Bücher

Simone Veenstra: Käthe – Der Gorilla-Garten {Büchertipp für junge Leser}

19. Januar 2020

(Werbung: Der Verlag stellte mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung. Meine eigene Meinung zum besprochenen Buch behalte ich mir vor.)

Nicht nur Bücher für Erwachsene stelle ich Euch hier vor, sondern immer wieder auch Literatur für junge Leser*innen. Meinen eigenen Töchtern habe ich leidenschaftlich gerne vorgelesen und jungen SchülerInnen die Liebe zum Lesen vermittelt. Nun freue ich mich, dass ich für die Enkelkinder Probe lesen darf.

Ein Landkind zieht in die große Stadt: „Käthe – Der Gorilla Garten“

„Eigentlich bin ich Catherine Alwa Violetta Hilde Ruby Josephine Florina Linda. […] Weil doch meine Oma einen Apfelhof hat. […] Da gibt es ganz viele unterschiedliche Apfelsorten. Nach denen bin ich benannt.“

Was für ein Abenteuer: die kleine Käthe – so wird das Mädchen mit den vielen Apfelnamen genannt –  zieht mit den Eltern vom ländlichen Apfelhof ihrer Großmutter gleich mitten hinein ins große Berlin. Dort werden der Vater an der Universität und die Mutter bei einer Zeitschrift arbeiten.

Käthe ist ein Landkind mit einem intensiven Bezug zur Natur. Natürlich vermisst sie bald das Leben auf dem Land, ihre alten Freunde, die Tiere und die Oma. Gleichzeitig steht Käthe dem Großstadtleben staunend, offen und neugierig gegenüber.

Nette freundliche Nachbarn und neue Freunde in der Schule erleichtern den Neuanfang. Was gibt es nach dem Umzug nicht alles zu entdecken! Käthe ist begeistert über Bücherbäume, Wochenmärkte, Läden, die lange geöffnet haben etc. Ja sogar einen Gorilla-Garten entdeckt sie (auch wenn dieser eigentlich Guerilla-Garten heißt…). Die städtischen Tiere haben auch ihre Freude an Käthe, denn ihr kleines Geheimnis ist, dass sie die Sprache der Tiere versteht.

In Theo findet sie bald einen gleichgesinnten Kameraden, denn er interessiert sich auch für die Natur. Er zeigt Käthe Insektenhotels und erfindet eine Bewässerungsmaschine.

Als sich eine Gelegenheit bietet, kann Käthe auch die anderen Klassenkamerad*innen mit ihrer Liebe zu Pflanzen, Tieren und der Gartenarbeit anstecken. Bald fühlt sie sich heimisch in der neuen Umgebung.

Fazit

Das Buch zeigt, dass auch in der Stadt der Umgang mit der Natur gelingt. Spannend ist es, in der Natur Entdeckungen zu machen, auch wenn sich einige Kinder anfänglich vor kleinen Krabbeltieren gruseln.

Die Geschichte wird sehr ansprechend aus der kindlichen Sicht Käthes geschildert. So erleben die kleinen Leser’innen die große Stadt mit Käthes Augen aus dem fahrenden Auto heraus.

Sowohl Stadt- als auch Landkinder werden in diesem Buch angesprochen. Käthe hat den ländlichen Erfahrungshintergrund, weiß viel um Natur und Garten. Ihr wird das Stadtkind Theo an die Seite gestellt, der die große Stadt kennt seinen eigenen Bezug zur Natur hat. Gemeinsam entdecken sie die Stadt und neue Lieblingsplätze.

Nicht nur interessante und heitere Dinge werden angesprochen. Das Leben hat auch traurige Seiten. Käthe berichtet vom Tod des Opas und auch von Missstimmigkeiten mit einem der neuen Nachbarn.

Neben dem Umgang mit der Natur gibt es auch andere Themen, die das Buch streift: der menschliche Umgang mit Freundschaften und hilfsbereiten Aufeinanderzugehen. Die Personen stammen aus unterschiedlichen Kulturen, auffällig sind dabei die aktiven Frauenfiguren.  Beide Eltern Käthes fungieren gleichberechtigt und sind beide berufstätig. Käthes Vater übernimmt dabei wichtige Aufgaben in Haushalt und Erziehung.

