Wochenrückblick

Der Himmel in einer wilden Blume

12. September 2020

Um die Welt in einem Sandkorn zu sehn
Und den Himmel in einer wilden Blume,
Halte die Unendlichkeit auf deiner flachen Hand
Und die Stunde rückt in die Ewigkeit.

To see a World in a Grain of Sand
And a Heaven in a Wild Flower,
Hold Infinity in the palm of your hand
And Eternity in a hour. 

William Blake (*1757 – 1827  in „Auguries of Innocence“)

Meine erste Septemberhälfte

GESCHWÄNZT: Ja, ich gebe es zu, ich habe letzten Samstag den Samstagsplausch geschwänzt.  Stimmt, mein Monatsmotto ging auch noch nicht online. Dabei praktiziere ich es aber schon die ganze Zeit.

GEFREUT: Statt vor dem PC zu sitzen, habe ich mich des seltenen Besuchs des jüngsten Enkelmädchens erfreut.

GETROFFEN: haben wir mit der Kleinen so manche spannenden Tiere: Hühner, Kaninchen, Ziegen, Alpakas, Schafe,, Esel… Ach ja, auch eine gemalte Schlange (siehe unten). Bleibt zu hoffen, dass die Notwendigkeit des Abstandhaltens irgendwann wieder Geschichte ist. Ihre Mama war übrigens genauso alt, als ich sie zu Zeit von Tschernobyl von dem Betreten von Wiesen und Sandkästen abhalten musste…

GESPIELT: mit der Kleinen. Wie gut, dass noch viele schöne Spielsachen auf dem Dachboden, warteten heruntergeholt zu werden.
Der Lockenhund steht ja auch immer zum Kraulen und Spielen bereit.

GESCHMUNZELT: über manchen lustigen Kinderspruch

 

GEFUNDEN: habe ich ganz schnell ein neues Monatsmotto. Am Montag werde ich es Euch eingehender vorstellen und am Ende des Monats die Linkparty eröffnen.
Soviel sei aber schon verraten. Mein neues Motto für den September heißt „Mut zur Lücke“ . Na, habt Ihr im September auch schon Mut zur Lücke bewiesen?

GEWUNDERT: dass meine Bloglücke gleich schon fast einen halben Monat betragen hat. Die Zeit rast (passend zu meiner letzten Buchvorstellung)

 

(unbeauftragte und unbezahlte Werbung, da Nennung von Namen und Buchtiteln)

GESCHAUT: eine türkische Serie: „Atiye. Die Gabe.“ Eigentlich ist es ja eine Mystery-Serie (finde ich immer sehr lustig, da nicht wirklich gruselig), aber sie zeigt einiges von türkischem Alltag und Kultur. Zudem weckt sie die Neugierde auf den prähistorischen Fundort in Südanatolien Göbekli Tepe, der in der Serie ein wichtige Rolle spielt.

GELESEN: total begeistert bin ich von Ursula Poznanskis neuestem Buch „Cryptos“. Vermutlich werde ich es Euch noch als mein Lieblingsbuch des Monats vorstellen.

Nachdem mich Madeline Millers  Roman „Circe“ so begeistert hatte, habe ich mir ein älteres Buch von ihr geholt, dass auch eine griechische Sagengestalt zum Protagonisten macht „Das Lied des Achill“. Was soll ich sagen? Einfach klasse, so wird die griechische Sagenwelt modern und spannend vor meinen Augen lebendig. Sieht aus, als hätte ich schon zwei Lieblingsbücher im September. Schade, dass ich es an diesem Wochenende fertig lesen werde…

Nebenbei lese ich noch in den „Naturkunden“ das Portrait der „Esel“ von Jutta Person. Der kulturhistorische Ansatz wird reichlich bedient, der naturkundliche kommt für meinen Geschmack etwas kurz.

GEZEIGT: habe ich dem kleinen Mädchen natürlich auch die beiden Esel.

GEWÄHLT: meine Lieblingsdahlien der Woche.

 

GELACHT: dass mancheine/r belustigt die wolligen Locken meines Hundes mit dem eines Schäfchens vergleicht, bin ich ja gewohnt. Aber dass selbst Schafe meinen Lockenhund für ihresgleichen halten, ist mir noch nie so deutlich vorgeführt worden.
Vier Schafe, die in der Dämmerung von zwei Mädels über den Feldweg geführt wurden, wollten unbedingt meinen angeleinten Lockenträger begrüßen. Nase an Nase. Der nahe Kontakt verlief auf beiden Seiten absolut freundschaftlich.
Also lag ich mit dem Spitznamen „Jagdschaf“ ja nicht so falsch.

GEFLATTERT: ist mir dieser schon recht mitgenommene C-Falter über den Weg. Sonst sind es eher noch ein paar Weißlinge

 

GETRAGEN: den Mund-Nasen-Schutz auch im Schweizer Supermarkt gleich hinter der Grenze. Ganz allein war ich nicht damit, denn der andere Konstanzer Kunde trug ihn auch. Viren haben mit Grenzen ja bekanntlich nix am Hut (aber dafür sind die Warnapps beider Länder immer noch nicht kompatibel. *Augenroll*)

GENERVT: wenn mir nach dem Einparken auf dem Waldparkplatz eine wildfremde Touristin plötzlich ohne Abstand oder Gesichtsgardine an meinem Autotürgriff zerrt, weil sie mir mal eine Frage stellen will. Nein, kein Notfall oder so was…

 

GENÄHT: jetzt wurde das Gästezimmer wieder in ein Nähzimmer verwandelt. Ab heute wird der Babyquilt gequiltet. Zur Abwechselung nähe ich zwischendurch auch noch ein paar Kindershirts.

