Monatsmotto

Alles fließt {Monatsmotto}

28. Januar 2019

Jeder Esel kann Takt schlagen, aber Musik machen  – das ist schwierig.

Arturo Toscanini

 

Stimmt, denn Rhythmus und Takt sind nicht dasselbe. Im Gegensatz zum Takt, der streng geordnet ist, kann sich der Rhythmus wandeln, ist beweglicher und elastischer.
Der Rhythmus lebt von Gegensätzen wie Tag und Nacht, Ein- und Ausatmen, Anspannen und Entspannen. Gegensätze, deren Gleichgewicht stets ausbalanciert sein will. Spürt Ihr die Bewegung, den „Flow“?
Der Begriff ‚Rhythmus‘ leitet sich vom Griechischen Fließen – rheein ab. Da ist das stetige, lebendige Element des Wassers ein perfektes Bild.

Aber man muss oder soll sich ja nicht lebenslang an die alten Rhythmen klammern. Seine Rhythmen von Zeit zu Zeit zu überdenken und vielleicht auch zu ändern, um sich den eigenen geänderten Bedürfnissen oder einfach dem Leben anzupassen, hält beweglich.

Panta rhei
(altgriechisch: πάντα ῥεῖ)

Heraklit von Ephesos (um 520 – um 460 v. Chr.)

„Alles fließt“

Auf welche täglichen, wöchentlichen und monatlichen Rhythmen mag ich nicht verzichten? Welche habe ich geändert?

Der Rhythmus des Jahreszeitenwechsels

Ich hab mal zurückgeschaut, ob ich im letzten Jahr Tagesrhythmen geändert habe. Da ich mich für das Intervallfasten (16 Stunden fasten, 8 Stunden mit Mahlzeiten) interessierte, habe ich mein Frühstück auf 10 Uhr verschoben. Nur den morgendlichen grünen Tee beim Lesen der Zeitung beließ ich. Nüchtern auf die Hunderunde zu gehen oder einzukaufen, war erst ungewohnt. Aber ich habe mich viel schneller an den neuen Rhythmus gewöhnt, als ich vermutet hatte.

Ihr habt es euch schon gedacht: zu den unverzichtbaren rhythmischen Elementen meines Tages gehören die  beiden Hunderunden. Lebenselixier für Körper und Seele.

Schon seit vielen Jahren gehört die wöchentliche Essensplanung und der Einkauf auf dem Wochenmarkt zum festen Wochenrhythmus. Der Besuch auf einem samstäglichen Wochenmarkt ist eigentlich ein Ritual bei uns, auch wenn sich die Wohnorte geändert haben.

Das Führen meines Blogs schenkte mir auch ein paar neue Rhythmen, z.B. die monatlichen Rhythmen des 12tel-Blicks, des Rückblicks auf den vergangenen Monat und ganz neu mein Monatsmotto.

Kein Wunder, dass ich nach der (eigentlich harmlosen) Operation am Bein nach Dreikönig wieder heim kam, erst mal etwas ins Schlingern kam. Denn bedingt durch die Rekonvaleszenz war mein Rhythmus durcheinander gekommen.
Lange Hunderunden waren erst einmal gestrichen, allein mit dem Hund gehen auch, schweres Heben (Einkäufe!) verboten, langes Sitzen (z.B. vor Nähmaschine, PC…) auch. Menno.

Farbrhythmen in der Natur suchen

Ganz allmählich habe ich mir aber den Alltag und meinen Rhythmus wieder zurück erobert. Auch wenn meine Morgenrunde mit dem Hund noch kürzer ist (keine Sorge, Herrchen sorgt schon für Ausgleich), nur kleine Näheinheiten erlaubt sind und am PC das Bein irgendwie hochgelegt wird, es kommt alles wieder in Schwung.

Meine 12tel-Blicke habe ich dieses Mal (da habe ich aus früheren Jahren gelernt) so ausgesucht, dass sie problemlos mit Abkürzungen in Kurzstrecke zu bewältigen sind. Die Rhythmen sind gesichert. Jetzt dürfen auch mal wieder kleine Höhepunkte im Jahreslauf geplant werden.

Habt Ihr Euren Rhythmus im ersten Monat des Jahres gefunden? Oder seid Ihr gerade dabei, ihn Euren vielleicht geänderten Lebensverhältnissen neu anzupassen?  Erzählt doch davon, im Kommentar oder bis zum 31. im Monatsmotto: den Rhythmus finden.

