Bücher

Tom Hillenbrand: Hologrammatica {Bücher}

16. Februar 2018
Neuerscheinung des Monats Februar:

Spannung pur! Ein intelligentes und hintersinniges Vergnügen.

Eigentlich ist weder Science Fiction noch Thriller mein Genre, und dennoch hat mich die Kombination aus beiden verlockt. Ich bin auch wirklich nicht enttäuscht worden.

Tom Hillenbrands “Hologrammatica” verspricht schon mit dem Cover, dass man sich von interessanten Scheinwelten überraschen lassen kann.

Wir tauchen ein in das Leben im Jahre 2088, das sich technisch stark von unserer Gegenwart unterscheidet. So legt sich ein Holonet über die Oberflächen der Stadt, der Häuser, der Inneneinrichtungen und schafft ein schönes Bild, hinter dem sich oft genug eine hässliche, und nun nicht mehr sichtbare Realität befindet. Selbst ganze Denkmäler lassen sich damit darstellen, ohne wirklich vorhanden zu sein. Kein Wunder, dass die Menschen ihr Äußeres ebenso damit verändern und glätten.

Verschiedene Ereignisse haben die Bevölkerung in der Vergangenheit dezimiert und die Sicherheitsbestimmungen verändert. Der Klimawandel hat inzwischen eine Wanderung der Bevölkerung in Richtung kühlerer Regionen bewirkt.
In diesen Umbruchszeiten erhält der Londoner Quästor Galahad Singh, eine Art Privatdetektiv, der verschwundene Personen sucht, einen Auftrag, nach einer jungen Computerexpertin zu fahnden, die seit kurzem vermisst wird. Sie ist in einer aufsteigenden Branche tätig, denn die Möglichkeit, das eigene Gehirn in einer digitalen Form herunterzuladen und in einem anderen, neuen Körper ein Upload durchzuführen, boomt.

Galahad Singh ist schon ein ganz spezieller Ermittler, mit dem man erst warm werden muss, der dem Leser dann aber sehr ans Herz wächst. Seine Persönlichkeit und seine Biographie wird im Laufe der Geschichte zunehmend vertrauter, indem sie  in den Handlungsablauf spannend eingeflochten wird.
Der Fortgang der Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt.
Er behandelt seinen Begleiter (mich, den Leser) so als wäre er ein Zeitgenosse, dem er manches an Technik oder geschichtlichen Hintergründen erst genauer erklärt, wenn er es für seine Ermittlungen wichtig erachtet.
Aufmerksames Lesen lohnt sich, denn so lassen sich Details und komplexe Zusammenhänge erkennen und erschließen.

Der Handlungsverlauf hält einen hohen Spannungsbogen und sein Tempo bis zum Ende durch. Die Ideen und Überraschungen gehen dem Autor nicht aus. Sowohl sein Protagonist als auch seine Geschichte sind wirklich unkonventionell, auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Mich hat das hervorragend geschriebene Buch ungemein gefesselt. Es hat mich förmlich aus meiner Gegenwart gesogen…
Wenn ich auf der letzten Seite dann traurig bin, mich vom Protagonisten zu verabschieden, dann ist das eine echte Leseempfehlung.

Tom Hillenbrand:
Hologrammatica. Thriller.
KiWi Taschenbuch 2018

  • wippsteerts 16. Februar 2018 at 5:33

    Guten Morgen! Das liest sich ungemein interessant! Steht jetzt auf meiner Liste. Ist der Vorname des Detective ein Zufall oder eine Anspielung?
    Liebe Grüße
    Nina

  • Centi 16. Februar 2018 at 6:35

    Vielen Dank für den Tipp! Das klingt ja gar nicht schlecht.

  • mano 16. Februar 2018 at 6:53

    da klingt ja einiges ziemlich gruselig (upload in einem neuen körper z.b.) – aber in der realität arbeiten sie ja schon längst an ähnlichen dingen. der titel ist notiert!
    liebe grüße
    mano

  • gretel 16. Februar 2018 at 9:18

    Das Cover ist ja mal etwas ganz Besonderes.
    Mich gruselt bei der Inhaltsbeschreibung, dabei wird das schon bald wohl gar nicht mehr so fiktiv sein….
    Liebe Grüße

  • Astrid Ka 16. Februar 2018 at 9:24

    Klingt schon ganz gut ausgedacht…ist nur nie mein Genre gewesen. Aber auch du hast dich ja überzeugen lassen.
    Bon week-end!
    Astrid

  • Sabrina 16. Februar 2018 at 14:01

    Hui, das klingt tatsächlich gar nicht schlecht! Ist eigentlich nicht mein Genre, aber das muss ja nicht schaden.

    Liebe Grüße
    Sabrina