GESTAUNT: über einen unerwarteten Dachbodenfund. So oft kriecht man ja nicht auf dem Spitzboden herum…

 

Das Wochenende

Heute ist der 12., also werde ich zwölf Bilder meines Tages sammeln, Also werden wir uns am Abend nocheinmal hier treffen.
Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass ich im September bei kühlerem Wetter quilten werden. Nun gut, dann eben mit warmen Quilt auf dem Schoß bei hochsommerlichen Temperaturen quilten, man gönnt sich ja sonst nix.
Zwischendurch schiebe ich noch ein paar Langarmshirts durch die Maschine. Danach wartet – Wollfleece und Wollwalk.

Na, dann hole ich mir jetzt erst einmal beim Samstagsplausch der Berliner Andrea (Blog Karminrot) irgendetwas Spritziges, Erfrischendes.

  • Sylvia Dunn 12. September 2020 at 9:33

    Guten Morgen liebe Andrea, ja ich habe Dich vermisst. Aber manchmal ist Abstand auch wichtig, zumal mit solch einen tollen Besuch. Schön, dass ihr es genießen konntet. Auch ich werde mich nachher noch an die Maschine setzen und vielleicht auch auf den Balkon in die Sonne. Mal sehen.
    Hab ein schönes Wochenende, der Falter ist ein knaller, solche gibt es hier garnicht.
    Lieben Gruß Sylvia

  • Pia 12. September 2020 at 9:57

    Da kann ich dich sehr gut verstehen, dass die kleine Enkelin an erster Stelle kam. An die Ängste und Ungewissheit nach Tschernobyl mag ich mich auch noch gut erinnern, leiden ja heute noch viele darunter. Bin gespannt was unsere Enkelin ihren Kinder erzählen wird, wenn sie die Fotos von ihrer Taufe anschaut mit Mund-Nasen Abdeckungen.
    L G Pia

  • Christel 12. September 2020 at 10:05

    Da hattest du aber wunderbaren Besuch. Das freut mich für dich. Wenn man es selten hat, sind solche Momente um so kostbarer.
    LG Christel

  • Astridka 12. September 2020 at 10:40

    Ach wie süß! Eine Blogpause unbedingt wert!-
    Deine Lieblingsdahlie steht bei mir auch gerade in der Vase …
    Meine Güte, was du wegliest! Die griechische Sagenwelt ist also immer noch eine Fundgrube…
    Deine Tierfotos heute sind auch super. Langsam wird es hier langweilig, immer so aufs Veedel bezogen. Ich kann’s aber nicht ändern. Dafür habe ich nicht so unangenehme Erlebnisse mit distanz- & maskenlosen Mitmenschen…
    Dann bis heute Abend!
    Astrid

  • Ulrike 12. September 2020 at 13:28

    Ich hatte heute das Glück, einen Admiral und ein Tagpfauenauge vor die Linse zu bekommen, die auch noch längere Zeit still sitzen geblieben sind (ich konnte immer mehrere Fotos machen, vermutlich auch, weil ich hinter einer Glasscheibe saß).
    Liebe Grüße, Ulrike

  • Karin Be 12. September 2020 at 17:16

    Bei solch einem Besuch liegen die Schwerpunkte eindeutig auf Gemeinsamzeit statt Computerarbeit!
    Als der Unfall in Tschernobyl passierte war meine Große gerade drei Wochen aus der Klinik, wo sie ihr erstes Lebensjahr verbracht hatte. Weiterhin kein Spielen im Sandkasten oder in einer Wiese die Natur entdecken. Meine Enttäuschung damals war mindestens ebenso groß wie die Sorge, welche Auswirkungen auf uns alle zu erwarten sind. Bei unserem ersten Urlaub danach in Schweden riet man uns ab Pilze und Beeren zu ernten. Ich höre noch den Geiger-Zähler.
    Mir begegnete in dieser Woche ein Mensch mit einer Art zweiteiliger Sondermaske. Ein Streifen verlief über die Nase, der zweite, etwas breitere, über den Mund. Wenig alltagstauglich, wie sich beim Gespräch mit der Kassiererin zeigte. Das untere Teil steckte beim zweiten Satz wie ein Knebelband zwischen den Zähnen fest um die Zunge zu blockieren. 😉
    Schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Karin

  • Schwarzwaldmaidli 14. September 2020 at 11:24

    Wie schön, wenn die Enkelin zu Besuch ist und man tolle Dinge unternehmen kann.
    Ja die Schweiz ist recht locker unterwegs, was Corona angeht. War das Elsass auch, aber nun steigen die Werte wieder sehr hoch und mittlerweile geht dort ohne Mundschutz wieder gar nichts mehr.
    Liebe Grüße
    Anette

  • Andrea Karminrot 18. September 2020 at 22:10

    Mut zur Lücke… soso
    Enkel habe ich noch keine. Eine Erfahrung, die mir noch bevor stehen wird. Da bin ich sicher.
    Lieben Gruß
    Andrea