Neue lange Wörter werden eingeführt wie z. B. der „Wichtigkoffer“. In ihm bewahrt Käthe die Erinnerungsstücke an ihre alte Heimat auf.  Der Umgang mit der Sprache ist sehr fantasievoll und kreativ mit den bildhaften Wortneuschöpfungen.

Das Buch ist aufgeteilt in abgeschlossene Kapitel und hat eine ansprechende Schriftgröße. Das erleichtert jungen Lesern den Einstieg. Die Illustrationen sind fröhlich und ansprechend. Für mich sind die Zielgruppen eher Erstleser, Erst- und Zweitklässler.

Ein sehr unterhaltsames und spannendes Buch, sowohl für Land- als auch Stadtkinder, Mädchen wie auch Buben.

Simone Veenstra:
Käthe (Band 1) – Der Gorilla-Garten

Illustrationen von Mariam Ben-Arab

Ravensburger Verlag, Januar 2020

144 Seiten

 

verlinkt bei den Büchern des Monats im Karminroten Lesezimmer

  • nina aka wippsteerts 19. Januar 2020 at 11:42

    Oh, ich finde mich gerade wieder in deinen Erzählungen, auch wenn ich erst nach meiner Ausbildung eigentlich in die grosse weite Stadt gezogen bin (und auch jetzt ja eher städtisch wohne)
    Das war plötzlich ganz anders.
    Sehr schöne Idee, dass so zu bringen.
    Liebe Grüsse
    Nina

  • Wolfgang Nießen 20. Januar 2020 at 9:35

    Ich habe unseren Kindern auch immer sehr gerne vorgelesen. Enkel haben wir noch nicht, aber da werde ich das ganz sich auch tun. Lesen ist unheimlich wichtig, für mich zumindest.
    Ich wünsche Dir einen schönen Start in die neue Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  • Nicole/Frau Frieda 20. Januar 2020 at 11:09

    Das scheint ein wundervolles Buch für kleine Leser zu sein, liebe Andrea. Vielleicht ein Geschenk für meine jüngste Patentochter? Dankeschön für die Vorstellung. Und wo wir gerade beim „Dankeschön-Sagen“ sind: herzlichen Dank für die süße und liebevolle Karte. Deine warmen Worte kamen gerade zur rechten Zeit bei mir an. Danke, Du Liebe!! Ganz liebe und innige Grüße, Nicole

  • Lydia 20. Januar 2020 at 12:59

    Eine interessante Buchvorstellung. Deine Rezensionen lese ich immer sehr gern und wurde schon oft zum Kauf angestiftet. Meist habe ich gleich eine bestimmte Person vor Augen, der das s Buch gefallen könnte. Bei diesem ist es nicht so,doch ich werde es mir unbedingt merken. Danke!!
    Liebe Grüße aus dem hohen Norden
    Lydia

  • Pia 21. Januar 2020 at 18:14

    Ich freue mich meiner Enkelin vorzulesen und Bilderbücher mit ihr anzuschauen, das finde ich etwas sehr schönes und wertvolles. Ich kann mir vorstellen, dass du deinen Enkeln auch gerne selber vorlesen würdest. Aber genau so wichtig finde ich, dass man weiss was Kinder lesen. Deine Buchvorstellung ist noch zu früh für mich, aber jetzt weiss ich wo ich nachschlagen kann.
    L G Pia

  • kleiner-staudengarten 22. Januar 2020 at 10:02

    Liebe Andrea,
    allein das Cover des Buches ist so pfiffig und ansprechend, davon werden sich die Kleinen/Grundschulkinder sicher angezogen fühlen. Die ersten Bilderbücher gab es bei meinen beiden schon im Hochstuhl zu den Mahlzeiten, denn da wurden aus kleinen schlechten Essern kleine Leckerschmecker. 😉 Ein tolles Buch zum Vorlesen und Weiterempfehlen.
    Lieben Gruß in den Tag von Marita, die deine Karte bei niwibo schon bewundert hat.

  • mano 23. Januar 2020 at 9:03

    „wichtigkoffer“ gefallen mir so richtig gut!! schade, dass ich gerade niemanden im passenden alter habe, dem ich das buch schenken könnte.
    liebe grüße
    mano

  • Magdalena 23. Januar 2020 at 18:53

    Danke für diesen Hinweis. Das hört sich so gut an.
    LG
    Magdalena