Der Frühling bringt nun wieder mehr Touristen und Einkaufstouris aus der Schweiz in die Gassen. Ganz leer wird der Platz in den nächsten Monaten nicht mehr sein. Ein bisschen habe ich nun damit zu kämpfen, meinen richtigen Standort fürs Fotografieren zu finden…

No. 1
Konstanz, Kaiserbrunnen
Dienstag, 24.März 2026, 10.44 Uhr, 10 Grad, Sonne
Mit dem Frühling ist auch wieder bunter Schmuck auf die Marktstätte eingekehrt. Doch ein Teil des Brunnens ist immer noch verpackt: das runde braune Objekt auf der linken Seite wartet bislang auf seine Enthüllung nach dem Winterschlaf.
Schaut mal in Richtung auf das weiße Barockgebäude. Dort schweben zwei Blumenkugeln über der Fußgängerzone. Es ist schon einiges los auf dem Platz, auch das Parkhaus war schon gut gefüllt.
Im letzten Monat war der Blick auf Barbarossa verstellt, aber jetzt ist er an der Reihe. Kurz und knapp, wer mehr wissen will, wird historische Quellen finden. Aber wer hier vor dem Brunnen steht, freut sich gewiss über ein paar kleine Infos.

Widmen wir uns also dem zweiten gekrönten Haupt des Kaiserbrunnens. Von dieser Seite aus blickt Kaiser Friedrich I, genannt Barbarossa (italienisch: Rotbart, 1122- 1190) Richtung See. Ein Jahr nach seiner Krönung, im März 1153 war er nach Konstanz gekommen, wo ein Hoftag abgehalten wurde. Hier ging es um die Konflikte zwischen oberitalienischen Städten Lodi und Mailand. Im Laufe dieser darauf folgenden Auseinndersetzungen wurde in Konstanz ein Schutz- und Beistandspakt zwischen Friedrich I. und den Abgesandten des Papstes gegen die lombardischen Städte geschlossen wurde: Der”Konstanzer Vertrag” .
Seine Loyalität zum Papst hat sich gelohnt, 1155 wurde Barbarossa in Rom zum Kaiser gekrönt. Es folgten noch einige Feldzüge gegen die lombardischen Städte bis man endlich 1177 in Venedig einen Waffenstillstand aushandelte. In Konstanz fand 1183 ein Zusammentreffen statt, auf dem zwischen Barbarossa und Vertretern des Lombardenbundes schließlich ein Friedensvertrag geschlossen wurde.
So was musste dann natürlich feuchtfröhlich gefeiert werden. Man munkelt, es wäre in einer Weinschenke am Obermarkt, dem heutigen Hotel Barbarossa gebechert worden. Natürlich fragt ihr jetzt nach dem Fisch an Barbarossas Skulptur , oder? 1184 hielt Barbarossa einen weiteren Hoftag in Konstanz ab. Beim dortigen Festmahl soll ein riesiger Fisch gereicht worden sein, ein Saibling aus dem Bodensee. Offenbar war dieser sagenumwogen.
Am Brunnenrand direkt unterhalb findet man die Urkunde des Konstanzer Friedensvertrags in Bronze gegossen. Und der merkwürdige Vogel auf der Urkunde? Das ist wohl eine Elwetritsch, ein vogelähnliches Fabelwesen, das vor allem in der Pfalz und im Badischen bekannt ist. Am Kaiserbrunnen wird uns noch so manches ungewöhnlich Getier begegnen….

Der Legende nach sollen die Elwetritschen aus einer Kreuzung von bestimmten Geflügel wie Hühnern, Enten und Gänsen mit Waldelfen und Kobolden entstanden sein. Also scheu und schüchtern ist dieses Konstanzer Exemplar jedenfalls nicht. Es gibt wohl noch einiges an dem Friedensvertrag zu kommentieren…

Mit der Frühlingssonne wurden auf der Marktstätte vor den Cafés Tische und Stühle aufgestellt (siehe unten). Folgedessen komme ich nicht mehr passgenau auf meinen Fotostandort. Naja, das gehört ja zum Spiel, seufz.

Der Himmel ist blauer geworden, die Sonne schafft es auch morgens auf den Platz.

Während ich wie immer den städtischen Standort eher am Monatsende besuche, bin ich am Biberteich eher früh im Monat unterwegs.

No. 2 a
Am Biberteich
Mittwoch, 4. März 2026, 15.03, 11 Grad, blauer Himmel, Sonnenschein
Im Januar konnte ich Schnee, im Februar eine Eisfläche bieten. Im März ging es am Teich sehr laut zu, was ich auf dem Blog leider weniger gut vermitteln kann. Man spürt, wie der Frühling mit den Hufen scharrt, doch der Winter grätschte am Monatsende nochmal frech ein.

Flint schaut und lauscht sehr aufmerksam. Es gibt auch viel zu sehen und zu hören: Enten, Brandgänse, Gänse, Graureiher, Silberreiher, Blesshühner und Zwergtaucher konnte ich entdecken. Das war teilweise ein ziemlich lautes Geschnatter.

Nur richtig nahe komme ich natürlich nicht heran. Hier bräuchte man ein gutes Teleobjektiv.

Immerhin waren in den ersten drei Monaten auf der Teichoberfläche doch einige Veränderungen zu beobachten.

Noch einen kurzen Stopp machen wir am zweiten Teich-Standort.

No. 2 b
Am Biberteich
Mittwoch, 4. März 2026, 15.03, 11 Grad, blauer Himmel, Sonnenschein
Hier tummelt sich sehr viel Wassergeflügel auf den kleinen Inselchen. Was für ein Vogelparadies!

Auch unser Zugang ist noch frei.

Ich freue mich richtig auf das zarte Frühlingsgrün der Bäume!

Mein Dank geht wieder an Eva in Österreich, die auf ihrem Blog diese Aktion leitet.


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