Ein Blick in die Welt beweist,
dass Horror nichts anderes ist als
Realität.
Alfred Hitchcock (1899 – 1980)
Meine nebelgraue Novemberwoche

GEHOBEN: haben sich die Nebel über dem See diese Woche nur an einem einzigen Tag
GEWUNDERT: über Leute, die nur noch auf ihr Smartphone glotzen, während sie ihre Hunde ausführen, mit ihren Kindern auf dem Spielplatz sind, den Kinderwagen schieben, die Straße überqueren, mit dem Rad fahren…. Letztens steht da einer in der Nacht mit seinem Hund auf dem Feldweg. Aber man sieht ihn, immerhin hat er das Handy an und schaut gebannt drauf.
GEKNIPST: kaum etwas. Bei diesem Grau habe ich keine Lust, die Kamera mitzuschleppen. Der Lichtblick fiel dann auf den Donnerstag. Herrlich, wie ein paar Sonnenstrahlen die Natur verzaubern und die Stimmung heben können. Seht mal, wie plötzlich die letzten Äpfel auf dem fast blattlosen Baum zu leuchten vermögen!

GESCHÜTTELT: den Kopf am laufenden Band beim Lesen der Tageszeitung und Hören der Nachrichten. Hatte ich nicht am Anfang des Jahres geunkt, dass ich nicht hoffe, dass 2020 nur der Trailer von 2021 wäre. Sieht so aus, als hätte ich doch richtig gelegen.
GEKRIEGT: einen dritten Impftermin beim Hausarzt. Anfang Februar. Und den Tipp, es vielleicht bei einem mobilen Impftermin vorher noch zu versuchen…
GESTANDEN: haben sich in BaWü die Leute in der Kälte stundenlang die Beine in den Bauch von den mobilen Impfbussen. Nicht selten gingen trotzdem manche leer aus.

GEZWEIFELT: an der Kompetenz und am Verstand von Politiker*innen, die in BaWü zum Ende September (gegen den Rat von Fachleuten) die Impfzentren geschlossen haben. Jetzt sehen sie sich nicht mehr in der Lage, sie rasch wieder zu öffnen. Soll doch die Bevölkerung sehen, wie sie zu Impfungen kommt.
GEFORDERT: die Impfpflicht, so auch Mai Thi Nguyen-Kim (solltet Ihr Euch dringend anschauen). Aber wenn die Regierung es noch nicht mal gebacken bekommt, die Impfwilligen (egal ob 1.,2. oder Booster-Impfung) alle zeitnah und ohne Erfrierungen zu impfen, würden sie das ja schon mal gar nicht auf die Reihe bekommen.
Liebe Politiker*innen, es gibt in Europa genug Vorbilder, wo ihr wenigstens abgucken könnt, wie man’s machen könnte…
GEHÖRT: überall im Wald die Motorsägen. Man hat das Gefühl, es wird an allen Orten gewirtschaftet, als gäbe es kein Morgen mehr.

GEFREUT: über eine schöne herbstliche Karte und ein liebvolles Paket mit feinen Jerseystoffen von Astrid. Danke, liebe Astrid. Da sind die Frühlingsshirts für die Kids schon mal gesichert. Die freuen sich immer über Füchse und Hunde.
GEKAUFT: meinst online oder frühmorgens auf Vorrat im Schnelldurchgang
GEDACHT: das dies (siehe unten) mit Sicherheit auch ein keltischer Grabhügel ist. Ein weiterer befindet sich nicht weit von hier. Überall ein bisschen mystisch…

unbeauftragte und unbezahlte Werbung, da Nennung von Namen und Buchtiteln
GELESEN: Für das Hundetraining hole ich mir gerade viele Inspirationen aus “Ums Eck gedacht” von Katrien Lismont. Distanz- und Impulskontrolle sind immer wichtige Themen bei so impulsiven jungen Hunden.
Ich bin zwar überhaupt kein Fan von koreanischer Pop-Musik, aber es ist sehr interessant mal über einen Roman in Bereiche reinzuspickeln, die sonst gar nicht im eigenen Blickfeld stehen. Stephan Lee schreibt in “K-Pop Confidential” über den großen Traum eines talentierten amerikanisch-koreanischen Mädchens, das recht unerwartet in einem Casting einen Trainee-Platz in der K-Pop-Schmiede in Seoul ergattert. Es liest sich auf jeden Fall sehr unterhaltsam. Ich bin gespannt, wie es der 15jährigen Candace in Korea ergehen wird.

