“Sense of humor is important in life, not just in clothing.
How boring to live a life in beige.”
Jean Pigozzi
Als ich las, dass Nicole (niwibo) im Juli beige Impressionen sucht, ist mir bewusst geworden, dass der Begriff “Beige” in meinem Wortschatz nur ganz weit am Rande erscheint. Warum? Weil “Beige” für mich keine Farbe ist. Ich verwende das Wort “Beige” eigentlich nur, wenn ich irgendwelche Dinge aus der Konfektion oder dem Stoffbereich beschreiben möchte, Ungefärbtes, Naturbelassenes.
So weit liege ich da auch gar nicht vom Ursprung des französischen Wortes entfernt. Denn ursprünglich bezeichnete es den Farbton von Naturwolle, die weder gebleicht noch gefärbt wurde. Beige beschreibt eher eine Reihe von Farbtönen die zwischen einem gebrochenem Weiß bis zu hellem Braun reichen. Ich persönlich nehme da andere Begriffe zur Beschreibung zur Hilfe, ausgehend vom Weiß, Gelb, Braun…. So ist für mich z.B. reifes Getreide nicht beige, sondern goldgelb…. (Das Thema Farbsehen und Farbgrenzen in verschiedenen Sprachen, Kulturen etc. ist ein hochspannendes Thema…)
In meinem Kleiderschrank findet man kaum Kleidungsstücke in diesem Farbton, da sie mir absolut nicht stehen. Aber ich hab mich mal in der sommerlichen Natur umgeschaut… Da finden sich doch Naturtöne die in den Bereich cremefarben, blassgrau, sandgelb, elfenbein- oder eierschalenfarben etc. fallen.

Gerade wird es wieder heiß, was manches Getier mehr mag als ich.

Okay, das ist jetzt nicht mehr goldgelb…

Da wird auch beige zum tollen Hintergrund. Ich bleib lieber im Schatten.

Kalkstein mit vielen Nuancen. Der liebste Untergrund für Mensch und Hund bei der Morgenrunde.

Ich hab noch viele tolle Tierfreunde, die wir öfters treffen, die im eleganten Beige gekleidet sind (Coco Chanel wäre begeistert).

Gallowayrinder tragen hier tatsächlich öfter helles Fell als dunkles….

Manche Tierlein schätzen farblich naturbelassene Einrichtungen.

Doch, ich hab tatsächlich was beiges im Haus… Allerdings wird es eher im Winter benutzt…

Um zu meinem feinen Matcha zu kommen für die entspannenden Zen-Momente …

Bei Gebäuden greift man ja gern in den neutralen Farbtopf.

Okay, da sieht es schöner aus.

So, die Runde schließe ich wieder mit wollweiß ab. Bei denen beiden gefällt mir der Farbton am allerbesten, da schmelze ich dahin!

Ich halte es da eher mit Christina Aguilera: “I love color – I’m not a beige kind of girl.”


10 Kommentare
Das Thema Farbsehen ist schon anatomisch ein hochinteressantes, weil die Anzahl der – sagen wir mal vereinfacht -Farbrezeptoren im Auge zwischen Menschen variiert – einige haben nur drei, andere vier oder fúnf und sehen Farbnuancen somit ganz anders…
Hallo Nic, genau! Das Thema hat so viele spannende Aspekte… In bestimmten Sprachen “existieren” gewisse Farben gar nicht und werden von den Sprecher*innen somit auch anders wahrgenommen…
Liebe Grüße
Andrea
Liebe Andrea,
die beiden Schafe sind allerliebst, sie schauen auch so treu. Nur ihr Umschwung sieht so leicht trist aus. Das Foto wird nur einen Ausschnitt zeigen und ich glaube, dass sie es schon grüner haben. Die Rinder weiden auf einer herrlichen Wiese!
Hab einen schönen Sonntag und liebe Grüessli
Edith
Hallo Edith, die beiden Schafe warten am Schafshof darauf, dass sie auf ihre Morgenwiese geführt werden. Die Schafe und Esel haben es dort wirklich gut.
Liebe Grüße
Andrea
Liebe Andrea,
das freut mich für die beiden. Da ist es schön, Schaf zu sein!
LG Edith
Was für ein toller Post, liebe Andrea, vom Text wie von den Bildern her! Du beschreibst diesen Farbbegriff, wie ich ihn auch ausfüllen würde. Als bloße Farbe der Mode finde ich Beige grauenhaft, weil es mich sterbenselend aussehen lässt. Aber sein Vorhandensein in Natur & Kultur weiß ich optisch sehr zu schätzen, ja zu genießen.Deine Fotos entsprechend auch. Bei mir waren das die Aufnahmen aus dem Besuch im Kolumba-Museum, welches für mich den Farbton geradezu repräsentiert. ( Witzigerweise ist gleichzeitig auch eine ganz farbige Fotosequenz entstanden. ) Leben könnte ich in einer derartigen Farbwelt nicht, ohne zu vertrocknen wie die Gräser derzeit in der Sommerhitze.
Sonntagsgrüße!
Astrid
Beige ist bei mir auch eher diese “alte Leute” Farbe. “Lichtes Ocker” und “Umbra natur” als Namen bei meinen Aquarellfarben mag ich da lieber und bei Wolle und anderen Naturfasern sage ich tatsächlich “natur-farben”
Aber sehr schöne Beispiele hast Du dazu gefunden!
Hab einen schönen Sonntag und liebe Grüße
nina
Hach wie schön, das gute alte “Renter”Beige ganz neu definiert und erklärt.
Danke dafür liebe Andrea.
Ich mag die Begriffe wie Sand, Natur, Creme ja auch viel lieber, aber Beige beinhalten halt alles.
Und so langweilig ist die Farbe gar nicht, wie Du mit Deinen tollen Bildern beweist.
Ganz lieben Gruß
nicole
“Beige ist keine Farbe, beige wird’s von allein” – und das stimmt auch, nur weniges wird nicht beige im Laufe der Zeit. Ich glaube, deswegen ist das für mich auch eher so ein Hintergrundfarbton, wie Grau.
Tolle Fotos, vor allem die kleine Eidechse und die zerbröselnde Fassade.
LG
Centi
Für das, dass Beige keine Farbe ist, zeigst du uns mit den sehr schönen Fotos das Gegenteil. Beige findet man bei mir auch eher selten, dabei mag ich es Dezent und Neutral!
L G Pia