Hunde Tierwelt

Fast ein halbes Jahr mit Flint

9. September 2021

Ein Kurzhaarcollie!

Collies habe ich schon immer sehr geliebt. Vermutlich bin ich ganz stark von Lassie geprägt. Stets schreckte ich allerdings vor der Menge an Fell zurück. Vielleicht zog deshalb vor 20 Jahren ein Australian Shepherd Welpe bei uns ein. Ein Hütehund, aber mit nicht ganz so viel Fell und noch eine junge unverbrauchte Rasse (damals war der Aussie noch nicht vom FCI anerkannt). Das Temperament und den Übermut des Aussies glich dann ein sanftmütiger Flat Coated Retriever aus. Unser Dreamteam Leilah uns Ashley, das uns lange Jahre begleitete.

Retriever ist aber nicht gleich Retriever bewies uns unser Lockenhund (Curly Coated Retriever). Sie war zwar über Jahre ein toller ausgebildeter Therapiehund, ein begabter Mantrailerhund, aber leider auch extrem jagdlich ambitioniert. Nun ist sie 12 Jahre und fast 9 Monate alt, so gut wie taub, zockelt gemütlich durchs Leben, mal an der Leine (da blöde Ideen altersunabhängig sind) mal ohne (wir sind jetzt aber schneller als sie).

Flint, Sept. 21, Kurzhaarcollie, tricolor

Die Runden wurden immer kleiner und kürzer, was zu Corona-Zeiten besonders ungünstig war. Zeitweise wussten wir nicht, wie lange es mit ihren gesundheitlichen Problemen noch gut gehen würde. Kein Wunder, dass der Wunsch nach einem Welpen stärker wurde. Möglichst wenig Jagdtrieb! Nicht soviel Fell! Vielleicht wieder ein Hütehund? Lassie? Naja, fast. Es gibt nicht nur Langhaar-Collies, sondern auch Kurzhaarcollies. Tja, und irgendwann hatten wir die Chance, einen Welpen zu bekommen. Allerdings gab es überall wohl einen Rüdenüberschuss. Nach drei Hündinnen trauten wir uns einen Rüden zu. Wen bekamen wir? Den erstgeborenen, frechsten und verfressensten Rüden im Wurf. Das Abenteuer konnte beginnen.
Wie sollte er heißen? Nach vielen Diskussionen einigten wir uns auf „Flint“ (engl. Feuerstein). Das klingt ein bisschen „tough“, ein bisschen nach dem legendären Piraten. Wenn man ihn ruft, kommen nicht gleich alle Buben vom Spielplatz angerannt.


Welpenzeit

Die Welpenzeit mit Flint hatte ich mir in Pastellfarben sehr harmonisch ausgemalt. Außerdem hatte ich schon große Erziehungspläne. Gleich ein mehrwöchiges Erziehungsprogramm sollte mit dem Welpenbuch begleitet werden. Klar, beim vierten Hund, weiß man doch, wo man hin will. Allerdings waren unsere letzten beiden Welpen Retriever gewesen. Die Welpenzeit des Hütehundes, unseres ersten Hundes, lag schon sehr weit zurück. Doch Klein-Flint machte uns einen dicken Strich durch die Rechnung.

Mit einem Retrieverwelpen wollte er sich nicht vergleichen lassen. Er war hochgradig quirlig, unruhig, konnte nicht entspannen, nervte pausenlos den alten Hund und fand nur Scarletts Körbe toll. Alle anderen Liegemöglichkeiten, die wir extra für ihn besorgt hatten (Zimmerkennel etc.) lehnte er kategorisch ab. Kein Außenstehender hielt ihn für einen Welpen, Niedlichfaktor gleich null. Kurz: er zeigte sich als nervtötende Kratzbürste.

Unsere Erziehungspläne legten wir auf Eis und holten uns lieber gleich Expertinnenrat. Kurzhaarcollies müssen halt wie andere Hütehundrassen vor allem erstmal lernen, zu entspannen, Ruhe zu finden, runter zu fahren. Wo ich mit den Retrieverwelpen die erste kleine Runde in der Stadt unternahm, musste ich mit Flint ruhige, entspannende kleine Runden ohne zu viele Eindrücke drehen. Routinen einbauen, Ruheplätze etablieren, Entspannungsübungen einbauen etc…

Dabei war der Kleine sehr clever und lernwillig. Das Clickertraining begriff er rasch. Ganz allmählich griff unsere neue Strategie. Flint wurde anhänglicher, ruhiger und band sich fest an uns. Scarlett duldete ihn, ihre Begeisterung hielt sich allerdings in Grenzen.

Nachdem wir mehrere Welpengruppen angeschaut und auch getestet hatten, sind wir am Ende wieder bei der bewährten in der Schweiz gelandet, die auch die drei anderen besucht hatten.

