Bücher Challenges

積 ん 読 – Tsundoku {Bingo}

16. Juni 2026

Könnt Ihr ohne ein Buch zu kaufen, aus einem Buchladen heraus gehen? Stöbert Ihr auch gerne in Bücherkistchen am Strassenrand oder offenen Bücherschränken an Bushaltestellen oder ähnlichen öffentlichen Orten? Sind Bibliotheken wahre Schatzkisten für Euch? Oder wisst Ihr sofort, wenn ihr in den Medien von einem Buch, das Euren Nerv trifft, hört oder lest, dass Ihr das Buch unbedingt und sofort haben müsst?  Da lockt ein Autor*innenname  oder ein tolles Cover, ein Thema, das einen gerade bewegt. Und dann ist der Bücherturm daheim aus dem Gedächtnis verschwunden. Stattdessen erwacht mein geheimer innerer Gollum „Mein Schaaatz“!!!! Muss ich haben!

Irgendwie wandern dann Bücher in die Tasche oder landen im Briefkasten, die ich eigentlich nicht wirklich aktuell benötige. Nein, noch ist der Zustand nicht zwanghaft, dass er als Bibliomanie bezeichnet werden kann. Ein bisschen bibliophil bin ich schon, weil ich schöne Bücher liebe. Aber zum Sammeln von Kostbarkeiten fehlen mir das Geld und der Platz.

„So viele Bücher, so wenig Zeit.“
Frank Zappa

Auf jeden Fall gehöre ich zu der Sorte von Lesenden, die in der Regel zwei oder drei Bücher gleichzeitig lesen. Was mache ich mit dem Rest der Bücher, die ich erworben, aber noch nicht gelesen habe? Klar, die wachsen im Regal oder auf dem Schrank zu einem Stapel. Und dafür gibt es die wunderschöne japanische Bezeichnung „Tsundoku“ (japanisch 積 ん 読)  

Der Begriff entstand in der Meiji-Ära (1868–1912). Tsunde-Oku bedeutet, Dinge für später liegen zu lassen, Dokusho steht für das Lesen von Büchern. Dieser Stapel ungelesener Bücher wird im Deutschen profan als „SuB“ abgekürzt. Also nee…

Wie hoch muss ein Bücherstapel sein, um die Bezeichnung Tsundoku zu verdienen? Dürfen Bücher daraus zum Lesen entnommen oder ausgetauscht werden? Egal,alles ist im Fluss. Denn es ist ja nicht so, dass ich hier einen Bücherturm baue, wie andere ein Fitnessgerät dekorativ aufstellen, das sie am Ende eh nicht benutzen. Der Turm ist ständig im Wandel. Ich nehme Lesefutter raus und fülle nach.       

Jedenfalls kommt bei mir nie das Gefühl auf, plötzlich beim Lesen auf dem Trockenen zu sitzen. Stets ist ein ungelesenes Buch zur Hand. Das ist ungemein tröstlich in der derzeitigen Weltlage. Und wenn mein Blick so an meinem derzeitigen Bücherstapel entlang fährt, merke ich, dass Bücher auch ein Teil meiner Identität sind. Ach, hätte der Tag doch mehr Stunden zum Lesen…

Übrigens: Der amerikanische Verleger, Autor und leidenschaftliche Büchersammler Alfred Edward Newton (1864 – 1940) meinte:

“The buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching toward infinity…” (Das Kaufen von mehr Büchern als man lesen kann,ist nichts anderes, als dass die Seele nach der Unendlichkeit strebt.)

Es gibt sogar ein Kunstprojekt die  “Bibliothek der ungelesenen Bücher” von Julius Deutschmann, die heute Hunderte von Einträgen umfasst, inklusive Interviews mit den Menschen, die ungelesene Bücher eingereicht haben.

Und dies sind nun die Bücher auf meinem derzeitigen Stapel. Ich werde sie in den nächsten Monaten abarbeiten. Aber kleiner wird der Stapel bestimmt trotzdem nicht werden.

Fabcaro, Didier Conrad, et al.: “Asterix in Lusitanien”
Kirsten Miller: „Lula Dean’s little libary of banned books“
Meg Shaffer: “Lost Story”
Tanja Maljartschuk: “Von Hasen und anderen Europäern”
Tanja Maljartschuk: “Blauwal der Erinnerung“
Steffen Kopetzky: „Atom“
Rebecca Solnit: „Orwells Rosen“
Curtis Sittenfeld: „Vermählung“
Jane Austen: „Kloster Northanger“
Jane Austen: „Überredung“
Judi Dench: „Shakespeare. Der Mann, der die Miete zahlt“
Tamara Duda: „Donezk Girl“
Katrin Eigendorf: „Erzählen, was ist“
Rüdiger von Fritsch: „Die Geschichte in mir“

Somit kann ich bei Antitannis Bingo einen Haken an das Bingofeld “Aus dem Buchregal” machen

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