 

 

 

  • frau nahtlust 28. Januar 2019 at 6:21

    Oja, liebe Andrea, es dauert als, bis man sich in neue Rhythmen findet, sich darin wohl fühlt, sie zu seinen macht. Mit dem Intervallfasten versuche ich es auch immer wieder, doch im Sabbatjahr – wo vieles seinen Rhythmus hatte und ganz vieles auch wieder nicht – war das schwierig für mich, durchzuhalten. Ich bin gespannt, ob es mir beim nächsten Job gelingt. Alles fließt ist auf jeden Fall ein schöner Begriff für „im Rhythmus sein“ – denn dann nimmt man den Rhythmus als etwas positives wahr und nicht als beengende Klammer.
    LG. Susanne

  • eva 28. Januar 2019 at 8:29

    Guten Morgen Andrea,
    meine Rhythmus ist fast immer gleich, auf das Frühstück könnte ich nicht verzichten.
    Intervallfasten kenne ich von meinem Partner, für mich wäre es nichts, ich muß nur die Süssigkeiten weglassen und meinen Sport wieder aufnehmen, dann klappt das mit dem Gewicht auch wieder. Aber es ist nicht schlimm, die 2 Kilo bekomme ich auch so los.
    Meinen Rhythmus mit dem morgendlichen Laufen, das muß ich jetzt wieder finden, aber ich denke, wenn ich es will, dann klappt das schon.

    Früher gings auch und das wird auch wieder.

    Es fließt ist immer ein schönes Wort für Rhythmus und ich hoffe es fließt mit dem Laufen und mit dem Radeln auch wieder.

    Ich bin dran.

    Lieben Gruß Eva und eine gute Woche, die gespannt auf ein neues Thema ist.

  • Ein Garten in der Steiermark 28. Januar 2019 at 8:53

    Was für ein schönes Motto… Ich bin ein großer Freund der griechischen Philosophie; letzten Frühling waren wir in Athen, was unglaublich schön war… Tolle Fotos. Der mit Moos bewachsene Zweig sieht toll aus. Hab einen schönen Start in die Woche.

  • Claudia 28. Januar 2019 at 14:48

    JA, das sit ein schönes Motto! Alles fliesst … danke für den wunderbaren Post und die so schönen Bilder dazu! ICh arbeite noch daran, meinen neuen Rhythmus nach einem Jobwechsel zu finden …. das ist gar nicht so einfach …
    Ich wünsche Dir eine schöne und freundliche neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  • mano 28. Januar 2019 at 17:41

    der ast mit den moosen und flechten ist wunderschön und lässt mich gleich innehalten. gut, dass du nach deiner op jetzt wieder so langsam in deinen rhythmus kommst. bei mir richtet sich zur zeit sehr viel nach dem wetter. ich habe ja keinen hund, der mich schon morgens dazu anhält rauszugehen ;)!
    liebe grüße
    mano

  • Astridka 28. Januar 2019 at 20:56

    Ich hab den Rhythmus ja erst mal gar nicht gesucht. Offensichtlich gibt es den bei mir nur in der virtuellen Welt, also auf meinem Blog. Ansonsten singe ich immer noch das Hohe Lied auf die Anarchie. Damit fahre ich am besten, denn auch ohne Plan fange ich plötzlich an, das Gewürzregal neu zu organisieren oder den Keller zu putzen oder die Bibliothek umzuräumen, einfach so, wenn es mir in den Sinn kommt.
    Dafür kann ich halt nicht so schöne Naturaufnahmen wie du beisteuern….
    Alles fließt, aber in sehr unterschiedlichem Tempo.
    LG
    Astrid

  • frau mo 29. Januar 2019 at 8:35

    Liebe Andrea, das ist so eine Sache, das mit dem ‚Rhythmus finden’… Ob es auch daran liegt, dass der Winter so gar nicht meine Jahreszeit ist? Kalt, grau und träge, wo ich doch den heissen, bunten, lebendigen Rhythmus des Sommer so liebe! Vielleicht sollte ich verreisen?
    Nein, im Ernst; ich habe zwar keinen Bloppost zu deinem Monatsthema geschafft, aber du hast mich mit deinen Beiträgen zum Nachdenken angeregt und ich habe beschlossen nun wieder vermehrt darauf zu achten, gewisse Rhythmen in mein Leben zu integrieren.
    Danke für deine Denkanstösse!
    ♥ Monika

  • ninakol. 29. Januar 2019 at 8:38

    Ach, was für ein schönes Thema! Ich hatte, als ich nur die Überschrift las, sofort den See vor meinen Augen. Ich komme manchmal gar nicht recht in den Fluss, dabei tut es doch ganz gut. Es ist irgendwie dann etwas geregelter. Wie gut aber auch, dass in so einem Fluss immer Steine und Stromschnellen sind, oder Fische, die gegen den Strom fliessen, die sind dann eher wie ich.
    Liebe Grüsse
    Nina

  • gretel 29. Januar 2019 at 17:56

    Wahrscheinlich macht es die Mitte, feste Rhythmen in Form von täglichen Ritualen finde ich ziemlich wichtig, aber die Spontanität sollte nicht ganz verloren gehen. Durch meine verschiedenen Schichten kann eigentlich kaum ein fester Rhythmus aufkommen, aber ich arbeite immer daran. Liebe Grüße

  • Pia 1. Februar 2019 at 9:39

    Wenn alles in geordneten Bahnen verläuft findet man seinen Rhythmus leichter. Wie schnell man aus dem Rhythmus geworfen wird habe ich mitten im Monat erfahren als mich ein blöder Unfall ganz schön aus der Bahn geworfen hat. Jetzt suche ich einen eingeschränkten Rhythmus zu finden.
    L G Pia