Bücher

Meine Sommerbücher

24. August 2021

(unbezahlte und unbeauftragte Werbung, da Nennung von Namen und Buchtiteln)

Tja, ehe man sich versieht, ist der Sommer vorbei, bevor er eigentlich richtig da war. Wir sind in den Sommermonaten nicht verreist. Aber in meiner Sommerlektüre war ich in der Weltgeschichte unterwegs. Sehr ausführlich weilte ich in Griechenland und unternahm Stippvisiten in Italien, Japan und USA. Kurz schaue ich mal auf die Romane zurück. Die Bücher für mein Jahresprojekt findet Ihr ja immer am Monatsanfang.

Meine Juli-Bücher

Mareike Krügel: Schwester
Ein sehr einfühlsam geschriebener Roman, in dem es um das Thema Lebensentwürfe geht. Der Unfall ihrer Schwester Lone bringt auch Julias Leben ins Wanken. Bislang war ihr gar nicht klar gewesen, dass sie sich selber verloren hatte. Während sie immer mehr über das Leben und Wirken ihrer verunglückten Schwester erfährt, überdenkt Julia ihren eigenen Lebensentwurf.
Ein Buch, das mich sehr berührt hat.

Margarita Liberaki: Drei Sommer
Bereits 1946 in Griechenland erschienen, wurde „Drei Sommer“ eine Art moderner Klassiker der griechischen Literatur. Ich würde ihn als „Coming-of-age Roman“ sehen, der drei Schwestern über drei Sommer begleitet. Passt als Sommerlektüre unter heißer Sonne.

Eleni Torossi: Warum mir Tante Iphigenia einen Koch schenkte. Geschichten meiner griechischen Familie
Leicht, locker, flockig mit griechischen Rezepten zum Nachkochen für das kulinarische Griechenlandfeeling.

Isabelle Broom: Olivensommer
Ein echter Ferienschmöker, in den man sorglos eintauchen kann. Wunderbare, lebendige Beschreibung einer griechischen Insel, ein Familiengeheimnis, eine verworrene, aber realistische Liebesgeschichte, humorvoll und sehr kurzweilig, kurz: eine gute Mischung. Nur Oliven kommen nicht drin vor…

Laura Imai Messina: Die Telefonzelle am Ende der Welt
Die Telefonzelle des Windes steht in einer verwunschenen Stelle in Japan. An diesem Ort der besonderen Magie treffen sich über die Jahre regelmäßig Menschen, die ihre Trauer um verlorene Freunde und Verwandte verarbeiten möchten und nach seelischem Balsam suchen. Ein beeindruckender und einfühlsamer Roman. Sehr melancholisch, deshalb eher was für den Herbst, als für den Sommer.  

Meine August-Bücher

Hisham Matar: Ein Monat in Siena
Ein Stadt- und Kunstführer in Romanform. Siena ist Matars Sehnsuchtsort, eng verbunden mit dem Schicksal seines nach Libyen entführten und verschollenen Vaters. Mich lockte Matars Aussage: „Es ist ein Buch über das Betrachten von Bildern, über das, was geschieht, wenn man sich solchen Bildern nähert“, Sehr interessant.

Alan Gratz: Amy und die geheime Bibliothek
Eigentlich hat mir dieses Buch meine amerikanische Enkelin mit einer eigenen ausführlichen Buchbeschreibung empfohlen. Die Leseratte Amy ist fassungslos, als ihr Lieblingsbuch aus der Schulbibliothek verbannt wird. Es heißt, dass es ungeeignet für Grundschüler wäre, da respektlos und unmoralisch. Aus lauter Empörung wird die sehr schüchterne Amy aktiv, zumal immer mehr Bücher unter das Verbot fallen. Erst allein, dann von Mitschüler*innen gründet Amy die „Geheime Schließfach-Bibliothek“, sozusagen der Giftschrank der Kinderliteratur. Ein ganz tolles Buch, lesenswert für Kinder ab 10 und auch für Erwachsene!

Alice Hoffman: The Rules of Magic. Eine zauberhafte Familie
ist ein mystischer, fantastischer skurriler und auch ein zu Herzen gehender Roman, der die Familie Owens über mehrere Jahrzehnte begleitet. Auch wenn die Mutter Susanna ihren drei Kindern Franny, Jet und Vincent strikte, aber recht merkwürdige Regeln setzt, die sie natürlich alle mit der Zeit missachten: kein Spaziergang im Mondschein, keine schwarze Kleidung oder rote Schuhe, keine Katzen oder Krähen, keine Kerzen, keine Magiebücher und auf keinen Fall sich verlieben. Mir hat es sehr gefallen. Schade, dass der zweite Band erst nächsten Sommer herauskommt. Aber das Buch kann auch für sich allein stehend gelesen werden.

