Ich freue mich, dass ich wieder zwei so unterschiedliche Fotostandorte für diese Aktion gefunden habe. Die Marktstätte kennt eigentlich jede/r der/die Konstanz mal besucht hat. Hier herrscht auch am Morgen schon ein bisschen Trubel. Aber wenn ich – wie immer – gleich mehrere Fotos mache, dann ist immer eins dabei, wo mir keiner direkt in die Kamera guckt…
Auch in diesem Jahr bin ich meist am Morgen in der Stadt und am Nachmittag bei meinem Standort in der Natur.

No. 1
Konstanz, Kaiserbrunnen
Montag, 23. Februar 2026, 10.48 Uhr, 8 Grad, Sonne und Wolken
An der Marktstätte sind die Fasnachtsbändel bereits entfernt worden, während sie in den Gassen oft noch hängen. Wenn sie nach den Regenfällen getrocknet sind, ist das Abnehmen bestimmt einfacher. Wetter und Temperaturen sehen heute ja vielversprechend aus.
Vor dem Brunnen erkennen wir links noch eine Reihe Gedenkkerzen. Vier Tage vorher fand an der Marktstätte eine Aktion zur Erinnerung an den rassistischen Anschlag in Hanau 2020 statt. Bilder mit Namen sind dort noch ausgelegt. Um die Kerzen zu umgehen, fange ich bei den Brunnenfiguren nicht mit Barbarossa, der Richtung See und Kerzen blickt, an, sondern beim Herrn mit Hut.

Nach dem Winter und der Fasnacht sehen die Figuren etwas mitgenommen aus. Sie könnten eine “Putzete” gebrauchen.
Kaiser Maximilian I.(1459-1519) stammte aus dem Hause Habsburg. Dem Beiname „der letzte Ritter“ verdankt er seiner Vorliebe für Turniere. Durch Erbschaften, Kriege und Heiratspolitik baute Maximilian den habsburgischen Herrschaftsbereich beträchtlich aus.
Sein Bezug zu Konstanz: 1507 hielt er einen Reichstag in der Stadt ab. Worauf verweist er mit seiner linken Hand hier am Brunnen? Wenn wir dem Wink folgen, sehen wir die Büste seiner ungeliebten zweiten Ehefrau Bianca.

Bianca Maria Sforza (1472-1510) brachte zwar eine riesige Mitgift mit in die Ehe (über 400.000 Dukaten), die Maximilian, der sich stets in Geldnöten befand, gut gebrauchen konnte. Doch schon kurz nach der Hochzeit wurde er ihrer überdrüssig. Er beklagte sich über ihren „mittelmäßigen Verstand“ und das Ausbleiben von Nachkommen. Maximilian widmete sich in Folge seinen Mätressen, während er Bianca vernachlässigte und entwürdigend behandelte. Nach ihrem Tod war er auch nicht bereit, ihr einen Grabstein zu zahlen. So wurde Bianca schließlich zur „vergessenen Kaiserin“. – Bis sie am Brunnen wieder ein Andenken fand (das hätte dem “Maxi” gewiss weniger gefallen….)

Während ich die bisherigen Stadtfotos beide eher gegen Monatsende geknipst habe, bin ich am Biberteich am Anfang des Monats unterwegs gewesen.

No. 2 a
Am Biberteich
Donnerstag, 5. Februar 2026, 14.48, 3 Grad, blauer Himmel, Sonnenschein
Der Schnee ist fort, aber es ist noch frostig mit blauem Himmel, hurra! Klar, dass ich da gerne die lange Runde zum Teich gewählt habe. Der Biberteich ist noch teilweise von einer Eisschicht bedeckt. An diesem Tag habe ich hier einen Silberreiher entdeckt, der mit konstanter Boshaftigkeit immer wegfliegt, wenn ich fotografieren will.
Aber wenn ich hier tolle Tieraufnahmen machen wollte, bräuchte ich eh eine Kamera mit großem Teleobjektiv.

Cheffe hat die Fotostelle gleich wiedergefunden.

Wir laufen weiter bis zur zweiten Stelle. Tatsächlich ist sie noch gut erreichbar.

No. 2 b
Am Biberteich
Donnerstag, 5. Februar 2026, 14.50 , 3 Grad, blauer Himmel, Sonnenschein
Dahinten – müsst ihr euch vorstellen – tummeln sich jetzt die beiden Reiher. Dort, wo die Sonne nachmittags hinreicht, ist die Teichoberfläche auch bereits eisfrei.

Mal schauen, wie lange unser Durchgang noch nutzbar ist.

Danke, lieber Graureiher fürs Stillehalten. Der silberne Kollege hat bereits abgehoben.

Als ich am Monatsende zum mittlerweile eisfreien Weiher kam, haben sich bereits Entenpaare und Graugänse eingefunden.

Ich wollte euch noch gerne die Werke des Bibers vorführen, aber Flint bestand darauf, seine Meinung als Rüde darüber kundzutun. “Da – nimm das, Biber!!”

Mein Dank geht wieder an Eva in Österreich, die auf ihrem Blog diese Aktion leitet (oder auf neudeutsch “hostet”).


Keine Kommentare