GENOSSEN: auf dem Weg zum Markt am frühen Morgen noch schnell beim See vorbei zu schauen. Der Anblick versprach einen Tag, an dem die Sonne eine Chance haben würde
GENÄHT: Pullover für die beiden Enkelbuben
GEWOLLT: das älteste Lockenmädchen möchte unbedingt geimpft werden.

GENERVT: dass es soooo lange gedauert hat, bis das Labor endlich die Daten der Untersuchung des kleinen Collies geliefert hat. Immerhin haben wir auch gleich einen Therapieplan für die empfindliche Collie-Verdauung bekommen.
GESCHNÜFFELT: dem kleinen Collie scheint das Mantrailing zu gefallen. Schnüffeln ist erlaubt und beim Finden bekommt man Köstlichkeiten. Was will man mehr? Außerdem bekommt er auf diese Weise sogar ein bisschen Stadttraining.
GELACHT: über die “neue” Erkenntnis, dass Spürhunde Sars-CoV-2 von anderen Erregern unterscheiden können. In Finnland stehen schon seit Monaten solche Spezialhunde an Flughäfen im Einsatz. Und – was passiert bei uns?

Mein Wochenende
Keine Hundeschule heute morgen für den kleinen Flint. Die Trainerin ist stark erkältet (kein Wunder, wenn man den ganzen Tag bei Nebelwetter auf dem Hundeplatz steht). Mal sehen, wie wir das kompensieren können. Ein kleiner Stadtgang zum Bäcker? So ein wilder kleiner Hund an der Leine sorgt wenigstens für Abstand in diesen Zeiten.
Bei dem Dauernebel fällt mir für morgen nur Nähen, Lesen, Hunderunden und vielleicht Muffinsbacken ein. Wenigstens ist die Berliner Samstagsplauschrunde (Blog Karminrot) ganztägig geöffnet.
Guten Morgen, Andrea. Wir hoffen auch auf einen dritten Impftermin im Februar. Doch wie es ausschaut, wird das noch spannend. Über den Unverstand der Nation möchte ich heute nix mehr sagen. Ich werde müde. Bei uns ist es auch grau in grau diese Woche – nur der Donnerstag war lichtvoll. Zum Glück! Habe ich dringend gebaucht. Das mit den Hügelgräbern finde ich sehr spannend. Wir sind auch im Moment wieder in Heimatgeschichte unterwegs. Du ahnst bestimmt wie mir das gefällt.. lach! Dir einen lieben Gruß und für die Fellnasen einen lieben Krauler, Nicole
Na, wenn das kein Keltenhügel ist! Mein Pa selig hat sich in seiner Heimatregion um solche gekümmert ( leider nie was Sensationelles entdeckt ) und mich zu allen hingeführt. Die keltischen Wurzeln konnte man in seiner Familie gut erkennen: Richtig schwarze Haare und blaue Augen! Wettermäßig ist es bei euch ja noch ein paar Tacken deprimierender ( und Infektionsmäßig auch ). Meine beiden jüngsten Enkelinnen brauchen sich jetzt nicht mehr um die Impfung bemühen, haben sie jetzt leider ihre eigene Immunabwehr durch eine Infektion aufbauen müssen. Hoffentlich bleibt es bei der bis jetzt glücklich verlaufenen Erkrankung. Ihre Ma ist schockiert, hat sie sich den Impfdurchbruch wohl beim Einkauf im Supermarkt eingefangen. Hier finde ich die Menschen, mal abgesehen von den Karnevalsjecken, doch recht vernünftig in ihrem Verhalten. Aber ich reduziere wieder meine Außenkontakte.
Schön, dass im Päckchen das Passende für deine Kleinen lag!
Bon week-end!
Astrid
Bei Hitchcock wäre es nach dem Verlassen des Kinos vorbei…
Der Kelten Hügel (ist bestimmt einer, bei der Menge an Funden, die es bei Euch im Süden gibt, muss ja nicht gleich ein Grab sein, so vieles kann ja unter einem Hügel verschwinden. Ich bin fasziniert vom Foto und den Möglichkeiten.)
Habt ein schönes Wochenende und herzliche Grüße
Nina
*lach* Also bei uns ist ALLES von den Kelten, was nicht bei drei auf den Bäumen ist (bevorzugt rein geologische Felsformationen mitten im Schwarzwald, der zur Zeit der Kelten nachweislich noch gar nicht besiedelt war). 😉
