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Mein Bücherstapel im Februar {und ein Buchtipp}

23. Februar 2020

(Die Nennung von Produktnamen – hier Büchern –  Menschen oder Verlinkungen macht die Kennzeichnung als Werbung notwendig. Wenn nicht anders gekennzeichnet sind meine Büchertipps hier unbeauftragt und unbezahlt und rein persönliche Empfehlungen.)

Das Wetter am Ende des Monats scheint wieder gutes Lesewetter zu werden. Deshalb schaue ich mit Euch noch schnell meine Bücher des Monats Februar an. Natürlich nicht, ohne Euch Lesetipps mit auf den Weg zu geben.

 

Mein Bücherstapel

Gespannt war ich auf den SF-Thriller von Tom Hillenbrand: „Qube“, nachdem ich den ersten Band so gemocht hatte. Am Freitag habe ich Euch bereits erzählt, warum ich am Ende etwas enttäuscht war.

Begeistert hat mich hingegen „Marianengraben“ von Jasmin Schreiber. Meine Rezension könnt Ihr lesen, wenn das Buch am Ende des Monats erscheint. Vorher verrate ich nichts.

Der Roman des Japaners Durian Sukegawa „Kirschblüten und rote Bohnen“ ist 2018 in deutscher Sprache herausgegeben worden und wurde sogar schon verfilmt. Er stand bereits länger auf meiner Liste, es wurde Zeit ihn endlich anzugehen.
In ruhigem Tempo erzählt der Autor die Geschichte des gescheiterten Sentaro, der in einem Imbiss landestypische Pfannkuchen zubereitet, die mit dem süßen Mus roter Bohnen gefüllt werden. Lieblos benutzt er minderwertige Fertigprodukte, die auch noch schlecht schmecken. Bis eines Tages die betagte  Tokue in die Imbissstube und Sentaros Leben tritt und die beste Bohnenpaste der Stadt rührt. Es entspinnt sich eine herzerwärmende Freundschaft zwischen Sentaro, der alten Tokue und der Schülerin Wakana, einer jungen Kundin.
Die Geschichte führt uns auch in ein dunkles Kapitel der japanischen Geschichte, von der ich vorher nichts wusste. Sehr berührend vom Schicksal Tokues und ihrer Leidensgenoss*innen zu erfahren.
Angesichts der Panik um Corona-Kranke empfinde ich zudem eine erschreckende Aktualität.
Auf jeden Fall kann ich bei diesem Buch eine unbedingte Leseempfehlung geben!

Sehr neugierig bin ich auf Pascal Merciers Roman „Das Gewicht der Worte“. Das möchte ich unbedingt noch in den nächsten Tagen lesen.  Bevor ich es zur Hand nehmen konnte, hatte sich nämlich folgendes Buch dazwischen geschoben:

 

Aktueller Lesetipp

Caroline Criado-Perez: „Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert“ hinterlässt mich mit jedem Kapitel fassungsloser und wütender.  Das ist eigentlich komisch, denn ist uns als Frauen nicht so einiges von dem sie schreibt irgendwie bekannt? Erleben, erfahren, erleiden es Frauen doch alltäglich…  Die Autorin schärft und erweitert den Blick für die Ungerechtigkeit, den die Hälfte der Menschheit erleiden muss.

Noch immer sind es Männer, die an den wichtigen Stellen in Industrie, Wirtschaft, Politik, Gesundheitswesen etc. sitzen und die Entscheidungen treffen. Sie treffen sie vor ihrem eigenen persönlichen, also männlichen Hintergrund, aufgrund wissenschaftlicher Daten, die Lücken haben. Und diese Lücken sind weiblich.

Ein paar (der zahllosen) Beispiele: die Gefahr, bei einem Autounfall verletzt oder getötet zu werden, ist für Frauen viel höher als für Männer. Die Crashtest-Dummys nehmen gewichts- und größenmäßig einen Mann  als Maßstab.

Medikamente haben nicht selten andere und schwerere Nebenwirkungen bei Frauen als bei Männern. Erkrankungen äußern sich anders bei Frauen, werden so später erkannt und können so tödlich enden. Der Grund liegt in meist männlichen Probanden in der Forschung.