Junghundezeit

Als sein Wachstum etwas unausgewogen wurde (z.B. seeehr lange Beine) merkten auch andere Menschen, dass Flint ein Hundekind ist. Leidenschaftlich gern spielt er mit anderen Hunden, allerdings müssen wir auf die Größe, das Gewicht und den Charakter des anderen Hundes achten. Flint ist für seine Größe recht leicht und zart gebaut. Mobber und Rüpel haben da ein leichtes Spiel. Mittlerweile ist er schneller als die anderen. Seine Rennbegeisterung ist groß. Wenn auf einem Spaziergang keine Möglichkeit für ihn zum Rennen und Rasen ist, kommt er nicht auf seine Kosten. Der Rückruf klappt (toitoitoi, auf Holz-klopf).

Da Flint in die Pubertät kommt, hängt an seinem Geschirr eine Schleppleine. Er soll gar nicht erst auf die Idee kommen, zu jagen, egal was. Erfreulicherweise frisst er nicht mehr jeden Sch…., den er findet, wie in der Welpenzeit. Endlich dürfen auch die Runden ausgedehnter werden. Längst ist der kleine Collie aus den ererbten Hundegeschirren gewachsen und hat sein erstes persönliches, gepolstertes Geschirr bekommen.

In der Hundeschule klappt eigentlich alles. Naja, fast alles. Flint packt gern den bellfreudigen Collie aus, wenn er gelangweilt oder aufgeregt ist. Genau, da findet sich eigentlich fast immer was. Ab Oktober ist dann die Zeit in der Junghundegruppe vorbei. Dann beginnt der Hundeerziehungskurs. Vorher müssen wir uns aber noch intensiv dem Thema „vorlautes Bellen“ widmen.

Gemähte Wiese, hurra! Bis dann!

  • Claudia 9. September 2021 at 13:28

    Liebe Andrea,
    was für ein hübscher Kerl ist FLINT! Danke für diesen wunderschönen Beitrag über die ersten Monate mit dem neuen Familienmitglied :O)
    Hab noch einen schönen Tag!
    ♥️ Allerliebste Grüße , Claudia ♥️

  • nina. aka wippsteerts 9. September 2021 at 14:39

    Ach, einfach nur schön!
    Was soll man sonst noch sagen… 🙂
    Danke fürs daran teilhaben lassen und liebe Grüße
    Nina

  • Nicole /Frau Frieda 9. September 2021 at 15:26

    Das mit den extrem langen Beinen kenne ich gut von meinem ersten Hund, da war ich acht 😉 Struppi – war ein Fox Terrier Papillon. Nicht ganz reinrassig, aber super pfiffig und hübsch. Flint ist so ein süßer Kerl. Ich bin gespannt darauf wie er ausschaut, wenn er erwachsen ist. Dir einen lieben Gruß, Herzlichst, Nicole

  • niwibo 9. September 2021 at 19:43

    Ich wünsche Euch weiterhin viel Freude mit Flint und jede Menge Spaß.
    Er ist einfach ein Süßer.
    Ganz lieben Gruß
    Nicole

  • Magdalena 10. September 2021 at 12:19

    Mit dem tollen Kerle habt ihr ja ein umfangreiches Programm. Ich finde das toll. Tiere mit Eigensinn -, das ist wie bei Kindern, es sind die Besten.
    LG
    Magdalena

  • Pia 10. September 2021 at 13:17

    Wenn doch nur alle Hundehalter ihre Tiere so Artgerecht, Einfühlsam und Liebevoll halten würden. Flint hat sich einen sehr guten Platz ausgesucht und ihr habt hoffentlich noch viele schöne Jahre zusammen.
    L G Pia

  • kleiner-staudengarten 10. September 2021 at 18:24

    Ein schöner Post über euren Flint und seine Vorgänger…weiterhin viel Freude mit ihm.
    Lieben Gruß und ein feines Wochenende, Marita

  • Lony 11. September 2021 at 5:32

    Ach, was ist Euer Flint ein süßer, verschmitzter Kerl und der Name passt sowas von gut!!! Wir hatten auch (von Baby bis uralt..) eine ganz gemütliche und liebe Golden Retriever Dame, ich kann mir richtig gut vorstellen, was das für eine Umstellung ist, wenn plötzlich so ein quirliger Kerl in die Familie kommt 😉 Mit ihm werdet Ihr bestimmt noch so einiges erleben! Deinen Blogbeitrag habe ich mit Vergnügen gelesen, ich freue mich auf mehr von Flint!!!

    Dir und Deinen Lieben ein schönes Wochenende, liebe Grüße vom Niederrhein sendet
    LONY x

  • Lydia 11. September 2021 at 6:32

    Der jetzt nicht mehr so kleine, wunderbare Flint hat , trotz aller Anstrengungen und Herausforderungen, euer Herz im Sturm erobert. Gut gemacht. Ein toller Bericht, danke.
    Liebe Grüße aus dem hohen Norden
    Lydia