Kyra Groh: Mein Leben als lexikalische Lücke
Benni und Jule fühlen sich in ihren Familien unverstanden und fehl am Platze. Erst als sie sich endlich kennenlernen fühlen sie sich nicht mehr als „lexikalische Lücken“. Doch das Leben ist kompliziert und voller Missverständnisse und Hindernisse.
Mir hat dieser Jugendroman, oder eher ein Roman für jedes Alter, hervorragend gefallen.
Fantastisch wie die Autorin aktuelle Themen wie Rassismus, Klimaschutz, Feminismus, Veganismus, Tagespolitik, Generationenkonflikte miteinander in einem Roman verflechten kann, ohne dass es irgendwie überladen wirkt. Benni und Jule erleben die erste Liebe, das Erwachsenwerden, Ringen um ihren eigenen persönlichen Weg und das Verhältnis zu Familie und Freunde. Ein ganz toller Roman!

Anja Jonuleit: Das letzte Bild
Diesen Roman habe ich schon hier ausführlich besprochen.

Hervè Le Tellier: Die Anomalie
Ein Passagierflugzeug der Air France muss schwere Turbulenzen durchstehen, bevor es im März 2021 in New York landet. Dieselbe Maschine mit eben denselben Passagieren befindet sich Wochen später im Juni 2021 ebenfalls im Landeanflug. Passagiere und Besatzung sind sich sicher, dass sie sich im Monat März befinden. Plötzlich sehen sich das FBI, die amerikanische Regierung und etliche Wissenschaftler mit einem problematischen Phänomen konfrontiert, auf das ihr Notfallszenario nicht passt . Dazu stehen sich auch die Flugzeugpassagiere beider Flüge als Doppelgänger gegenüber. Macht Euch auf eine Menge Verwicklungen gefasst.
Was für ein spannender, vielschichtiger und sehr moderner Roman! Ich habe ihn sehr genossen und kann ihn absolut weiterempfehlen.

Mein Lieblingsbuch des Sommers

Natürlich habe ich einen Favoriten unter den Büchern, die ich in den letzten beiden Monaten gelesen habe. Doch es ist nicht auf dieser Liste. Tatsächlich hat mich das Buch wieder neu überzeugt, das ich für mein Jahresprojekt „Zurückgeblättert“ aus dem Regal gezogen habe. Auch dieses Buch, das ich Euch am 1. September hier vorstellen werde, wird uns in ein südliches Land führen. Allerdings tauchen wir da in eine Zeit ein, die wir uns gewiss nicht zurückwünschen. Mehr sei nicht verraten…

verlinkt bei den Büchern des August im Karminroten Lesezimmer

  • Ulrikes Smaating 24. August 2021 at 19:51

    hej,
    also Amy und die geheime Bibliothek kommt schon mal ganz oben auf die Liste ;0) eine tolle Bücherliste, da sind bestimmt noch mehr tolle schmöker für mich dabei! Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

  • Juliane 25. August 2021 at 8:19

    Ich komme gar nicht nach mit dem Lesen – schon wieder so viele Bücher, die mich auch interessieren! Gerade habe ich „Zwei Koffer“ gelesen (nochmal danke für den Tipp), ein wunderbares Buch. Auf Dein Sommer-Lieblingsbuch bin ich gespannt.
    Liebe Grüße, Juliane

  • Ivonne 25. August 2021 at 10:13

    Hallo Andrea,
    ich bin immer hin und weg. Wann schaffst du das alles zu lesen? Hammer ♥
    Ich glaube, es hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Im letzten Absatz schreibst du, dass du dein Lieblingsbuch des Sommers am 1.07. vorstellen wirst. …. Sollte es nicht der 01.09. heißen?
    Auf jeden Fall sind auch für mich Bücher dabei, die mir sicher gefallen würden, wenn ich es einfach mehr schaffen würde zu lesen *lach
    Liebe Grüße und eine gute Zeit wünscht
    Ivonne

    • Andrea 25. August 2021 at 10:26

      Danke für den Hinweis! Wir haben keinen Fernseher, das ist das ganze Geheimnis der Lesezeit. 😉

  • niwibo 25. August 2021 at 11:31

    Bis auf das Buch ohne Oliven kenne ich keins der von Dir vorgestellten liebe Andrea,
    darum finde ich Deine Vorstellungen immer prima, da kann man sich ein genaues Bild machen.
    Das mit der Telefonzelle steht schon etwas länger auf der Liste, das hebe ich mir nun für den Herbst auf, grins.
    Sonnige Grüße,
    Nicole

  • Andrea Karminrot 2. September 2021 at 10:44

    Die Telefonzelle am Ende der Welt , hatte ich auch schon in den Händen… Ach und auch sonst ist deine Auswahl wieder einmal ganz ausgesucht. Mein Stapel wird auch gerade gar nicht kleiner
    Liebe Grüße
    Andrea