In allen Bereichen besteht ein „Gender Data Gap“. Das heißt, die gesammelten Daten, die wichtigen Entscheidungen und Planungen zugrunde liegen,  sind hauptsächlich Daten über Männer, männliche Körper und seine Reaktionen und Maße.  Zudem sind dann in den entscheidenden Positionen auch wieder viel zu wenige Frauen, die mit einem anderen Blickwinkel an Entscheidungen treten könnten. Frauen und ihre Bedürfnisse sind in fast allen Bereichen des Lebens und auch in fast allen Ländern der Erde unsichtbar.

Ach ja, und falls ihr Euch im Kino oder Theater auch immer beeilen müsst, um dann in der Pause die Zeit wieder in der Schlange vor den Toiletten zu verbringen, dann erfahrt ihr in diesem Buch, wo die Gründe dafür liegen… (und das dieses Problem in Indien lebensgefährlich ist).

Absolute Leseempfehlung! Ein sehr wichtiges Buch, dass auch endlich in Männerhände gelangen sollte.

 

(auch gleich bei den Büchern des Monats von Andrea/Blog Karminrot ins Regal geschoben)

 

  • Astridka 23. Februar 2020 at 9:18

    Deine Empfehlung hat also noch einen etwas anderen Blickwinkel, was die Benachteiligung von Frauen anbelangt, und du listest da ja so Einiges auf, was uns zum Nachteil gereicht. Je älter ich werde, umso empörter bin ich, zumal ich ja bei meinen Recherchen durch die Historie feststellen muss, dass es viele Klassefrauen gab, über die aber heute oft wenig bekannt ist. Wir lassen uns da immer wieder einlullen, was unsere derzeitigen Lebensverhältnisse anbelangt. Es ist Etliches erreicht, aber der Roll-Back zur Zeit mit einiger Gewalt ist auch sehr beunruhigend. Ich hoffe immer für unsere Töchter & Enkelinnen ….
    Einen schönen Sonntag!
    Astrid

  • eva 23. Februar 2020 at 13:39

    Clogang scheint überall gefährlich zu sein. Ich denke in der Oper immer mit Grausen daran. Inzwischen gehe ich immer auf die Behindertentoilette, das darf ich, nachdem ich mich kundig gemacht habe.
    Übrigens, wer behindert ist, kann sich einen Schlüssel kaufen, so kann er auch auf Autobahntoiletten auf das entsprechende Clo gehen. Das haben nur am Rande.

    Deine Bücher sich gut an, aber leider lese ich nun was anderes und das ist nicht minder interessant, vor allem ist es wahr.
    Man erschreckt hier immer wieder, wenn man tiefer in der Geschichte gräbt.
    Vielleicht wäre es besser, man würde nicht graben. ABer das ist Auffassungssache.

    Jedenfalls habe ich deine Rezension sehr gerne gelesen.

    Lieben Gruß Eva

  • Friederike 23. Februar 2020 at 14:22

    ja, dieses Buch, obwohl nur ein Tropfen auf dem heißem Stein, gehört unbedingt in Männerhände und diese sollten es aufmerksam lesen und nicht als „ist alles nicht so schlimm“ abtun!!
    Dass wir in einer Männerwelt leben und wie es einst (bevor das Patriarchat durchgesetzt wurde) anders gewesen sein könnte, mit diesem Thema beschäftige ich mich schon sehr lange und lese viel darüber in Büchern und Blogs. Man darf dabei auch den Umweltgedanken nicht vergessen, die Vergiftung, Vertrahlung, Ausbeutung unserer Erde durch „macht euch die Erde untertan“…
    Es ist ein Graus, trotzdem einen schönen Restsonntag, lg

  • KAZE 23. Februar 2020 at 16:25

    Danke für diesen Tipp!
    VG , Karen

  • Heidi R. 23. Februar 2020 at 17:11

    Unsichtbare Frauen, dieses Buch, dessen Inhalt du hier kurz umschreibst, finde ich total interessant!
    LG Heidi

  • mano 24. Februar 2020 at 6:42

    danke für deine tipps, besonders für letzteren. ich denke, es gibt so vieles mit dem wir frauen uns gar nicht mehr auseinandersetzen, weil es schon zur „normalität“ gehört wie der klogang bei veranstaltungen oder autobahnraststätten. gut, dass es dieses buch gibt, dass uns (mal wieder!) die augen öffnet.
    liebe grüße
    mano