gehst Du beispielhaft vor, Chapeau – meine Einkaufstasche oder den -korb habe ich ebenfalls immer bei mir.

    Allerdings muss ich an mir arbeiten, um bewusst noch öfter Textiltüten für Obst und Gemüse 🌶 mitzuführen.

    Ein herzlicher Sonnengruß… zum Sonntag von Heidrun

  • Antworten eva 10. Juni 2018 at 15:24

    Toller Ideenstupser! Ich fahre immer mit ein zwei Stofftaschen im Rucksack durch die Gegend. Die Tüllbeutel sind ne gute Idee. Herzliche Grüße, Eva

  • Antworten mano 11. Juni 2018 at 5:02

    ein klasse beitrag! ich hab das alles auch immer im kopf, aber leider sieht die praxis oft anders aus, wenn man auf dem land wohnt und kein wochenmarkt oder bioladen in der nähe ist. da muss sich noch so vieles tun! auch bei mir selber.
    liebe grüße
    mano

  • Antworten Schwarzwaldmaidli 15. Juni 2018 at 21:25

    Zum Einkaufen nehme ich auch immer eine Tasche mit und mittlerweile kaufe ich die Milch und den Joghurt wieder in Gläsern.
    Aber solch tollen Beutel für das Obst/Gemüse muss ich mir auch mal zulegen.
    Liebe Grüße
    Anette

  • Antworten Margit 17. Juni 2018 at 21:46

    Super Beitrag, ich freue mich immer wieder, wenn Menschen sich über Nachhaltigkeit Gedanken machen. Vor ca. einer Woche habe ich vor einem Spar in Wien Mitte auch eine Gruppe junger Mädels mit Einkaufskörben und Schildern stehen sehen. Darauf standen Botschaften, wie viel Plastik weltweit in den Meeren landet. Dazu haben Sie Passanten, die aus dem Spar kamen, angehalten, über das Plastik-Problem aufgeklärt und sie gebeten alles Plastik, was sie gerade mit eingekauft haben und nicht benötigen, bei ihnen zu lassen. So füllten sie viele Einkaufswagen bis oben hin und die Menschen wurden auf das viele Plastik in ihrem Konsum hingewiesen. Fand ich eine super Aktion. Ich selbst kaufe auch sehr viel regional. Obst und Gemüse sehr oft auch auf dem Wochenmarkt. Den Rest meist aus dem Biomarkt. Es sind wirklich nur noch wenige Dinge, die ich mir aus normalen Supermärkten besorge – wie zum Beispiel Waschmittel – aber auch da habe ich mir schon Anleitungen zur Herstellung von Waschmitteln ausgedruckt und möchte das gern mal versuchen. Fleisch esse ich auch nur noch sehr wenig. Und wenn bestelle ich mir Fleisch immer bei Aumaerk. Da weiß ich, dass die Tiere ein gutes Leben hatten, keine Antibiotika im Futter hatten und ich keine Zusatzstoffe im Fleisch habe. Ich denke, dass ich schon sehr bewusst konsumiere und freue mich, dass das Thema gesamtgesellschaftlich immer wichtiger wird.

    Liebe Grüße
    Margit

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