Ich weiß gerade gar nicht mehr, ob ich mich mehr über die Gestalten aufregen soll, die sich nicht impfen lassen wollen oder über die, die meinen, das Land regieren zu können (die alten und neuen). Es ist ein Trauerspiel.
Zum Glück gibt es bunte Äpfel und lustige Hunde!
LG
Centi
Liebe Andrea,
das bisschen Sonne hat immerhin für zauberhafte Bilder gereicht – der vermeintliche Grabhügel sieht wirklich wie aus einer anderen Welt aus…
Liebe Grüße
Nanni
Deine grauen Bilder sind trotzdem schön, auch wenn Sonnenstrahlen gleich einen freundlicheren Eindruck machen!
Es tut mir immer leid zu lesen, wenn es anderswo Impf- oder Test-Engpässe gibt, das finde ich so unverständlich, mittlerweile müsste die Organisation doch klappen. Ich kann zum Glück sagen, dass beides in Wien exzellent funktioniert und ich habe bereits die 3. Impfung, Termin innerhalb 1 Woche nach Anmeldung. Ich bin mit der Wiener Stadtregierung sonst nicht immer ganz zufrieden, aber bei der Organisation der Impf- und Teststraßen zeigen sie, was möglich ist. Trotzdem gehen wir in Ö nun in einen mehrwöchigen Lockdown… da müssen wir nun durch, es gibt keine Alternative…
lg und bleibt gesund
den Keltenhügel finde ich übrigens auch sehr interessant!!
Das erste Bild ist Klasse, ich mag den November mit seinem Mystischen Tagen.
Heute bleibt man am besten zu Hause, dort wo die Sonne scheint hat es zu viele Leute.
L G Pia
Nebel ich mag ihn. Gehe auch gerne raus bei Nebel.
Oh ja das wird wieder spassig…. den 3. Impftermin zu bekommen. Hausarzt nimmt mich nicht weil ich Moderna habe aber ich hab Hoffnung auf unseren Betriebsarzt der hatte ja auch 1. und 2. Imfpungen gemacht Allerdings da hatte ich schon die 1. Modernaimpfung..
Schönen Restsonntag.
LG
Ursula
Ach nein, ich empfinde den November eigentlich nich als Horror. Trotzdem sehne ich mich nach ein bisschen Sonne oder auch nur nach einem kleinen Stückchen blauen Himmel. Das trübe Wetter legt sich so langsam auf die Seele.
Aber deine Fotos haben alle eine ganz besonders schöne Stimmung, vor allem auch die gelungenen Nebelbilder. Und das Foto am See – soo schön!
Ganz feine Stöffchen hast du von Astrid geschickt bekommen! Füchse und lustige Hunde, ich denke auch, die Kinder werden im Frühjahr daran ihre Freude haben.
Liebe Grüße
Ingrid
Gerade habe ich gedacht, hoffentlich erkälten die Leute sich nicht zu sehr, nicht dass sie gar keine Impfung mehr brauchen.
Böse Idee…
Liebe Andrea,
ich möchte gar nichts mehr lesen und hören, ich könnte mich sonst von morgens bis abends über unser Land aufregen.
Sehe ich die Jungs in ihren jetzigen Studienorten, wie “chillig” es dort abläuft, ich werde gelb vor Neid.
Ins Gesundheitszentrum rein, mit Grippeschutz und Booster wieder raus, sogar für Erasmus-Studenten. Wie herrlich ist das bitte schön?
Wir können hier noch viel lernen…
Nun wünsche ich Dir eine nicht zu graue Woche, sei ganz lieb gegrüßt und erfreue Dich an Kleinigkeiten, Kopf hoch.
Nicole
ach je.. von hier ganz viel Gute Besserung an den empfindlichen CollieMagen.
Und wegen mir aus, könnte sich der Nebel auch gut mal für 1-3 Tage verkrümeln und Licht durchlassen. Dieser feine Nieselregen ist besonders unangenehm.
Bin schon gespannt, was Du schönes aus den feinen Stöffchen nähen wirst. Die sind ja wirklich schön.
Liebe Grüße
illy
Guten Morgen Andrea,
auch wenn dein Eingangsbild nebelgrau ist, hat es doch seinen unwiderstehlichen Reiz…wobei die sonnenbeschienenden Eindrücke heben sofort die Stimmung. Wunderbar wie der November auf deinen Fotos leuchtet…wir hatten gestern so ein cooles Novemberwetter bei unserem Trip zum nächsten Glücksort, das hat richtig Freude bereitet.
Nun wünsche ich dir einen feinen Tag, viel Spaß beim Nähen und an deinen Vierbeinern.
Lieben Gruß, Marita